Erfahrungsberichte: Auslandssemester
Auslandssemester in Santa Cruz, Teneriffa | WS 2025/26
Allgemeines
Das Auslandssemester auf Teneriffa im Wintersemester 2025/26 war eine der besten
Entscheidungen, die ich treffen konnte – intensiv, bunt, unvergesslich. Neben dem Studium
an der ULL war es vor allem die internationale Community, das Wetter und die Insel selbst,
die das Semester so besonders gemacht haben.
Vor der Abreise
Ich hatte im Vorfeld ein Learning Agreement zusammengestellt und mir Kurse rausgesucht,
die mich inhaltlich interessiert haben. Vor Ort hat sich dann aber rausgestellt, dass einige
davon nur einmal im Jahr angeboten werden – nicht in meinem Semester. Ich musste also
kurzfristig umkoordinieren und neue Kurse belegen. Ich habe bereits in Berlin mit der Suche nach einem WG-Zimmer begonnen (auf Plattformen wie Idealista), aber vor meiner Anreise nichts verbindlich zugesagt. Mir war es wichtig, die WG und meine potenziellen Mitbewohner:innen vor Ort kennenzulernen, bevor ich etwas fest zusage. Das würde ich genauso wieder machen. Viele, die von zu Hause aus etwas gebucht haben, waren vor Ort enttäuscht – weil man aus der Ferne einfach nicht immer gut einschätzen kann, wie eine Wohnung und das Zusammenleben wirklich ist. Das Risiko, erstmal ohne Unterkunft anzukommen, ist es meiner Meinung nach wert.
Während des Aufenthalts
Die ersten Tage hab ich mit einer Freundin in einem Airbnb verbracht, bevor das Semester
losging. Schon beim Einführungstag der ULL hab ich direkt Leute kennengelernt, die dann
für das ganze Semester eine enge Freundesgruppe wurden. Wir haben unglaublich viel
zusammen erlebt und die Insel erkundet.
Eine Unterkunft hatte ich innerhalb von zwei Wochen über Freunde von Freunden gefunden.
Ich bin in einer WG aus fünf Erasmus-Studentinnen in Santa Cruz de Tenerife gelandet – in
einer ehemaligen Pension, die die Vermieterin Carmen seit Corona auf längerfristige
Vermietung umgestellt hat. Superzentrale Lage, schönes altes Haus, tolles Zusammenleben.
Wer Interesse hat: Ich leite Carmens Kontakt gerne weiter.
Der Anfang war mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden. Für die Immatrikulation an
der ULL musste man zuerst einen Betrag bei einer Bank einzahlen und dann eine NIE
(Número de Identificación de Extranjero) beantragen – das ist eine Art
Ausländer:innenausweis. Das war definitiv die größte bürokratische Hürde des ganzen
Aufenthalts. Die Termine bei den Behörden sind begehrt und schwer zu kriegen, und man
braucht viele Unterlagen – unter anderem einen Mietvertrag über mindestens sechs Monate
(für die NIE Verde, es gibt auch noch die NIE Blanco, die ist leichter zu bekommen).
Der Aufwand lohnt sich aber: Mit der NIE Verde fährt man auf der Insel kostenlos mit dem
ÖPNV und bekommt 75% Rabatt auf Inlandsflüge zum Festland und auf Fähren zu den
anderen Inseln. Das macht finanziell wirklich einen großen Unterschied.
Ich hatte zunächst Seminare aus dem 5. Semester Soziale Arbeit belegt, hab aber relativ
schnell gemerkt, dass die Sprachbarriere größer ist als gedacht. Der kanarische Dialekt ist
noch mal eine andere Herausforderung als Standardspanisch, und manche Dozent*innen
haben nicht mal mit Powerpoint-Präsentationen gelehrt – da war es für mich praktisch
unmöglich, dem Inhalt zu folgen. Also hab ich noch mal umgeplant und andere Seminare
belegt.
Trotzdem hab ich einiges mitgenommen, und der Spanischkurs, den ich ab Oktober
zusätzlich belegt habe, hat dabei wirklich geholfen. Wir haben uns in der Freundesgruppe
gegenseitig viel unterstützt – alleine wäre manches deutlich schwieriger gewesen.
Santa Cruz war als Wohnort eine gute Wahl für mich. Das Wetter ist spürbar besser als in La
Laguna, das höher gelegen und deutlich regnerischer ist, und man ist schnell an Badestellen
oder Stränden. In den Süden der Insel rund um Adéje kommt man mit dem Bus in etwa einer
Stunde – nochmal wärmer, nochmal schöner.
Mit Mietwagen sind wir oft um die Insel gefahren, was ich sehr empfehlen kann. Teneriffa ist
groß, und mit den Bussen kommt man zwar irgendwie überall hin, aber es dauert. Teide Nationalpark, abgelegene Strände, kleine Dörfer – wir haben wirklich viel entdeckt.
La Laguna selbst hat als Studentenstadt trotz des schlechteren Wetters seinen eigenen
Charme: viele Kneipen, Jamsessions, Kneipenquiz und Community-Events, bei denen
Erasmus-Studierende und Locals zusammenkommen. Die Erasmus-Community auf Teneriffa
ist insgesamt sehr aktiv – Bachata tanzen, Volleyball am Strand, Barausflüge, Clubnächte –
eigentlich gab es jeden Tag irgendwas.
Ich hatte mich auch beim Buddy-Programm der ULL angemeldet und sogar zwei Buddies
zugeteilt bekommen. Leider hatte ich aber keine Kapazitäten mehr dafür, weil ich sozial
schon so ausgelastet war – was aber auch zeigt, wie schnell man dort Anschluss findet.
Nach dem Aufenthalt
Die Confirmation of Stay hat die ULL mir zeitnah per Email zugesendet. Den Transcript of
Records musste ich separat anfordern. Zur Anrechnung der Kurse kann ich noch nichts sagen,
da der Prozess noch läuft.
Alles in allem kann ich ein Auslandssemester auf Teneriffa uneingeschränkt empfehlen. Es
war eine sehr besondere, wertvolle und wunderschöne Erfahrung, die mich in vielen
Hinsichten sehr weiter gebracht hat.
Auslandssemester in Kopenhagen, Dänemark | WS 2025/26
Allgemeines
Im WiSe 25/26 habe ich mein Auslandssemester an der KP Copenhagen absolviert. Von Mitte August bis Ende Januar habe ich dort im Studiengang Social Work studiert.
Vor der Abreise
Aufgrund meiner Flugangst habe ich mir Dänemark als Ort ausgesucht, da ich hier auch gut mit dem Bus und Zug hinkommen konnte. Meinen Umzug habe ich mit dem Reisebus vier Tage vor Semesterbeginn gemacht. Die Reise war preiswert und entspannt, denn ich konnte mein Fahrrad und viel Gepäck mitnehmen, ohne umzusteigen.
Die Wohnungssuche war vergleichsweise einfach, da die KP über die Anmeldung an der Hochschule, Wohnheime und Wohnungen vermittelt. Ich habe mich zwar zu spät für die Wohnheime angemeldet, habe jedoch über das international office der KP ein WG-Zimmer vermittelt bekommen. Zudem muss jede Person, die länger als 3 Monate in Kopenhagen lebt, sich bei den zuständigen Behörden auf seine/ihre Adresse melden. Es ist von Vorteil (für z.B. Arztbesuche) sich frühzeitig darum zu kümmern und bei Fragen hilft die KP dabei. Generell haben die KP und ihr international office sehr gute Arbeit geleistet. Schon vor der Ankunft wurden Whatsapp-Gruppen für die Studierenden erstellt, wo wir uns verbünden konnten und für alle Fragen waren sie immer gut erreichbar.
Während des Aufenthalts
Die KP ist eine sehr moderne und große Hochschule. Der Campus Carlsberg, an dem ich studiert habe, ist mit Musikräumen, Sporthallen und einer sehr guten Mensa ausgestattet. Hier kann man kostenlos an Sport- und Freizeitangeboten teilnehmen. So waren meine Kommilitoninnen und ich jeden Dienstag beim Yoga und jeden Donnerstag im Chor mit anschließendem Weihnachtskonzert. Es gibt eine Einführungswoche, in der die Lehrer:innen und der Campus vorgestellt wird. Auch wurde sich immer sehr große Mühe gegeben, dass wir Studierenden untereinander uns und Kopenhagen kennenlernen. Dadurch waren wir von Anfang an immer beschäftigt und mussten keine Angst haben, alleine zu sein.
Es gibt zwei Module, die online einsehbar und nicht wählbar sind, die Stundenpläne sind also vorgegeben. Im ersten Modul haben wir jeden Montag einen Ausflug gemacht, um einen Einblick in die soziale Arbeit in Kopenhagen zu bekommen. Jeden Freitag gab es einen Workshop und die Tage dazwischen wurden theoretische Texte behandelt. Es hat sehr viel Spaß gemacht, ist aber generell etwas anspruchsvoller als das Studium an der EHB. Im zweiten Modul gab es eine große Gruppenarbeit, an der wir größtenteils in der Gruppe gearbeitet haben. Hier gab es weniger Präsenzunterricht. In beiden Modulen waren wir zur Hälfte die International-Studierenden und zur anderen Hälfte dänische Student:innen. Die mündlichen Prüfung in beiden Modulen verliefen auch gut. Die Lehrer:innen sind sehr nett und verständnisvoll und es gibt keinen klassischen Frontalunterricht.
Neben dem Studium gab es auch viel Freizeit, die ich größtenteils mit den Internatioal-Studierenden verbracht habe. Wir waren anfangs noch viel am Strand und im Winter oft nachts unterwegs oder sind in umliegende Städte und Dörfer gefahren. Ich wusste schon vorher, dass die Lebensunterhaltskosten in Kopenhagen hoch sind, habe aber unterschätzt, wie groß der Unterschied zum Leben in Berlin ist. Die Preise in Supermärkten sind in Ordnung aber das Essengehen Auswärts war kaum möglich. Auch die Preise in Bars und Kneipen waren hoch, so dass wir oft kreativ werden mussten ;) Nach einer Weile haben wir unsere Orte gefunden, wo wir bezahlbar essen und trinken konnten. Ich würde jeder/jedem einen Job empfehlen(es gibt z.B. Bars und Clubs die auch englischsprachige Studierende einstellen), da das Erasmusgeld nicht ausreichend für das Leben in Kopenhagen ist.
Nach der Rückkehr
Wieder in Berlin angekommen kümmere ich mich jetzt, um die Anrechnung der Kurse. Voraussichtlich wird nicht alles angerechnet werden können, da die Module an der KP jeweils 15 ECTs haben und wir an der EHB keine so umfangreichen Kurse haben. Auch werde ich finanziell viel nachholen müssen und arbeite nun mehr. Insgesamt kann ich jeder/jedem empfehlen das Erasmus in Kopenhagen zu machen, sofern er/sie die finanziellen Mittel dazu hat. Die Stadt ist wunderschön und hat sehr viel zu bieten. Die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, werden weiterhin ein Teil von meinem Leben bleiben und ich vermisse sie und die Zeit in Kopenhagen schon jetzt.
Auslandssemester in Taichung, Taiwan | WS 2025/26
Allgemeines
Insgesamt habe ich vier Monate in Taiwan verbracht. Während dieser Zeit habe ich einen Teil meines Studiums an der Tunghai Universität in Taichung absolviert. Neben dem Studium hatte ich die Möglichkeit, das Campusleben und den Alltag in Taiwan kennenzulernen. Die Zeit dort war für mich insgesamt eine sehr prägende Erfahrung. Ich habe nicht nur viel Neues gelernt, sondern auch persönlich sehr viel mitgenommen. Besonders habe ich gemerkt, wie viel Selbstständigkeit man entwickelt, und alte Wunden Raum bekommen zu heilen, wenn man für längere Zeit alleine in einem anderen Land lebt. Gleichzeitig habe ich viele tolle Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, mit denen ich während meines Aufenthalts viel unternommen habe. Rückblickend war diese Zeit für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe mich dort so frei gefühlt wie selten zuvor in meinem Leben und bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte.
