Erfahrungsberichte aus dem Ausland

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© Justine Radeisen

Was Sie erwarten könnte

Hier können Sie einen Einblick in die vielseitigen Erfahrungen gewinnen, die Studierende der EHB bereits im Ausland gesammelt haben und sich von ihren Texten und Fotos zu Ihrem eigenen Auslandsabenteuer inspirieren lassen.

Auslandspraktikum in Toulouse, Frankreich

Toulouse, Brücke
© Justine Radeisen
Toulouse, Brücke

Für eine Dauer von fünf Monaten im 4. Semester habe ich in Toulouse, Frankreich mein Pflichtpraktikum für das Studium der Sozialen Arbeit absolviert. Meine Praktikumsstelle war das Atelier Relais Osée, welches eine Kinder- und Jugendhilfe Einrichtung ist. Hier werden junge Menschen im Alter von 11 bis 16 Jahren begleitet, die das Vertrauen in das schulische Lernen verloren haben und sich in komplexen familiären und/oder sozialen Situationen befinden. 

Die Vorbereitungen für dieses Auslandspraktikum waren lange vor der Abreise zu planen. Ein Antrag auf Erasmus Förderung muss knapp ein Jahr vor Beginn des Praktikums eingereicht werden. Die finanzielle Unterstützung liegt hierbei bei ungefähr bei 450 Euro pro Monat, wovon 20% erst zum Abschluss des Praktikums ausgezahlt werden. Im Gegensatz zum Bafög muss hiervon jedoch nichts zurückgezahlt werden. Der Bafög Auslandsantrag muss ebenfalls einige Monate vor Antritt des Praktikums gestellt werden, um zu gewährleisten, dass die Förderung rechtzeitig eintritt. Neben der Organisation für finanzielle Angelegenheiten, sind noch andere Dinge nicht zu vernachlässigen wie beispielsweise eine Auslandsversicherung und die Unterkunftssuche. Eine ausreichende Auslandsversicherung ist bis zu einem Monat vor der Abreise abzuschließen, die Kosten liegen hierbei ungefähr bei 150 Euro für das ganze Semester. Am aufwendigsten ist jedoch von allen Vorbereitungen die Unterkunftssuche. Die meisten suchen Mieter*innen, welche ein ganzes Jahr bleiben oder festes Einkommen durch Arbeit haben. Auch ist es ein Hindernis nicht zu den Wohnungsbesichtigungen gehen zu können, sondern allein übers Telefon und Internet einen Mietvertrag zu erhalten. Meinen Platz in einer Wohngemeinschaft in Toulouse habe ich erst drei Wochen vor der Abreise erhalten. Gute Internetseiten, um eine Wohnungsmöglichkeit in Frankreich zu finden sind  leboncoin.fr oder la carte des colocs. 

Endlich in Toulouse angekommen, fing mein Praktikum direkt an. Ich habe verschiedene Aktivitäten mit den Jugendlichen unternommen und ihre individuellen Schwierigkeiten wahrgenommen, um effiziente Hilfe anbieten zu können. Zudem wurde ich in die Familiengespräche miteinbezogen und als verantwortungsvolles Mitglied des Teams angesehen. Ich nahm an allen Teamsitzungen teil und habe Gespräche protokolliert, sowie die Entwicklungen einiger Jugendliche verschriftlicht. Da ich Französisch als zweite Muttersprache habe, gab es für mich keine sprachliche Barriere in meiner Arbeit mit den Kollegen, als auch mit den Kindern. Ich empfehle ein sehr gutes Sprachniveau zu besitzen, wenn man sein Praktikum in Frankreich machen will, da Englisch meist keine Alternative ist. 