Vor der Abreise
Vor der Abreise musste ich mich zunächst um einige organisatorische Dinge kümmern. Dazu gehörten die Bewerbung für das Auslandssemester, das Learning Agreement sowie eine passende Krankenversicherung. Auch das Visum musste im Voraus organisiert werden. Außerdem wurde ein sogenannter Health Check verlangt, den man entweder schon in Deutschland oder erst nach der Ankunft in Taiwan machen lassen kann. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Unterkunft. Ich habe mich dafür entschieden, im Studentenwohnheim direkt auf dem Campus zu wohnen. Dort teilt man sich ein Zimmer zu viert mit anderen Studierenden. Am Anfang war es etwas ungewohnt, sich ein Zimmer mit mehreren Personen zu teilen und es gab auch einen leichten Schimmelgeruch im Zimmer. Trotzdem habe ich mich dort relativ schnell wohlgefühlt. Meine Mitbewohnerinnen waren alle sehr freundlich und nach kurzer Zeit hatte man sich gut an das Zusammenleben gewöhnt.
Während des Aufenthalts
Die Anreise nach Taiwan erfolgte mit dem Flugzeug. Nach meiner Ankunft hat es nicht lange gedauert, bis ich mich an den Alltag dort gewöhnt hatte. Der Campus der Tunghai Universität ist riesig und bietet eigentlich alles, was man im Alltag braucht. Es gibt mehrere Bibliotheken, Mensen, kleine Läden und viele Möglichkeiten für Sport. Dadurch habe ich tatsächlich einen Großteil meiner Zeit auf dem Campus verbracht, weil man dort einfach alles hatte. Besonders gut gefallen haben mir die Sportmöglichkeiten. Es gibt ein Fitnessstudio, Basketballplätze und sogar einen Pool, in dem man Bahnen schwimmen kann. Das habe ich regelmäßig genutzt und es war eine schöne Abwechslung zum Studium. Auch die Kurse haben mir sehr gefallen. Die Dozierenden waren alle unglaublich freundlich, hilfsbereit und sehr offen. Dadurch war die Atmosphäre im Unterricht sehr angenehm und es hat wirklich Spaß gemacht, an den Veranstaltungen teilzunehmen. Durch das Leben im Wohnheim und die Kurse habe ich schnell andere Studierende kennengelernt. Daraus sind auch Freundschaften entstanden und wir haben viel Zeit zusammen verbracht, zum Beispiel gemeinsam gegessen, Sport gemacht oder Ausflüge geplant. Obwohl ich viel Zeit auf dem Campus verbracht habe, habe ich vor allem an den Wochenenden versucht, möglichst viel von Taiwan zu sehen. Besonders gerne bin ich in die Berge gefahren, um dort zu wandern oder zu klettern.
Taiwan hat eine unglaublich schöne Natur und es ist erstaunlich, wie schnell man aus der Stadt heraus in den Bergen ist. Ein besonderes Erlebnis war eine Wanderung mit meinem Buddy Ryan und seinem Vater. Sie haben mich mit in die Berge genommen und mir einige sehr schöne Orte gezeigt. Es war toll, so auch einen kleinen Einblick in das Leben vor Ort zu bekommen. Ein weiteres Highlight war ein Ausflug auf eine kleine Insel, auf der wir Meeresschildkröten sehen konnten. Das war wirklich ein unvergesslicher Moment und definitiv eines der schönsten Erlebnisse während meiner Zeit in Taiwan. Eine andere schöne Erfahrung entstand eher zufällig. Ich war zusammen mit einer Freundin in einem Tattoo Studio und wir haben uns dort so gut mit der Tätowiererin und ihrem Mann verstanden, dass wir danach öfter Kontakt hatten. Mit der Zeit wurden wir sogar mehrmals zum Abendessen eingeladen. So hatten wir auch die Möglichkeit, ihr Familienleben ein bisschen kennenzulernen und einen sehr authentischen Einblick in ihren Alltag zu bekommen. Wir haben dort auch Abende mit ihren zwei Kindern verbracht, was sehr schön und gleichzeitig auch ziemlich lustig war. Diese Begegnungen gehören definitiv zu den Erinnerungen, die mir besonders im Kopf geblieben sind.
Nach dem Aufenthalt
Nach dem Ende meines Aufenthalts verlief die Anerkennung meiner erbrachten Leistungen problemlos. Die Universität stellte die entsprechenden Unterlagen aus, sodass diese an meiner Heimatuniversität eingereicht werden konnten. Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, war mein Aufenthalt in Taiwan eine der schönsten Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen und unzählige besondere Momente erlebt, die mich bis zum Lebensende begleiten werden. Vor allem habe ich in dieser Zeit viel über mich selbst gelernt und mich so frei gefühlt wie selten zuvor. Für diese Erfahrung bin ich unendlich dankbar. Ich würde jedem empfehlen, eine solche Erfahrung zu machen. Ein Auslandsaufenthalt wie dieser ist nicht nur unvergesslich, sondern auch unglaublich bereichernd, sowohl persönlich als auch kulturell.
Auslandssemester in Rom, Italien | WS 2025/26
Allgemeines
Ich absolvierte vom September 2025 bis März 2026 ein Auslandssemester und studierte in der Zeit an der Sapienza Universität in Rom. Da dort das Studium „Soziale Arbeit“ ausschließlich auf Italienisch stattfand, und meine Sprachkenntnisse nicht ausreichend waren, belegte ich überwiegend Kurse auf Englisch aus dem Studiengang „Global Humanities“.
Vor der Abreise
Es gab vor der Abreise Einiges zu erledigen. Besonders das Finden passender Kurse für das Learning Agreement und die Suche nach einem Zimmer kamen mir zunächst als größere Hürden vor. Doch nachdem ich ein Gespräch mit unserer Erasmus-Koordinatorin und weiteren Student:innen hatte, konnten wichtige Fragen geklärt werden. Besonders hilfreich erschien mir hier auch die Kontaktsuche zu Student:innen, die bereits für ein Auslandssemester in Rom gewesen sind. An mein WG-Zimmer gelangte ich über eine Freundin, die vor Jahren schon für ihr Erasmus in Rom war und dort noch einige Leute kannte. Ansonsten gibt es Wohnungsportale, bei denen man lediglich aufpassen sollte, dass man nicht übers Ohr gehauen wird.
Während des Aufenthalts
Nicht ausschließlich für die Umwelt, sondern auch, um ein langsameres Ankommen zu haben, fuhr ich mit dem Zug nach Rom. Die Fahrt dauerte circa 14 Stunden und hatte einen Kostenumfang von 110 Euro. In Rom angekommen, hatte ich noch zwei Wochen Zeit, bis die Uni losging, somit konnte ich mich erstmal mit der Stadt vertraut machen, was mir große Freude bereitete. Der erste Einführungstag ermöglichte mir bereits erste Kontakte zu knüpfen, aus welchen glücklicherweise später enge Freundschaften entstanden. Ich zog während meines Auslandssemesters einmal um, was mir sehr gut gefiel, da ich dadurch in zwei verschiedenen Bezirken leben konnte. Die Miete belief sich zunächst auf 500 Euro und danach auf 640 Euro. Allgemein sind die Lebenshaltungskosten vergleichbar zu Deutschland, wobei Supermärkte meist etwas teurer sind. Dafür sind Kaffee und Pizza wiederum sehr preiswert. Meine Freizeit verbrachte ich meist mit meinen Freund:innen, die ich dort kennenlernte, wir fuhren ans Meer, machten Ausflüge und gingen wandern, aßen sehr viel gutes Essen, gingen in Museen und abends gerne mal was trinken.
Nach der Rückkehr
Nun wieder zurück, schließe ich die letzten Schritte meines Erasmus ab, die zum einen aus dem Schreiben des Erfahrungsberichts und dem Einreichen des Confirmation of Stay bestehen. Abschließend kann ich nur allen, die überlegen einen Auslandsaufenthalt zu machen, wärmstens empfehlen, dies zu tun. Es war eine besondere Zeit, die mich um so vieles bereichert hat und die ich jetzt schon sehr vermisse.
Auslandssemester in Innsbruck, Österreich | WS 2025/26
Allgemeines
Ich habe mein Auslandssemester von Oktober bis Februar am Management Center Innsbruck (MCI) absolviert. Bereits im September bin ich nach Innsbruck gezogen, um mich in Ruhe einzuleben.
Das MCI ist eine moderne Hochschule mit starkem Fokus auf Management und Wirtschaft. Leider gibt es dort keine anderen sozialwissenschaftlichen Studiengänge als Soziale Arbeit, was ich persönlich schade fand. Der Unterricht war in Kursblöcken organisiert, die jeweils ein bis vier Wochen dauerten und mit einer Abschlussprüfung endeten. Die Anwesenheitspflicht war recht streng, dafür waren die meisten Dozierenden sehr freundlich, kompetent und engagiert. Ich konnte einiges lernen, auch wenn mir die Hochschule als Ganzes nicht besonders zugesagt hat.
Innsbruck selbst hat mich dagegen sehr begeistert – die Stadt ist aktiv, sportlich geprägt und landschaftlich wunderschön. Die Lage zwischen Bergen, der Nähe zu München und Salzburg und das Stadtbild mit alter Architektur und moderner Infrastruktur machen Innsbruck zu einem tollen Studienort.
Vor der Abreise
Vor der Abreise organisierte ich meine Unterkunft und das Learning Agreement. Eine passende WG fand ich über private Kontakte auf Instagram, wodurch sich die Suche für mich als unkompliziert erwies. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man frühzeitig anfangen, da die Suche in Innsbruck ähnlich aufwändig wie in Berlin ist. Das Learning Agreement war etwas aufwändig, da ich mit mehreren Modulbeauftragten sprechen musste, um passende Kurse zu finden. Da ich zunächst keine genaue Vorstellung davon hatte, wie die Vorbereitung abläuft, war ich anfangs etwas überfordert. Mit etwas Geduld verlief am Ende aber alles reibungslos und ich konnte mir (vsl.) 3 Module anrechnen lassen.
Während des Aufenthalts
Da ich viele Sachen und meine Skiausrüstung mitnehmen wollte, bin ich mit dem Auto einer Freundin nach Innsbruck gefahren. Wer mit dem Zug reist, kann mit etwa 40 bis 80 Euro rechnen, je nach Verbindung und Buchungszeit.
Das MCI vermittelt einen sehr modernen und professionellen Eindruck – das Gebäude ist architektonisch sehr modern, allerdings gibt es keine Mensa, sondern nur Automaten mit Snacks und Kaffee. Dafür hat man von vielen Räumen aus direkten Blick auf die Berge, was eine besondere Lernatmosphäre schafft. Die Studieninhalte waren weit gefächert und teilweise vergleichbar mit denen an der EHB. Durch das Blocksystem war der Kontakt zu Kommiliton*innen intensiver, das Semester war aber in zwei Gruppen aufgeteilt, weshalb ich mit einer Hälfte kaum in Austausch kam – das fand ich schade. Insgesamt waren die Leute jedoch sehr offen und freundlich. Wir waren 5 Erasmus Studierende im Studiengang Soziale Arbeit (3 aus Deutschland, 2 aus Spanien).
Die Lebenshaltungskosten in Innsbruck sind recht hoch. Besonders die Mieten sind sehr hoch und auch Supermärkte wie Mpreis, Billa oder Spar liegen preislich über dem deutschen Durchschnitt. Günstiger einkaufen lässt sich bei Hofer (dem österreichischen ALDI), wo es mittlerweile auch viele vegane Produkte gibt. In Sachen Nachhaltigkeit gab es vonseiten der Hochschule keine besonderen Angebote oder Initiativen, die mir bekannt waren. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass Innsbruck mit kurzen Wegen, guter Busverbindung und Fahrradfreundlichkeit die umweltbewusste Fortbewegung erleichtert. Zur Uni konnte ich laufen, da ich sehr zentral gewohnt habe. In meiner Freizeit habe ich die Nähe zur Natur sehr genossen – Skifahren, Spazieren entlang des Inns und entspannte Nachmittage auf der Nordkette gehörten ebenso dazu wie WG-Tage/Abende, Cafébesuche und Partys in den alten Bahnhofsbögen.
Nach dem Aufenthalt
Mein Fazit fällt insgesamt positiv aus: Innsbruck ist eine tolle Stadt, besonders für alle, die Bergsport und Natur lieben. Auch wenn das MCI fachlich nicht ganz meinen Vorstellungen entsprach, konnte ich viel Neues lernen und wertvolle Erfahrungen im Ausland sammeln. Für mich war es eine bereichernde Zeit – sowohl persönlich als auch akademisch.
Auslandssemester in Málaga, Spanien | WS 2025/26
Allgemeines
Im Wintersemester 2025/26 hatte ich die Möglichkeit, mein Auslandssemester in Málaga, Spanien, verbringen zu dürfen. Dort habe ich an der Universidad de Málaga (UMA) von September bis Februar Soziale Arbeit studiert. Málaga liegt direkt am Mittelmeer an der Costa del Sol und ist gleichzeitig von zahlreichen Bergen umgeben. Mit Spaziergängen durch die engen Altstadtgassen, Schwimmen im Meer und Wandern in der vielfältigen Naturkulisse wird einem in einer Stadt wie Málaga nie langweilig. Ich konnte hier eine Erfahrung voller akademischer und persönlicher Herausforderungen machen sowie unzählige schöne Momente erleben, die ich nicht missen möchte.
Vor der Abreise
Ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung war die Erstellung des Learning Agreements, welches mit der EHB und der UMA abgeschlossen wurde. Dieses dient dazu festzulegen, welche Kurse man im Ausland belegt, wie viele ECTS-Punkte man dafür bekommt und welche Leistungen nach der Rückkehr angerechnet werden. Es ist von Vorteil, sich frühzeitig darum zu kümmern und sich gut mit dem Modulhandbuch auseinanderzusetzen. Ich habe in Málaga Kurse gewählt, die inhaltlich zu meinem Studium der Sozialen Arbeit passen und mich auch persönlich angesprochen haben. Es besteht auch die Möglichkeit, Kurse aus anderen Studiengängen zu wählen. Nach Einreichung des Learning Agreements wurde dieses von der EHB, der UMA und mir unterzeichnet.
Mit der App „Idealista“ habe ich mit meinen zwei Mitstudierenden eine Wohnung in Málaga gefunden. Man sollte jedoch aufpassen, dass man nicht hochgenommen wird, da es leider auch Menschen gibt, die eine Wohnung anbieten, die nicht existiert. Wir konnten uns glücklicherweise durch einen Videocall absichern und eine virtuelle Wohnungsbesichtigung durchführen. Es bietet sich aber auch an, eine Wohnung vor Ort zu suchen.
Während des Aufenthalts
Die UMA ist eine sehr moderne Universität mit einem großen Kurswahlangebot. Für den Studiengang Soziale Arbeit gibt es viele interessante Kurse, welche zur Verfügung stehen, jedoch sind alle auf Spanisch. In Andalusien haben die Menschen einen starken Akzent, und an der UMA sprechen Professor*innen sowie die Studierenden kaum bis kein Englisch. Dies hat es mir sehr schwer gemacht, dem Unterricht zu folgen oder mich mit Einheimischen auszutauschen, was ich sehr schade fand. Ich habe einen Spanischkurs der UMA absolviert; dieser war hilfreich, hat jedoch erst im Oktober begonnen. Einer meiner Mitbewohner kann fließend Spanisch, was eine riesige Hilfe war. Ich würde empfehlen, ein B1-Niveau in Spanisch zu haben oder Kurse auf Englisch aus einer anderen Fakultät zu wählen.
In Málaga kommt man für wenig Geld gut über die Runden, es gibt leckeres Essen, gemütliche Bars und jede Menge zu unternehmen. Am Wochenende bin ich sehr gerne in nahegelegene Städte gefahren, habe verschiedene Orte entdeckt, war am Strand oder in der Natur wandern. Aufgrund der Sprachbarriere habe ich den Unterricht als sehr anspruchsvoll empfunden, weshalb ich sehr froh über die Auszeit am Wochenende war.
Nach der Rückkehr
Auch wenn es nicht immer einfach war, kann ich ein Auslandssemester nur weiterempfehlen. Ich habe viele unglaublich inspirierende Menschen aus verschiedenen Ländern kennengelernt, mehr über mich selbst gelernt und auch zum ersten Mal Heimweh erlebt. Ich konnte mein Spanisch verbessern, Ängste überwinden und wunderschöne Orte besuchen. Ich habe mich dazu entschieden, mir meine bestandenen Kurse nicht anrechnen zu lassen, da ich nicht hundertprozentig zufrieden mit meinen Leistungen bin. Dafür konnte ich die wertvolle Erfahrung sammeln, in einer anderen Sprache zu studieren.
Ich bin sehr dankbar darüber, dass ich ein halbes Jahr in einem anderen Land studieren konnte, und werde diese Zeit niemals vergessen.
Auslandssemester in Málaga, Spanien | WS 2025/26
Allgemeines
Das 5. Semester meines Studiums (Wintersemester 2025/26) der Sozialen Arbeit
verbrachte ich von September bis Februar in Málaga an der UMA (Universidad de
Málaga).
Der Campus erstreckt sich über große Teile der Stadt, wobei sich die Fakultät für Soziale
Arbeit an der Endstation der U-Bahn-Linie befindet. Málaga hat zudem eine angenehme
Größe, da bei einer relativ zentralen Wohnlage nahezu alle wichtigen Orte gut erreichbar
sind.
Die Stadt liegt im Süden des spanischen Festlands und zählt klimatisch zu den
wärmsten Regionen Europas.
Aufgrund dessen ist Málaga stark touristisch geprägt, sodass insbesondere in der
Innenstadt ganzjährig viel Betrieb herrscht. Gleichzeitig ist die Stadt durch ihr gut
ausgebautes Fernverkehrsnetz hervorragend angebunden, so erreicht man
beispielsweise Madrid mit dem Schnellzug in etwa drei Stunden.
Vor der Abreise
Vor der Abreise sind einige organisatorische und bürokratische Schritte zu klären,
darunter das Learning Agreement, die Organisation von Unterkünften in Málaga und
Berlin sowie gegebenenfalls die Bewerbung um ein Stipendium.
Ich hatte das Glück, nicht alleine nach Málaga zu gehen, sondern gemeinsam mit zwei
Mitkommiliton*innen. Für die Zeit vor Ort gründeten wir eine Wohngemeinschaft, was
sich sowohl organisatorisch als auch persönlich als große Unterstützung erwies.
Besonders hilfreich war, dass eine Person aus unserer Gruppe Spanisch sprach.
Dadurch wurden die Wohnungssuche, die Kommunikation mit der Vermietung sowie
der Austausch mit der UMA deutlich erleichtert.
Grundsätzlich ist es sehr empfehlenswert, vorab einen Spanischkurs zu absolvieren und
sich aktiv auf die Nutzung der Sprache vorzubereiten. In Málaga kommt man mit
Englisch im Alltag nur eingeschränkt weiter, weder im universitären Kontext mit
Dozent*innen und Mitstudierenden noch in alltäglichen Situationen wie beispielsweise
beim Einkaufen.
Hinsichtlich der Kurswahl sollte berücksichtigt werden, dass im Bachelorstudiengang
Soziale Arbeit voraussichtlich nicht alle belegten Kurse angerechnet werden können. Es
ist daher durchaus möglich, dass das Semester an der Heimathochschule in Berlin
wiederholt werden muss.
Während des Aufenthalts
Der Einstieg in den neuen Alltag fiel insgesamt sehr leicht. Das sonnige Wetter, ein
insgesamt entspannterer Umgang mit alltäglichen Herausforderungen sowie die gute
Vernetzung mit anderen Erasmus-Studierenden trugen maßgeblich dazu bei.
Verschiedene Kennenlernangebote wie Partys und organisierte Ausflüge durch
Erasmus-Initiativen erleichterten es zusätzlich, schnell Anschluss zu finden. Bis etwa
Mitte November war es zudem noch warm genug, um nach der Uni ans Meer zu gehen
und die Zeit an den Stadtstränden zu genießen.
Mit den sinkenden Temperaturen zeigte sich jedoch ein Problem vieler Wohnungen in
Málaga: Da sie kaum auf Wärmespeicherung ausgelegt sind und unsere Wohnung
weder über eine Klimaanlage noch über eine Heizung verfügte, wurde es im Winter
überraschend kalt. Auf Nachfrage stellte uns unsere Vermieterin glücklicherweise einen
mobilen Heizkörper zur Verfügung. Dennoch würde ich empfehlen, solche
Ausstattungsfragen bereits im Vorfeld zu klären.
Ab Dezember begann die Klausurenphase. Die Themen waren sehr interessant und je
nach Dozent*in bestand teilweise die Möglichkeit, Prüfungen auf Englisch zu schreiben,
obwohl der Unterricht und die vermittelten Inhalte der meisten Kurse auf Spanisch
stattfanden. Darüber hinaus waren mehrere Gruppenarbeiten Teil der
Studienleistungen. Diese absolvierte ich überwiegend mit anderen Erasmus-
Studierenden, da meine Spanischkenntnisse nicht ausreichten, um in
spanischsprachigen Gruppen aktiv mitzudiskutieren und mitzuhalten.
Diese Erfahrung spiegelte sich auch im Alltag wider:
Trotz der Teilnahme am dortigen B2-Sprachkurs, dessen Schwerpunkt vor allem auf
Grammatik und weniger auf mündlicher Kommunikation und Diskussion lag, fiel es mir
schwer, mich ohne ausreichende Sprachkenntnisse wirklich in lokale Gruppen zu
integrieren.
Dank meiner beiden Mitbewohner*innen fühlte ich mich dennoch nie allein.
Gemeinsam organisierten wir regelmäßig Spieleabende und verbrachten viel Zeit mit
anderen Erasmus-Studierenden.
Nach dem Aufenthalt
Zusammenfassend war mein Auslandssemester in Málaga eine sehr bereichernde und
prägende Erfahrung. Besonders das langanhaltend gute Wetter, die spürbare
Gelassenheit im Alltag sowie die gute Anbindung an andere Städte haben es mir
ermöglicht, intensiv in die spanische Kultur einzutauchen und das Leben vor Ort
vielseitig zu erleben.
Gleichzeitig stellte die Sprachbarriere eine wiederkehrende Herausforderung dar,
sowohl im Studium als auch im Alltag. Diese Situationen waren jedoch nicht nur
hinderlich, sondern boten auch wertvolle Lernmomente, an denen ich persönlich
wachsen konnte.
Rückblickend kann ich ein Auslandssemester daher uneingeschränkt empfehlen. Es
bietet die Chance, neue Perspektiven zu gewinnen, Selbstständigkeit zu entwickeln und
interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Dennoch würde ich zukünftigen Studierenden
ans Herz legen, sich möglichst gut sprachlich vorzubereiten, um den Aufenthalt noch
intensiver und integrierter erleben zu können.
Auslandssemester in Málaga, Spanien | WS 2025/26
Allgemeines
Ich habe im Wintersemester 2025/26 von September bis Januar ein Auslandssemester in Málaga (Spanien) absolviert und dort an der Universidad de Málaga (UMA) studiert. Málaga ist eine sehr schöne Stadt und bietet auch in der Umgebung viele Sehenswürdigkeiten. Die Innenstadt ist lebendig und touristisch, mit unzähligen Bars, kleinen Clubs und Restaurants. Außerdem liegt Málaga direkt an der Küste. Besonders bei warmem Wetter sind die Stadtstrände eine tolle Möglichkeit, sich abzukühlen und Zeit am Meer zu verbringen.