Dank meiner Mitbewohnerinnen habe ich schnell neue Leute in der Stadt kennengelernt. Es gab wöchentlich gemeinsame Treffen und Abende in Bars. Da es in Toulouse sehr viele Student*innen gibt, hat man demnach kaum Schwierigkeiten Anschluss zu finden. Finanziell gesehen unterscheidet sich das alltägliche Leben nicht sonderlich von dem in Berlin. Meine monatlichen Ausgaben lagen ungefähr bei 700 Euro, wovon 400 Euro für die Miete waren, 100 Euro für die Einkäufe, 10 Euro für die Bahn und der Rest fürs Shoppen, Essengehen, Uber-Fahrten oder Getränke in Bars. Das Leben in Toulouse ist stets aufregend, es gibt so gut wie immer gutes Wetter und die Menschen sind sehr offen und herzlich.

Nach meiner Rückkehr mussten alle erforderlichen Unterlagen wie das Learning Agreement, die Praktikumsbescheinigung und Beurteilung abgegeben werden. Dies lief alles sehr stressfrei und auch mit der Anerkennung gab es keine Probleme. Alles in allem kann ich sehr empfehlen ins Ausland zu gehen, auch wenn die Vorbereitungen aufwendig sind. Einmal im Ausland angekommen, gewöhnt man sich sehr schnell an den neuen Alltag und genießt die Zeit in einer neuen Kultur und neuen Freunden.

Auslandssemester in Innsbruck, Österreich

© Isabelle Menner

Ich habe von Ende September 2019 bis Anfang Februar 2020 mein Auslandssemester im Studiengang Soziale Arbeit am Management Center Innsbruck in Innsbruck, Österreich gemacht. Da ich diese Entscheidung sehr spontan getroffen habe, liefen die Vorbereitungen entsprechend zügig und kurzfristig ab.

Vor Antritt dieser Reise habe ich über lokale Facebook-Gruppen relativ schnell und unkompliziert ein schönes WG-Zimmer gefunden. Das war für mich die grundlegende Bedingung, die ich vor Unterschreiben des Learning-Agreements erfüllt haben wollte.

Auch das Erstellen des Learning-Agreements lief super unkompliziert, wobei ich dann in Innsbruck selbst nochmal andere Kurse wählen musste, da die Zeiträume Mancher Kurse nicht mit meinem Aufenthalt übereinstimmten – auch das lies sich aber ohne Probleme lösen.

Die Hochschule ist sehr zentral gelegen, modern und gut organisiert. Alle Studenten, mit denen ich Kurse zusammen hatte, haben vorab eine Mail bekommen mit der Aufforderung, mich herzlich in Empfang zu nehmen und so war es auch. Dozenten und Studenten waren alle sehr bemüht und herzlich und sowohl zu den einheimischen Studenten als auch zu den anderen Erasmus-Studenten entstanden schnell gute Kontakte. Die Seminarinhalte waren sehr interessant und teilweise wurden auch andere Themengebiete abgedeckt wie z.B. die eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Ich kann Innsbruck selbst als Ziel für ein Auslandssemester (vor allem für das Wintersemester) wirklich empfehlen. Neben der wirklich tollen Hochschule gibt es so viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Wandern, Skifahren, Ausflüge zu anderen Städten oder nach Südtirol usw. sind von dort aus sehr einfach möglich. Außerdem ist Innsbruck im Vergleich zu Berlin sehr klein und übersichtlich, was einem die Orientierung vor allem in der ersten Zeit wirklich erleichtert. Die Lebenshaltungskosten betrugen für mich etwa 800€ für Miete, Versicherungen, Lebensmittel usw.

Insgesamt bin ich super froh, mich für das Auslandssemester entschieden zu haben, da es mir neben den fachlichen Aspekten auch wirklich die Möglichkeit gegeben hat, mich weiter zu entwickeln und selbstständiger zu werden.

© Justine Radeisen
Toulouse, Fußgängerzone
Toulouse, Fußgängerzone
© Justine Radeisen
Toulouse, Brücke bei Nacht
Toulouse, Brücke bei Nacht
© Justine Radeisen
Toulouse, Straße
Toulouse, Straße
© Isabelle Menner
Innsbruck, Österreich
Innsbruck, Österreich

Ansprechperson

© EHB, privat

Tanja Reith, M. A.

PositionReferentin für Internationales, Stabsstelle

Arbeitsbereich(e) Internationales / International Office

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SprechzeitenTermine nach Vereinbarung

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