Vor der Abreise
Um die Erasmusförderung zu erhalten, musste vor der Abreise das Learning Agreement mit der EHB und der UMA abgeschlossen werden. Dabei geht es darum zu prüfen, welche Kurse im Ausland den Kursen an der Heimathochschule am ehesten entsprechen. Dieser Prozess hat sich bei mir lange hingezogen und wurde erst eine Woche nach meiner Ankunft in Málaga vollständig abgeschlossen. Ich habe mich selbst nicht früh genug darum gekümmert, daher nehmt euch rechtzeitig Zeit dafür, um unnötigen Stress zu vermeiden.
Bezüglich der Kurswahl ist es oft so, dass nicht alle Kurse angerechnet werden können. Teilweise muss man daher ein Semester nachholen oder einzelne Leistungen später erbringen. Am besten bleibt ihr im engen Kontakt mit eurer Studiengangsleitung und schaut euch die Vorlesungsverzeichnisse beider Semester genau an.
Eine Unterkunft kann man über Apps wie Idealista oder über WhatsApp- und Facebookgruppen finden. Ich persönlich würde aber empfehlen, erst vor Ort zu suchen, da man so einen besseren Eindruck von den Wohnungen und der Lage bekommt.
Während des Aufenthalts
Um zur Uni zu gelangen, bin ich etwa eine halbe Stunde mit der Metro gefahren, da der Campus eher am Stadtrand liegt. Die Seminare waren insgesamt in Ordnung und, wie auch in Deutschland, stark von den jeweiligen Dozierenden abhängig.
Ich spreche fließend Spanisch, was für mich ein großer Vorteil war. Besonders die Gruppenarbeiten haben mir Spaß gemacht, weil ich dort viel Spanisch sprechen konnte. Wenn euer Ziel ist, Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen, würde ich empfehlen, für ein ganzes Jahr zu bleiben und mit soliden Spanischkenntnissen zu kommen. Viele Studierende sprechen zwar Englisch, bevorzugen aber Spanisch im Alltag. Ich hatte Glück und habe eine Gruppe von Locals kennengelernt, die sehr offen und lustig waren. Trotzdem habe ich viel Zeit mit anderen Erasmusstudierenden und meinen Mitbewohner:innen (zwei andere Studierende von der EHB) verbracht.
Die Lebenshaltungskosten in Málaga sind insgesamt gut bezahlbar, vor allem für uns als internationale Studierende. In der Innenstadt gibt es viele Bars, Clubs und Freizeitmöglichkeiten.
Nach dem Aufenthalt
Ich persönlich hatte eine sehr schöne Zeit in Málaga, vor allem wegen der im Vergleich zu Berlin viel wärmeren Temperatur. Die Menschen dort habe ich als sehr freundlich und offen erlebt. Ich kann ein Auslandssemester wirklich jedem empfehlen. In dieser Zeit sammelt man viele neue Erfahrungen, lernt Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen kennen, spricht viel Spanisch und entwickelt sich auch persönlich weiter. Jetzt bin ich gespannt, wie reibungslos die Anerkennung meiner Kurse ablaufen wird und hoffe, dass der weitere organisatorische Prozess nicht zu kompliziert wird.
Auslandssemester Nyankpala, Ghana | WS 2025/26
Allgemeines
Das Auslandssemester habe ich an der University for Development Studies (UDS) in Nyankpala in Ghana gemacht. Der Ort ist nahe der Stadt Tamale gelegen, welche die Hauptstadt der muslimisch geprägten Northern Region ist. Das Auslandssemester dauerte drei Monate und somit ein Trimester lang, da die UDS ein Studienjahr in drei Trimester einteilt. Mein dortiger Studiengang hieß „Development Sociology" und war sowohl für Masterstudierende als auch für Doktorand:innen.
Vor der Abreise
Nachdem ich die Zusage für das Auslandssemester und Informationen über die Kursinhalte an der UDS erhalten hatte, habe ich Rücksprache mit den Dozierenden des kommenden Semesters gehalten, um zu besprechen, wie die Anrechnung der Kurse der UDS erfolgen kann. Da ich berufstätig bin, sprach ich mit meinem Arbeitgeber und bat um eine Freistellung für den Zeitraum, die ich glücklicherweise bekam und somit nach der Auslandserfahrung am gleichen Arbeitsplatz weiterarbeiten konnte. Zudem habe ich meinen Wohnraum für den Zeitraum untervermietet. Auch habe ich mich vor der Reise von Bekannten beraten lassen, die bereits in Ghana waren oder aus Ghana kommen. Schließlich habe ich Flüge gebucht, nachdem ich das offizielle Zulassungsschreiben und eine Unterkunftsbestätigung der UDS erhalten hatte. Außerdem habe ich eine Impfberatung sowie eine Beratung zur Malariaprophylaxe wahrgenommen und meine Impfungen angepasst (eine Gelbfieberimpfung ist beispielsweise verpflichtend für die Einreise nach Ghana). Anschließend habe ich das Studierendenvisum beantragt, welches mir bereits kurz nach Einreichung der Unterlagen in der Botschaft in Berlin ausgestellt wurde. Ein paar Wochen vor der Abreise habe ich eine Auslandskranken- sowie Unfallversicherung abgeschlossen, das Learning Agreement unterzeichnen lassen und einige Besorgungen für die Reise gemacht (beispielsweise Mücken abweisendes Spray, leichte helle Kleidung, Sonnencreme etc.).
Während des Aufenthalts
Ab Berlin bin ich über Malaga, Casablanca und Accra nach Tamale geflogen. Es gibt Flüge mit weniger Zwischenlandungen, diese waren jedoch deutlich teurer als der Flug, den ich gebucht hatte, welcher preislich bei ungefähr 650 Euro lag. Zu Beginn wohnte ich in einem Gasthaus in der Nähe des Campus`, da die Kurse erst etwas später beginnen würden und es somit noch keine Notwendigkeit gab, auf dem (noch kaum bewohnten) Campus zu wohnen. In dem Gasthaus gab es fließendes Wasser, einen Kühlschrank, ein Bett sowie Schrank, Tisch und Stuhl. Als das Trimester schließlich losging, zog ich in eine Studierendenunterkunft auf dem Campus, wo ich eine kleine eigene Wohnung hatte. Dort gab es im Eingangsbereich zwei große Wasserbehälter, in der Küche einen Kühlschrank mit Eisfach und einen Gaskocher sowie eine Spüle und einen Hängeschrank. Im Hauptzimmer hatte ich ein Bett und später auch einen Kleiderschrank, einen Tisch und einen Stuhl. Zudem gab es ein kleines Badezimmer, bestehend aus Toilette und Duschvorrichtung, die allerdings kein Wasser beförderten. Wasser wird benutzt, indem es mithilfe eines Seils und eines Eimers aus einem großen Wasserbehälter im Innenhof hochgezogen, oder in 25-Liter-Behältern gekauft wird, sobald das Wasser im Innenhof leer ist. Dieses Wasser kommt von der Ghana Water Company, die das Wasser beispielsweise an Dämmen abfüllt und auf kleinen Wägen durch die Region transportiert. Trinkwasser lässt sich in abgepackten Säcken kaufen und ist ebenso wie das Nutzwasser preiswert für europäische Verhältnisse. Der Ausblick aus dem Zimmer ging nach draußen auf einen Weg, eine Wiese und ein paar Häuser, die einige hundert Meter entfernt waren. Der Ausblick war sehr schön, insbesondere wenn Tiere dort entlangliefen (Kühe, Ziegen, Hunde, Hühner etc.). Nachts hörte ich Grillen zirpen und konnte Glühwürmer beobachten. An allen Fenstern gab es Netze, sodass keine Mücken etc. hineinfliegen konnten.
Der Campus ist der erste und somit älteste Campus der UDS und ist in dem Dorf Nyankpala gelegen. Studierende leben dort gemeinsam mit Einheimischen, die meistens Dagbani sind und oftmals Dagbani jedoch kein Englisch sprechen. Der Campus hat Unterkünfte für Studierende, mehrere Fakultäten, eine Klinik, Restaurants, Supermärkte, Kirchen, Moscheen etc., welche auf dem Gelände verstreut sind. Die Faculty of Social Sciences war fußläufig ca. 25 Minuten von meiner Unterkunft entfernt und ist ein großes altes Gebäude. Da meine Unterkunft etwas dezentral lag, fuhren dort oft keine Transportmittel. Für einen Aufpreis ist es jedoch möglich, Fahrten im Voraus zu vereinbaren und vor Ort abgeholt zu werden. Die Kommunikation bezüglich personalisierter Fahrten und deren Organisation geschieht über Anrufe oder WhatsApp (generell werden hauptsächlich Anrufe und WhatsApp als Kommunikationsdienste genutzt, auch in offiziellen Settings). Ich würde allerdings den Kauf eines gebrauchten Fahrrads empfehlen, da sich die Flexibilität dadurch deutlich erhöht. Der Hauptcampus der UDS befindet sich in Tamale, ungefähr 45 Minuten mit dem Auto oder dem Yellowyellow (Tricycle) entfernt. Yellowyellows lassen sich gut auf dem Campus finden und die Fahrten sind preiswert. Eine Fahrt nach Tamale dauert ungefähr eine halbe Stunde.
Die Studieninhalte gefielen mir sehr gut. Ich fand es spannend, mich mit Soziologie auseinanderzusetzen und viel Neues über die Disziplin zu lernen, insbesondere da meine bisherigen Studienerfahrungen immer an europäischen Hochschulen stattfanden. Zu meiner Überraschung orientierten sich die Studieninhalte zu großen Teilen an europäischen Soziologen und Philosophen wie Marx, Weber und Durkheim. Insgesamt waren wir elf Studierende im Jahrgang, von denen zwei Frauen waren (inklusive mir).
Nachhaltigkeit umzusetzen ist schwierig während eines Aufenthalts in Nyankpala, da die Infrastruktur vor Ort nicht darauf ausgelegt ist. Hausmüll beispielsweise wird selbstständig verbrannt, da er nur in sehr seltenen Fällen und an wenigen Orten abgeholt wird. Eine Möglichkeit ist jedoch, auf Plastiktüten zu verzichten, die bei jedem Einkauf mitgegeben werden.
In meiner Freizeit bin ich ab und an nach Tamale gefahren und habe Lebensmittel etc. besorgt, die es nicht auf dem Campus gab. Auch habe ich das Centre for National Culture in Tamale besucht und bin zweimal zur Red Clay Ausstellung gefahren, die im Umkreis von Tamale liegt. Dort gibt es sogar Führungen durch die Ausstellung, deren Besuch sich lohnt. Beide Orte haben mir sehr gut gefallen und sind kostenlos. Manchmal habe ich mich mit anderen Studierenden getroffen und beispielsweise mit ihnen gekocht und gegessen. Einer meiner Freunde vor Ort spielte in einer Fußballmannschaft, wo ich zum Zuschauen und auch einmal zum Spielen hinging. Die Angebote der Freizeitgestaltung sind allgemein begrenzt, da die meisten Menschen vor Ort nicht genug finanzielle Mittel haben, um sich den Besuch von Veranstaltungen leisten zu können.
Nach dem Aufenthalt
Ich freue mich sehr darüber, dass ich die Möglichkeit hatte, durch mein Studium ein Auslandssemester an der UDS in Ghana machen zu dürfen. Vor Ort konnte ich viel lernen, nicht einzig durch die Studieninhalte. Ich habe gelernt mit den dortigen Herausforderungen des Alltags zurechtzukommen, die beispielsweise durch Hitze, für mich neue Infrastrukturen, die neue Kultur sowie Wasser- und Lebensmittelversorgung ausgelöst wurden.
Mein erstes Auslandssemester in Paris vor wenigen Jahren hat mich glücklicherweise etwas darauf vorbereitet, wie es ist, nicht in der Muttersprache zu studieren und sich in neue (institutionelle) Rahmenbedingungen einzufügen. Im Nachhinein betrachtet bin ich froh darüber, diese und weitere Erfahrungen bereits gemacht zu haben, da sie mir das Integrieren in das neue Umfeld erleichtert haben. Es wäre schön gewesen, wenn weitere Studierende aus der EHB oder Europa zur gleichen Zeit am Campus in Nyankpala studiert hätten. Ursprünglich war dies geplant, wurde jedoch wenige Tage nach Ankunft von den Studierenden abgebrochen. Da ich die einzige Studierende am Campus war, die nicht aus einem afrikanischen Land kam, galt mir viel Aufmerksamkeit und es wäre komfortabler gewesen, dies mit einer Person teilen zu können, die ähnliche Erfahrungen erlebt. Retrospektiv würde ich das Auslandssemester wieder machen und bin dankbar für die Möglichkeiten, die mir durch das Stipendium und den Austausch gegeben wurden. Meine Zeit an der UDS war in jedem Fall unvergesslich und wertvoll.
Auslandssemester in Lissabon, Portugal | WS 2025/26
Vor dem Aufenthalt
Die Vorbereitung auf das Auslandssemester verlief insgesamt gut. Die Organisation von Unterkunft und Learning Agreement war gut machbar, auch wenn sie Geduld, Flexibilität und Eigeninitiative erforderte. Besonders positiv hervorheben möchte ich meine Anreise mit Interrail, die ich bewusst als nachhaltige und zugleich spannende Reiseform gewählt habe. Die Route führte mich von Berlin über Paris Est und Narbonne nach Mérida und schließlich nach Lissabon. Auch wenn die feste Ankunftszeit die Reise etwas stressig machte, habe ich die Erfahrung des langsamen Reisens sehr geschätzt. Rückblickend hätte ich mir für einzelne Zwischenstopps mehr Zeit nehmen sollen. Ab 2026 sollen die Bahnverbindungen weiter ausgebaut werden, was die Anreise zukünftig deutlich erleichtern dürfte. Den letzten Abschnitt habe ich mit einem Flixbus zurückgelegt, der in diesem Fall schneller und komfortabler war als die Bahn.
Während des Aufenthalts
Vor Ort brauchte es zunächst etwas Zeit, bis organisatorische Dinge wie die Metro-Karte und der Studierendenausweis funktionierten. Diese kleinen Anfangshürden ließen sich jedoch gut gemeinsam mit anderen Kommilitoninnen klären und förderten direkt den Austausch unter den internationalen Studierenden. Die ISCTE bot nur wenige englischsprachige Kurse an, wodurch der Kontakt zu portugiesischen Studierenden begrenzt blieb und sich eine ausgeprägte Erasmus-Bubble entwickelte. Gleichzeitig entstand dadurch ein sehr intensiver internationaler Austausch, den ich als bereichernd erlebt habe. Die Lehrform mit zwei Dozierenden pro Kurs war zunächst ungewohnt, bot aber unterschiedliche Perspektiven auf die Inhalte. Insgesamt habe ich die Offenheit vieler Lehrender und Studierender als positiv wahrgenommen.
Die portugiesischen Sprachkurse waren sehr gefragt und entsprechend schnell überfüllt. Auch zeitliche Überschneidungen mit Vorlesungen erschwerten die Teilnahme. Rückblickend würde ich empfehlen, Sprachkurse frühzeitig – idealerweise schon vor Beginn des Semesters – zu organisieren und die Hochschule aktiv auf den Bedarf hinzuweisen. Portugal ist ein äußerst beliebtes Erasmus-Ziel, was die hohe Zahl internationaler Studierender erklärt, gleichzeitig aber auch die begrenzten Kapazitäten der Sprachangebote.
Die Lebenshaltungskosten in Lissabon empfand ich als moderat. Für die Wintermonate ist ein Heizgerät in den Wohnungen sehr empfehlenswert, da diese oft schlecht isoliert sind. Abseits des Studiums boten ESN und ISN ein vielfältiges Freizeit- und Veranstaltungsprogramm mit Städtetrips, kulturellen Angeboten und sozialen Events, die den internationalen Austausch
stark gefördert haben. Darüber hinaus habe ich gemeinsam mit anderen Erasmus-Studierenden selbst organisierte Wanderungen unternommen, unter anderem den bekannten Fisherman’s Trail entlang der portugiesischen Küste – ein absolutes Highlight.
Neben Lissabon habe ich viele Wochenendausflüge in angrenzende Städte unternommen. Auch wenn einige Ziele touristisch geprägt waren, lohnt sich insbesondere die Natur Portugals sehr. Ein besonderes Erlebnis war meine Reise nach Madeira, wo ich beeindruckende Landschaften, Wanderungen und die Vielfalt der Insel kennenlernen durfte. Diese Ausflüge haben meinen Aufenthalt zusätzlich bereichert und mir einen umfassenderen Eindruck vom Land vermittelt.
In meiner Freizeit habe ich die entspannte Atmosphäre Lissabons sehr genossen. Die Kiosques laden dazu ein, draußen zu sitzen, zur Ruhe zu kommen und das Leben zu entschleunigen. Zudem ist Lissabon für mich ein echtes „hidden gem“, was guten und zugleich günstigen Kaffee betrifft. Der Aufenthalt hat mir einen wichtigen Perspektivwechsel ermöglicht und meinen Blick auf Deutschland und mein eigenes Studium von außen geschärft.
Nach dem Aufenthalt
Zusammenfassend kann ich festhalten, dass ich persönlich am meisten von dem Auslandsaufenthalt profitiert habe. Ich konnte mich intensiv auf neue Kulturen, Sprachen und Lebensweisen einlassen. Wie auch im Kurs „Diversity at Work“ thematisiert, habe ich Vielfalt als klar förderlich für Gruppenprozesse und gemeinsame Ergebnisse erlebt. Diese Diversität war mir während des Erasmus-Aufenthalts sehr präsent, auch wenn ich mir stellenweise einen stärkeren Einbezug portugiesischer Perspektiven gewünscht hätte. Insgesamt überwiegen für mich jedoch deutlich die positiven Erfahrungen, die mich sowohl fachlich als auch persönlich nachhaltig geprägt haben.
Auslandssemester in Taichung, Taiwan | SoSe 2025
Allgemeines
Insgesamt habe ich mich vier Monate in Taiwan aufgehalten, wobei drei Monate davon durch Erasmus gefördert wurden und ich einen Monat von mir aus geblieben bin. Während ich in Taiwan war, habe ich meine Masterarbeit geschrieben und einen Mini- Semesterkurs besucht, der über einen Monat ging. Meinen Studienaufenthalt habe ich an der Tunghai Universität in der Stadt Taichung verbracht. An der EHB studiere ich den Master Leitung- Bildung- Diversität. Die Tunghai Universität hat zwar einen Fachbereich für Soziale Arbeit, der Kurs den ich besucht habe, hat allerdings am International College stattgefunden. Dort werden alle Kurse auf Englisch angeboten und der Besuch eines “Mini-Semesterkurses” ist möglich.
Vor der Abreise
Vor der Abreise habe ich mich um die typischen Dinge gekümmert. Die Bewerbung bei der EHB, welche mit einer Bewerbung für eine Erasmus+ Förderung einhergeht, das Learning Agreement, eine Krankenversicherung, Visum etc. Ich dachte zuerst, dass ich kein Visum benötige, wenn ich unter 90 Tage dort bleibe, aber die Tungchai Universität fordert, dass man für seinen Aufenthalt über ein sogenanntes “Visitor Visa” verfügt. Außerdem muss man einen Health Check vorlegen, welchen man vorab in Deutschland, aber auch erst in Taiwan machen lassen kann. Außerdem habe ich mich vor der Abreise natürlich um einen Wohnort gekümmert. Es gibt die Möglichkeit auf dem Campus der Tungchai Universität in einem Studentenwohnheim zu wohnen. Ich kann mir vorstellen, dass das eine coole Möglichkeit ist, um mit seinen Kommiliton:innen nach der Uni Zeit zu verbringen, da die meisten in unmittelbarer Nähe der Uni wohnen. Da ich aber nur für einen Monat zur Tungchai Universität gegangen bin, sie etwas außerhalb ist und man sich das Zimmer zu viert teilt, habe ich mich dagegen entschieden. Das möblierte WG-Zimmer, in dem ich gewohnt habe, habe ich auf Facebook gefunden. Dort gibt es viele verschiedene Gruppen, wie Taichung Rental Housing & Accommodation, in die man seine Suche einstellt und dann angeschrieben wird oder selbst Leute mit entsprechenden Inseraten anschreibt. Vor der Abreise habe ich mir noch einige Impfungen geben lassen, wie gegen Japanische Enzephalitis und mich in die ELEFAND Liste eingetragen.
Während des Aufenthalts
Um nach Taiwan zu kommen bin ich geflogen. Ich denke, je nachdem, wie früh man es bucht, kann man mit Kosten zwischen 700- 1.000€ für Hin- und Rückflug rechnen. Die Uni ist etwas außerhalb gelegen, aber selbst, wenn man im Stadtzentrum (so wie ich) wohnt, braucht man nur zwischen 20- 30min mit dem Bus dorthin. Die Tungchai Universität liegt auf einem sehr großen Gelände. Es gibt sogar einen Bus, der auf dem Campus hin und her fährt, da er so groß ist. Der Campus ist sehr schön und grün mit vielen Bäumen. Es gibt einen First und Second Campus. Auf dem First Campus sind die meisten Fachbereiche, die berühmte Kirche und die meisten Studentenwohnheime. Dort gibt es auch mehrere Mensen, eine Bibliothek und Convenience Stores.
Mein Kurs war auf dem Second Campus. Dort gab es leider keine Mensa, sondern nur einen Convenience Store und eine kleine Bibliothek. Das International College besteht aus einem Gebäude und es fühlt sich ein bisschen wie eine Schule an, da man den meisten Leuten jeden Tag über den Weg läuft. Ich habe einen Kurs über taiwanesische Teekultur besucht. In dem Kurs haben wir über die verschiedenen Anbaugebiete von Tee in Taiwan gelernt, eine Teeplantage besucht, unseren eigenen Tee hergestellt und am Ende als Prüfungsleistung unsere eigene Teezeremonie abgehalten. Meine Kommiliton:innen waren alle sehr nett und haben mich gut integriert. Eine Kommilitonin von mir an der EHB war der Buddy von einem taiwanesischen Austauschschüler, als er von der Tungchai Universität an der EHB sein Auslandssemester verbracht hat. Sie hat den Kontakt zwischen uns beiden hergestellt und er hat mich dann sehr gut in seine Freundesgruppe inkludiert. Das war sehr hilfreich, um Leute kennenzulernen. Generell würde ich sagen, sind die Menschen in Taiwan oder zumindest in Taichung sehr offen sind neue Leute kennen zu lernen und es ist relativ leicht Kontakte zu knüpfen. Es gibt einige Language Exchange Treffen, wie zum Beispiel bei Wan Cha (einer Bar) oder an der Fengchia Universität. Dort kommen viele internationale und taiwanesische Studierende hin und man kann leicht Leute kennen lernen. Es gibt auch eine Badminton Gruppe, die sich quasi von dem Language Exchange bei der Fengchia Universität organisiert. Dort kann man auch super Leute treffen.
Für meine Wohnung habe ich ca. 250€ pro Monat gezahlt. Wohnen ist also deutlich günstiger als in Deutschland. Essen ist auch sehr viel günstiger und es ist normal mehr außerhalb zu essen als selbst zu kochen, da es sehr billig ist. Für Essen habe ich pro Monat 200- 300€ ausgegeben. Kosmetik, Internet und Alkohol haben ähnliche Preise wie in Deutschland.
Nachhaltigkeit in Taiwan umzusetzen ist meiner Meinung nach etwas schwieriger, da der Gebrauch von Plastikbechern und -tüten sehr verbreitet ist und auch kein Aufpreis verlangt wird. Vor allem, da man sich so viel Essen zum Mitnehmen holt, werden schnell sehr viele Plastikverpackungen verbraucht. Mein Tipp wäre, mit seiner eigenen Brotdose hinzugehen und zu fragen, ob das Essen dort hinein gefüllt werden kann. Außerdem ist es in Taiwan verbreitet viel kalten Tee zu trinken und es gibt an jeder Ecke einen Teeshop. Dort kann man sich Tee holen, am beliebtesten ist Schwarztee, und das Level an Süße und Eiswürfeln selbst bestimmen. Dafür werden immer Plastikbecher genutzt. Aber man kann sich einen wiederverwendbaren Becher kaufen und spart damit sogar jedes Mal 10 NT, da die Regierung das so festgelegt hat.
In Taiwan ist es eine sehr verbreitet Tätigkeit zusammen essen zu gehen. Dazu zählt auch, der Besuch von Nachtmärkten. Das sind Märkte unter freiem Himmel, die bis spät in die Nacht geöffnet sind und wo es viele verschiedene Essensstände gibt. Meist kauft man sich kleine Portionen Essen und Trinken an mehreren Ständen und läuft weiter über den Markt während man diese isst. Bei einigen Nachtmärkten kann man auch Spiele spielen, wie an Schießständen und Preise gewinnen. Eine weitere beliebte Freizeitaktivität in Taiwan ist Wandern. Die Natur ist wunderschön und es tut gut und geht relativ schnell, aus der Stadt herauszukommen. Weitere Aktivitäten, die mir Spaß gemacht haben sind Museen und Fotoautomaten besuchen und Karaoke singen. Auch Tempel besuchen ist eine Tätigkeit, der Touristen, sowie Taiwanesen gern nachgehen.
Nach dem Aufenthalt
Die Anerkennung meiner erbrachten Leistungen verlief unkompliziert. Die Tungchai Universität hat mir und dem International Office automatisch ein Academic Transcript gesendet, als das Semester zu Ende war.
Insgesamt würde ich sagen, hatte ich eine der besten Zeiten meines Lebens in Taiwan und würde es in Zukunft wieder genauso machen.
Auslandssemester in Malaga, Spanien | SoSe 2025
Allgemeines:
Ich habe von im Sommersemester 2025 von Februar bis Juli ein Auslandssemester in Malaga (Spanien) absolviert. Ich habe dort an der Universidad de Malaga (UMA) überwiegend Kurse des Studiums Soziale Arbeit belegt (was auch mein Heimstudium ist) und eine sehr besondere und bewegte Zeit gehabt. Malaga zeichnet sich, wie ich finde, vor allem durch eine entspannte Grundstimmung der Leute, viel Sonne und etliche Unternehmungsmöglichkeiten aus. Die schöne Innenstadt ist sehr touristisch mit unzähligen Bars, kleinen Clubs und Restaurants, sowie zahlreichen Museen, vor allem künstlerisch ausgelegt, da es die Geburtsstädte von Picasso ist. Außerdem liegt Malaga an der Küste und bietet bei der sommerlichen Hitze mit den Stadtstränden eine schöne Möglichkeit, um sich abzukühlen und Zeit am Strand zu verbringen.
Vor der Abreise nach Malaga:
Vor der Abreise nach Malaga gibt es einige Stepps, die man machen muss, um das Auslandssemester anzutreten. Nachdem du akzeptiert wurdest, musst du dich auf der Uni-Website der UMA registrieren und hast dann Zugang zu einer Plattform die Algoria heißt, auf welcher du später die Kurse wählst und auch dein Learning Agreement hochlädst. Das Learning Agreement ist ein Dokument, auf dem du versuchst, möglichst ähnliche Kurse an deiner Partneruni zu finden, damit sie auch in deinem Studium an der EHB anerkannt werden können. Das muss dann sowohl von der EHB, als auch von der Partnerhochschule unterschrieben werden und dieser Prozess nimmt auf jeden Fall einiges an Zeit in Anspruch, deshalb lohnt es sich so früh wie möglich damit anzufangen. Allgemein kann ich wirklich empfehlen, sich schon vorher viel mit allem auseinanderzusetzen, da man dann organisierter in das Auslandssemester starten kann und es alles weitere erleichtert (es geht aber auch chaotisch, aus eigener Erfahrung). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wohnungssuche, da Malaga ein begehrter Ort ist und dementsprechend auch der Wohnungsmarkt immer knapp ist. Viele suchen ihr Zimmer oder Wohnung über Idealista und in WhatsApp Gruppen, aber es ist auf jeden Fall wichtig aufzupassen und nicht voreilig etwas zu bezahlen usw., da auch viel verarscht wird. Eine gute Möglichkeit ist Leute zu kontaktieren, die schon ein Semester dort waren und schon Kontakte zu Vermietern haben. Sonst haben es auch einige so gemacht, dass sie hingefahren sind und sich erstmal ein Hotel oder Airbnb gebucht haben, um vor Ort eine Wohnung zu suchen, damit man sich diese direkt anschauen kann.
Während des Aufenthalts:
Ich habe schlussendlich in Malaga mit zwei anderen Erasmusstudenten in einer WG gewohnt. Beide waren sehr nett, einer kam aus der Slowakei und die andere aus Italien und wir haben auch öfters Sachen zusammen unternommen und auch im Alltag in der WG lief es sehr reibungslos ab. Ich musste von dort ca. 30 min zu meinem Campus fahren (Teatinos heißt der), was aber nicht schlimm war, da man dafür nah an der Innenstadt gewohnt hat, was ich viel wichtiger fand, da man flexibler für die Unternehmungen ist. Die Vorlesungen an der UMA waren in Ordnung, aber ich fand es vor allem relativ schleppend, weil es durchgängig Frontalunterricht war, auch mit wenig Nachfragen zur Meinung der Studierenden zu Themen. Trotzdem war es interessant in einem anderen Land mit den dort wohnenden zu studieren. Meine Spanischkenntnisse waren ziemlich begrenzt und vor Ort konnte fast keiner der spanischen Studierenden oder Dozenten, sowie Universitätsmitarbeitenden Englisch sprechen, was dann auch die Kommunikation dementsprechend erschwert hat. Das hat auch die Problemlösung bei administrativen Problemen erschwert, da auch im zuständigen Sekretariat meiner Fakultät niemand Englisch sprechen konnte. Auch deswegen habe ich wenig Kontakte zu Leuten, die aus Malaga kommen, geknüpft und Freundschaften vor allem mit anderen Erasmus Studierenden entwickelt. Es gibt einige Organisationen für Erasmusstudierende, die Unternehmungen, wie Trips, Partys oder z.B. Stadttouren anbieten und sind eine gute Möglichkeit, um andere Erasmusstudierende kennenzulernen. Ich habe viele großartige Menschen und gute Freunde kennengelernt und außerhalb der Uni sehr viele Trips in die Natur oder andere Städte unternommen und viel Zeit am Strand verbracht. Außerdem bietet es sich sehr an auch nach Marokko oder Portugal zu reisen, was auch Highlights meines Auslandssemesters waren.
Fazit/ Nach dem Aufenthalt:
Also erstmal zu meiner Erfahrung insgesamt. Für mich war es eine der schönsten Zeiten meines Lebens und eine besondere und einzigartige Erfahrung. Das Auslandssemester hat mir die Möglichkeit gegeben als Mensch zu wachsen und gleichzeitig viel Spaß zu haben. Man kommt in eine komplett neue Situation in einem anderen Land, zu Beginn auch ohne Bezugspersonen und muss dazu noch studieren auf einer anderen Sprache. Das stellt einen vor neue Herausforderungen, an denen man schon fast automatisch wächst. Dazu kommt, dass alle anderen Erasmusstudierenden auch dort sind, um neue Menschen kennenzulernen und eine gute Zeit zu haben. Das, in Kombination mit der schönen Stadt Malaga und den ganzen Möglichkeiten relativ schnell in große Teile von Spanien, Portugal oder Marokko reisen zu können, verspricht auf jeden Fall eine besondere Zeit. Ich habe auch Leute kennengelernt für die das Auslandssemester zum Teil eine große Herausforderung war, aber trotzdem kann ich jedem empfehlen sich diese Erfahrung zu ermöglichen und zu versuchen so offen und mutig wie möglich an das Auslandssemester heranzugehen, denn man wächst auf jeden Fall daran. Ich habe alle möglichen Menschen aus verschiedenen Ländern kennengelernt, konnte mein Spanisch verbessern, viele neue Erkenntnisse über meine eigene Person machen und das in einer schönen Stadt mit zahllosen schönen Erinnerungen.
Auslandssemester in Lissabon, Portugal | SoSe 2025
Im Januar begann meine langersehnte Reise nach Lissabon. Ich habe von Anfang Februar bis Ende Juni an der ISCTE in Lissabon studiert. Das Sommersemester ging dort schon früher los, da ab Juli aufgrund der heißen Temperaturen das Studieren umgangen wird. Der Januar war somit für mich sehr stressig, da ich noch Veranstaltungen an der EHB hatte und mich zeitlich für den Umzug nach Portugal vorbereiten musste. Ich absolvierte dort mein viertes Semester im Master Beratung Soziale Arbeit. Die Organisation vor der Abreise war für mich persönlich etwas nervenaufreibend, da es zu viele Bewerberinnen für Lissabon gab und nur ein Platz für dieses Semester. Demzufolge wurde die Studierende ausgelost. Hierbei hatte ich bei der Losung großes Glück und konnte nun mit den Vorbereitungen beginnen. Meine Unterkunft bekam ich über die Website „Uniplaces“. Hierbei zahlt man bei der Buchung eine Gebühr, um abgesichert zu sein, falls die Wohnung nicht so ist, wie man es sich vorstellt. Wenn man direkt bei einer Hausverwaltung in Lissabon nachfragt, bekommt man auch Zimmer ohne diese Gebühr angeboten. Während meines Aufenthalts mietete ich ein Zimmer bei „Bem Estate Management“. Da ich im Winter kam, waren die Zimmer noch etwas günstiger. Im Sommer werden die Zimmerpreise jedoch stark erhöht. Die Erstellung meines Learning Agreements hat gut aufgrund der Zusammenarbeit mit Frau Reith und dem International Office an der ISCTE funktioniert. Auch waren viele Absprachen mit meinen Dozentinnen in Deutschland nötig. Zwei Module wollte ich mir anrechnen lassen. Am dritten Modul konnte ich online von Portugal teilnehmen. Meine Dozentinnen haben mich sehr unterstützt, da ich die erste im Master Beratung war und alle mir diese Chance ermöglichen wollten.
Ich war bei der Hanse Merkur versichert über die Zeit meines Aufenthalts. Die Wartezeit der Rückzahlung der entstandenen medizinischen Kosten dauerte etwas an, hat jedoch funktioniert. Die Universität ISCTE liegt sehr zentral in Lissabon. Sie wirbt mit ihren vielen internationalen Studierenden aus aller Welt und ist eine gute Wahl für mein Erasmus gewesen. Sie hat fünf verschiedene Fakultäten, welche sich zum größten Teil alle auf dem Campus befinden. Ich belegte die meisten Kurse an der Fakultät für Sociology and Public Policy. Die Studieninhalte waren dementsprechend soziologisch sowie psychologisch ausgelegt. Viele der Prüfungsleistungen waren Gruppenarbeiten. Aber auch schriftliche Prüfungen musste ich in zwei Kursen ablegen. Diese haben mich zu Beginn etwas verunsichert, waren im Nachhinein aber gut zu meistern. Die Inhalte waren sehr theoretisch, Praxisinhalte verglichen mit der EHB gab es kaum. Viele meiner Kurse wurden nur von internationalen Studierenden belegt, so war eine Durchmischung und ein Kennenlernen mit Einheimischen eher schwieriger. Die ISCTE hat jedoch mehrere Events veranstaltet, wo der Kontakt mit den portugiesischen Studis einfacher war. Ich belegte einen Portugiesisch-Sprachkurs direkt an der Universität. Hier kamen jedoch Kosten von 180 Euro dazu. Gelohnt hat sich dieser für nur einige Basics, welche man jedoch auch über eine kostengünstigere App genauso gut hätte lernen können. Die Lebenshaltungskosten sind mit Deutschland gleichzusetzen. Das Erasmus-Geld reichte für mich hierfür leider nicht aus, da ich sehr aktiv war und auch regelmäßige Ausflüge in andere Städte machte. Ohne vorherige Ersparnisse oder andere finanzielle Unterstützungen ist Lissabon meiner Meinung nach nicht geeignet. In meiner Freizeit war ich bei gutem Wetter am liebsten am Strand, in den vielen Parks und in Cafés unterwegs. Allgemein war ich sehr aktiv und bin viel gelaufen. Die vielen Hügel haben einen zu Beginn herausgefordert, aber mit der Zeit wurde man fitter. Die Erasmus-Veranstaltungen waren sehr auf Party und eine gewisse Trinkkultur ausgelegt. Dies hat mir leider nicht wirklich gefallen, da viele Studierende deutlich jünger waren und die Veranstalter*innen meiner Meinung nach sehr unsensibel mit dem Thema umgingen. Somit nahm ich nur in den ersten Wochen an diesen Veranstaltungen teil. Meine Anerkennung ist noch nicht abgeschlossen, ich bin jedoch optimistisch, dass dies alles zu meinen Gunsten ausfällt. Das Transcript of Records habe ich erst bekommen, nachdem der Sprachkurs und die 30 Euro Bearbeitungsgebühr bezahlt wurden.
Nachhaltigkeit umzusetzen ist in Lissabon relativ einfach, gerade was den öffentlichen Nahverkehr angeht. Dieser ist für alle Menschen unter 23 Jahre kostenlos. Ich habe monatlich 40 Euro für die Nutzung der Transportmittel gezahlt. Dies war für mich ein fairer Preis, hier kam ich mit diesem Ticket auch an viele andere Orte wie Sintra oder Setúbal. Auch Flixbus ist sehr günstig. Lissabon ist geprägt von der Gentrifizierung. Gerade für Einheimische ist es in der Großstadt geradezu unmöglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Der Einfluss von digitalen Nomad*innen oder kurzfristigen Aufenthalten von internationalen Studierenden verstärkt diese Entwicklung. Aufgrund dessen habe ich mich auch als Teil des Problems gesehen. Für mich war es wichtig, dieses Privileg, welches wir durch die Auslandserfahrung erhalten, sensibel zu betrachten. Portugal ist perfekt für Erasmus, denn es bietet den perfekten Mix aus verschiedenen Kulturen, einer offenen internationalen Community und einer perfekten Lage, um Ausflüge und Reisen zu organisieren. Jedoch liegt es auch in der Verantwortung, respektvoll und sensibel im Gastland aufzutreten und sich über bestehende politische Probleme zu informieren und gegebenenfalls mit seinem Verhalten entgegenzuwirken. Ich kann jedem ans Herz legen, während des Studiums ins Ausland zu gehen. Auch wenn die Studieninhalte zunächst nicht exakt passen, kann es immer eine Lösung geben. Für die neuen Freundschaften und Erinnerungen bin ich umso dankbarer.
Auslandssemester in Prag, Tschechien | SoSe 2025
Erfahrungsbericht: Erasmussemester in Prag – Sommersemester 2025
Mein Erasmussemester im Sommer 2025 führte mich –
nach einigen Komplikationen – in die tschechische Hauptstadt Prag, wo ich vier Monate – von Anfang Februar bis Mitte Juni – an der renommierten Charles University, genauer gesagt an der Hussitischen Theologischen Fakultät, studierte. Im Rahmen meines Bachelorstudiums der Sozialen Arbeit konnte ich so zahlreiche akademische, kulturelle und vor allem persönliche Erfahrungen sammeln.
Die Vorbereitungen für das Semester begannen etwas kurzfristig, letztlich hat aber alles gut funktioniert. Besonders erleichternd war, dass ich mich bei der Anmeldung an der Universität direkt für einen Wohnheimplatz bewerben konnte. Die Zusage kam schnell, und so war meine Unterkunft bereits vor der Anreise gesichert. Ich wohnte in einem Wohnheim am Stadtrand, das mit Doppelzimmern einfach ausgestattet, aber funktional war.
Die Organisation des Aufenthalts war in Teilen jedoch auch mit Herausforderungen verbunden. Die Kommunikation mit der Gasthochschule und das Ausfüllen des Learning Agreements erfolgten recht kurzfristig und waren teilweise stressig, da viele Rückfragen entstanden und die Abstimmung mit verschiedenen Stellen nötig war. Dennoch hatte ich sowohl in Deutschland als auch in Prag das Glück, auf hilfsbereite Ansprechpartner*innen zu treffen, die mir bei Unsicherheiten weiterzuhelfen versuchten. Auch versicherungstechnisch war alles unkompliziert, da ich über die Familienversicherung abgesichert war und keine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abschließen musste.
Für die Anreise entschied ich mich für eine umweltfreundliche und komfortable Zugfahrt von Berlin nach Prag. Die Strecke dauerte nur etwa vier Stunden, kostete ungefähr 35 Euro und führte durch das landschaftlich reizvolle Elbtal und Elbsandsteingebirge – ein wirklich schöner Einstieg in das Auslandssemester. In Prag angekommen, war ich zwar etwas überwältigt von den vielen neuen Eindrücken, aber gleichzeitig sofort von der Atmosphäre der Stadt begeistert: historische Gebäude, lebendige Straßencafés, eine vielfältige Kulturszene und gleichzeitig das Gefühl, in einer kleineren Version von Berlin zu sein.
Die Charles University zählt zu den ältesten und angesehensten Universitäten Europas. Trotz ihrer Größe war sie insgesamt gut organisiert, und die historischen Gebäude in der Stadtmitte sind absolut sehenswert. Meine Fakultät – die Hussitische Theologische Fakultät – war eine der kleinsten und lag etwas außerhalb des Stadtzentrums. Dort gab es nur wenige Kurse auf Englisch und keine dezidierte Fachrichtung für Soziale Arbeit. Durch die
Unterstützung vor Ort und die Möglichkeit, einzelne Kurse an der sozialwissenschaftlichen Fakultät zu belegen, konnte ich mein Erasmussemester dennoch wie geplant durchführen. Insgesamt belegte ich sechs Kurse, die thematisch sehr unterschiedlich, aber durchweg spannend waren. Ich besuchte unter anderem Seminare zu Kindheitspädagogik, Ethik und Philosophie sowie zu qualitativer und quantitativer Forschung und berühmten Sozialstudien.
Das akademische Arbeiten in Prag unterschied sich deutlich von dem an meiner Heimathochschule – es gab umfangreiche Pflichtlektüren, zum Teil wöchentliche schriftliche Abgaben und mehrere Präsentationen. Die Lehrenden waren jedoch sehr zugänglich, freundlich und stets bereit, bei Fragen oder Schwierigkeiten zu unterstützen, sodass das Lernen und Studieren Spaß machte und gut funktionierte.
Mein soziales Umfeld war vielfältig und international geprägt. Zwar hatte ich durch Universität und Wohnheim regelmäßigen Kontakt zu tschechischen Studierenden, den Großteil meiner Freizeit verbrachte ich jedoch mit einer Gruppe anderer Erasmus-Studierender aus ganz Europa. Gemeinsam unternahmen wir viel: Wir erkundeten die Stadt, lernten und kochten zusammen, unternahmen einen Wochenausflug nach Budapest – in die Heimatstadt eines unserer Freunde –, machten zahlreiche Wanderausflüge in die Wälder rund um Prag und verbrachten viele Nachmittage und Abende miteinander.
Meine Freizeit nutzte ich intensiv, um Prag und die Umgebung kennenzulernen. Neben dem Studium verbrachte ich viel Zeit in Parks, an der Moldau oder in meinen Lieblingscafés – zum Lernen oder Entspannen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die vielen Ausflüge sowie das gemeinsame Kochen und Zusammensein im Wohnheim.
Auch finanziell war der Aufenthalt gut machbar: Mein Wohnheimplatz kostete rund 200 Euro im Monat, und auch die Lebenshaltungskosten – etwa für Wocheneinkäufe bei Billa oder Lidl – waren im Vergleich zu Deutschland etwas günstiger. Ein besonders praktischer und nachhaltiger Aspekt war das hervorragend ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz in Prag: Metro, Straßenbahnen und Busse
fahren regelmäßig und zuverlässig. Mit dem günstigen Studierendenticket konnte ich mich meist schnell und umweltfreundlich in der Stadt bewegen. Auch im Wohnheim wurde auf Nachhaltigkeit geachtet, etwa durch konsequente Mülltrennung. Insgesamt empfand ich es als leicht, in Prag umweltbewusst zu leben – nicht zuletzt, weil die Stadt viele grüne Orte bietet und das Auto praktisch überflüssig ist.
Rückblickend war mein Erasmussemester in Prag eine einzigartige und prägende Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich habe viel dazugelernt, bin persönlich gewachsen, habe viele tolle Menschen und Freunde kennengelernt und mich in Prag zu Hause gefühlt. Die Mischung aus kultureller Vielfalt, historischem Charme, lebendigem studentischen Alltag und einer guten Portion Abenteuerlust hat das Semester zu einer unvergesslichen Zeit gemacht. Ich kann ein Erasmussemester in Prag jedem empfehlen, der Lust hat, Neues zu entdecken und während eines Semesters viele bereichernde Erfahrungen zu sammeln.
Auslandssemester in Lissabon, Portugal | WS 2024/25
Vor dem Aufenthalt
Schon vor Start meines Studiums war mir klar, dass ich ein Auslandsemester machen will. Ich war neugierig auf das Leben in einem anderen Land, auf das Lernen einer weiteren Sprache und darauf mich selbst noch weiter zu entdecken. Meine Entscheidung fiel sehr schnell auf Lissabon, da es alle meine Kriterien erfüllte: eine Stadt in einem Land in Europa, dass auch ohne Flugzeug erreichbar ist, dass südlicher und am Meer gelegen ist, da ich mich nach mehr Wärme im Winter sehnte und dessen Sprache ich noch nicht beherrschte. So bewarb ich mich an der Iscte - Instituto Universitário de Lisboa für ein Erasmussemester von September bis Ende Januar. Obwohl mein geförderter Aufenthalt dann endete, entschied ich mich sehr früh schon noch bis April zu bleiben, da ich mich so sehr in diese Stadt und mein Leben dort verliebt hatte.
Ich studiere Soziale Arbeit und war, glaube ich, die erste Person im Bachelor von der EHB, die an der Iscte war. Da man diesen Studiengang dort nur auf Portugiesisch absolvieren konnte, habe ich nur zwei Soziale Arbeit Seminare belegt und ansonsten einen Soziologie Kurs, einen Politikkurs und Sprachkurse gewählt. Das Einschreiben und die Kurswahl erfolgte über das Portal Fenix, und war größtenteils unkompliziert, dazu waren die Mitarbeitenden des International Office der Iscte sehr hilfsbereit und lieb.
Vor meiner der Abreise habe ich einen Portugiesisch-Sprachkurs an der HU gemacht, konnte diesen jedoch leider nicht beenden aufgrund von Prüfungsüberschneidungen mit meinen Seminaren an der EHB. Mit dem Fertigstellen der Erasmus Unterlagen und dem Learning Agreement war ich später dran, weil die Kurswahl etwas länger gedauert hat, aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten. Eine Unterkunft habe ich im Juli über eine Studierende des LBD Masters von der EHB gefunden, das war recht schnell in trockenen Tüchern. Versicherung habe ich glücklicherweise keine neue gebraucht.
Während des Aufenthalts
Die Iscte hat einen großen Campus an dem fünf verschiedene Fakultäten sitzen (ich habe Kurse an der School of Sociology and Public Policy belegt) mit knapp 15.000 Studierende, mehreren Bibliotheken, mehreren Mensen. Diese hatten alle unterschiedliches Essensangebot und Preisklassen, von Backwaren über Salaten zu vollen Mahlzeiten. Ein großes Highlight für mich war, dass man für nur 3,00€ Wasser/Eistee, eine Suppe, einen Hauptgang (vegetarisch/vegan, Fisch, Fleisch) und Nachtisch erhielt; man kann aber auch bis zu 8€ ausgeben, je nachdem wie luxuriös das kulinarische Bedürfnis war.
In den zwei Soziale Arbeit Seminaren, die auf Portugiesisch gehalten wurden, fiel mir am Anfang der Einstieg etwas schwerer. Trotz des begleitenden Sprachkurses und meinen Sprachkenntnissen in Spanisch, verstand ich vielleicht 30% des Inhalts. Hier half mir das englische Skript sehr, aber auch die Dozentinnen waren beide sehr bemüht uns (mich und noch zwei andere Erasmusstudierende) in die Diskussionen mit englischen Fragestellungen einzubinden. Die Prüfungsleistungen konnten zum Großteil auf Englisch abgelegt werden. Im Laufe des Semesters besserte sich mein Verständnis der Portugiesischen Sprache und somit wurde es etwas einfacher. Derzeit setzen sich auch einige Dozierende für Kurse der Sozialen Arbeit auf Englisch ein, was mich für zukünftige Erasmusstudierende sehr freut. Was die anderen Kurse anging, fand ich alle Thematiken spannend, von den Dozierenden konnten mich manche mehr, manche weniger begeistern. Alles in allem bin ich jedoch sehr zufrieden mit meinem Semester an der Iscte und der zum Beispiel anderen Herangehensweise an Prüfungsleistungen.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Auslandstudent:innen nahm ich selbst an keinen spezifisch für Erasmusstudierende ausgelegten Veranstaltungen teil, da ich mich lieber mit Personen, die in der Stadt leben in Verbindung setzen wollte. Lissabon ist eine sehr multikulturelle Stadt mit vielen verschieden Möglichkeiten. Musikveranstaltungen jedes Genres, Museen, große Parks, das Meer, wunderschönen Cafés und Restaurants verschiedener Cuisine, Clubs, Kulturstätten und so vieles mehr. Meine Kreise habe ich größtenteils über das Tanzen gehen, die Kreative- und Queere Szene kennengelernt. Lissabon vereint viele verschieden Kulturen und so durchmischt sind auch meine Freund*innen. Menschen aus jedem Winkel der Welt sowie auch Personen, die in und um Lissabon herum aufgewachsen sind. Durch den Kontakt zu diesen, die schon längere Zeit in Lissabon leben oder sogar dort geboren und aufgewachsen sind, lernte ich die Stadt von Beginn an aus einem sehr authentischen Blickwinkel kennen, verbrachte wenig Zeit an Sehenswürdigkeiten und touristenüberfüllten Orten. Stattdessen ging ich viel Surfen, Bouldern und Basketball spielen und traf mich mit Freund*innen, aber eine meiner Lieblingsbeschäftigungen über die gesamte Dauer meines Aufenthaltes war stundenlang durch die Stadt und am Tejo entlang zu spazieren, immer wieder die gleitenden Aussichten von den Miradouros (Aussichtspunkten) zu leckerem Gebäck und Kaffee aus einer „Pastelaria“ (Bäckerei) zu genießen und in dem warmen, weichen, portugiesischen Lebensgefühl zu baden.
Lebenserhaltungskosten und Mobilität
Meine Miete betrug 530€, ein Betrag, mit dem man vermutlich auch rechnen sollte. Es gibt sowohl billigere als auch teurere Optionen. Lissabon fällt leider auch mehr und mehr der Gentrifizierung zum Opfer. Portugiesische Bürger:innen werden immer weiter aus dem Kern der Stadt gedrängt, der mittlerweile von Menschen dominiert wird, die nicht für ein portugiesisches Gehalt arbeiten, Wohnungen aufkaufen, renovieren und vermieten. In der Altstadt – Alfama – reiht sich mittlerweile ein AirBnB an das Nächste, was der Stadt an manchen Orten auch etwas den Charme raubt. Auch Themen wie Altersarmut und Wohnungsinstandsetzung bzw. -qualität sind Themen, mit denen ich über die Zeit meines Aufenthalts konfrontiert war.
Abgesehen davon waren Einkäufe in den Supermarktketten ähnlich preiswert wie in Deutschland, jedoch Produkte in sogenannten „Fruterias“ waren sehr viel billiger und auch oftmals regional. Auch Cafés und Restaurant sind unter dem deutschen Durchschnitt.
Als unter 23-jährige Person hatte ich Anspruch auf einen kostenlosen Beförderungspass des öffentlichen Nahverkehr Unternehmens „Navegante“. Diese Karte bekommt man jedoch nur unter Vorlegen einer portugiesischen Steuernummer der sog. „NIF“, die man mit etwas Umstand von einem Bezirksamt erwerben kann, kostenlos – mit stundenlanger Wartezeit oder gegen einen Preis von 50€, digital. Mit diesem Pass kann man alle Trams, Busse und die vier Metrolinien, als auch Züge betrieben von „Comboios“ auf der Cascais Line, nach Sintra, etc., sowie die verschiedenen Fährverbindungen über den Tejo, nutzen. Busse und Trams waren eher weniger verlässlich, jedoch hat mir das nie viel ausgemacht, da ich mich ansonsten entweder auf Gira, den elektrischen Fahrrädern (Jahrespass mit NIF bei 25€), mit sehr billigen Uber/Bolt Fahrten oder zu Fuß bewegt habe. Dies war für mich auch ein sehr großer Vorteil von Lissabon, dass ich aufgrund der geringeren Größe viele Strecken zu Fuß erledigen konnte.
Nach dem Aufenthalt
Den Transcript of Records erhielt ich nach Semesterende über das Online-Portal Fenix und mit der Anerkennung an der EHB klappte alles recht reibungslos, bis auf verzögerte Rückmeldung von einer der modulverantwortlichen Personen. Meine belegten Seminare wurden mir jedoch inklusive Prüfungsleistung anerkannt.
Fazit
Meine Erfahrung im Auslandsemester war einzigartig und bereichernd auf sehr vielen Ebenen. Das Studienerlebnis war ein anderes als in Deutschland, dass es allgemein anspruchsvoller war, würde ich nicht behaupten, der Arbeitsaufwand war jedoch mehr auf das gesamte Semester verteilt. Lissabon war für mich – vor allem für das Wintersemester – die perfekte Wahl und ich würde jederzeit dorthin zurückgehen. Ob kurzfristig oder auf Dauer, weiß ich noch nicht.
Auslandssemester in Lissabon, Portugal | WS 2024/25
Vor der Abreise
Ich studiere den Master Leitung-Bildung-Diversität an der EHB mit Schwerpunkt Flucht und Migration und war für ein Semester an der ISCTE in Lissabon. Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Lissabon, aber ich weiß nicht, ob ich mich nochmal für ein Erasmus an der ISCTE entscheiden würde.
Mit Frau Reiths Hilfe war es relativ einfach sich für das Auslandssemester in Lissabon zu bewerben. Da der Master erst zum Sommersemester startet war der Bewerbungszeitraum für mich sehr kurz (5 bis 10 Tage). Probleme entstanden erst kurz vor meiner Abreise, als klar wurde, dass ich das Pflichtmodul meines Masters (C8) nicht im Ausland belegen kann und, falls die Dozierenden mich nicht Ersatzleistungen erbringen lassen, ich ein Jahr länger studieren muss. Glücklicherweise war es möglich die Kurse entweder online zu besuchen oder anderweitig ECTS zu bekommen. Trotzdem ist es schwierig Studierende für ein Auslandssemester zu ermutigen, wenn das mit dem Studienverlauf so nicht möglich ist.
Ich habe vor meiner Abreise eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen und von Frau Reith den Kontakt der Person bekommen, die im Sommersemester in Lissabon war. Sie konnte mir alle Fragen beantworten und hat mir auch ihr Zimmer empfohlen/ den Kontakt vermittelt.
Während des Aufenthalts
ISCTE
In Lissabon gibt es mehrere Universitäten und Hochschulen. Eine davon, bzw. die Partnerhochschule der EHB ist die ISCTE im Norden von Lissabon. Sie ist von der Größe her relativ überschaubar und man findet sich schnell zurecht. Nervig ist, dass sie in der Einflugschneise des Flughafens liegt und es deshalb während der Kurse oft zu Fluglärm kommt. Die Mensa und die verschiedenen Cafeterien sind super, es gibt Belegte und ein Mittagsmenü für 3 Euro. Die Lehre an der ISCTE ist durchwachsen. Ich hatte Kurse, bei denen ich wirklich nichts Neues lernen konnte und Kurse, deren Anspruch weit über dem liegt, was ich aus Deutschland kenne. Das liegt oft mit der Vergabe der ECTS zusammen, denn es gibt an der ISCTE zwei Arten die ECTS eines Kurses zu bekommen. Entweder man schreibt am Ende des Semesters eine Klausur, die 100% der Note ausmacht, oder man gibt mehrere Leistungsnachweise über das Semester ab. Tatsächlich wird einem sowohl von Kommiliton*innen als auch von Studierenden von den finalen Klausuren abgeraten, da ein Kurs mehrmals von verschiedenen Lehrenden angeboten werden kann und es am Ende dann eine Klausur für alle Kurse gibt, es also sein kann, dass Dinge drankommen, die im eigenen Kurs nie besprochen wurde. Ich habe dementsprechend in meinen vier Kursen die Benotung über das Semester gemacht. Dazu gehört eine Anwesenheitspflicht, bei der nur zwei Fehlstunden geduldet werden und die durch ein Einstempeln mit der Studierendekarte am Stundenanfang- und ende nachgeprüft wird. Darüber hinaus müssen je nach Kurs wöchentliche Abgaben, Referate, Gruppenarbeiten, kleinen Klausuren und mehr abgegeben werden. Alle diese Abgaben müssen bestanden werden, sonst muss der*die Studierende am Semesterende die „große“ Klausur schreiben. Im Nachhinein habe ich mich teilweise geärgert nicht die Semesterendsklausur geschrieben zu haben, weil ich der Meinung bin, dass der Zeitaufwand für die Abgaben unter dem Semester wesentlich höher ist als eine Klausur am Ende.
Die ISCTE bietet Portugiesisch Kurse an, allerdings kostet ein Kurs (beispielsweise A1.1) 180€! Daher empfehle ich bereits im Vorhinein Kurse an einer Volkshochschule in Deutschland zu machen. Diese sind sowohl online als auch in Präsenz möglich und ich habe beispielsweise nur 60€ gezahlt. Aber Vorsicht ist geboten bei der Sprachauswahl: Brasilianisches Portugiesisch und Europäisches Portugiesisch ist nicht dasselbe!
Lissabon, Lebenserhaltungskosten und Miete
Lissabon ist die Hauptstadt Portugals und sehr beliebt bei Tourist*innen und Expats. Auch wenn Lissabon architektonisch wirklich schön ist, habe ich mich dort nicht super wohlgefühlt. Durch die vielen Internationals (sowohl Studis als auch viele Digitial Nomads) hatte ich das Gefühl, dass die Stadt ihre Seele verloren hat. Man begegnet überall Deutschen und es ist relativ schwer Menschen aus Portugal kennenzulernen. Die Stadt ist auf Grund der vielen Internationals, die oft remote arbeiten und deshalb mehr verdienen als den portugiesischen Mindestlohn (4,85 im Januar 2024), nicht mehr erschwinglich für Portugies*innen. Sie leben oft am Stadtrand, während Erasmus Studierende oder Expats im Zentrum wohnen. Das liegt auch daran, dass es an bezahlbarem Wohnraum mangelt: Alle Studierenden, die ich kennengelernt habe, wohnen in WGs bei denen Firmen einzelne Zimmer vermieten. Ich habe 450€ gezahlt, was im Vergleich günstig ist. Zumindest die restlichen Lebensunterhaltungskosten sind gut zu meistern: Bars und Restaurants liegen unter dem deutschen Durchschnittspreis und es gibt Obst-/Gemüseläden, bei dem man sehr günstig und lecker einkaufen kann.
Die öffentlichen Verkehrsmittel in Lissabon sind ausbaufähig: es gibt viele Busse, die oft aber nicht fahren und 4 U-Bahn Linien. Leider fahren sie oft nur im 10 Minuten Takt und immer nur bis 01:00, auch am Wochenende. Da aber die meisten Bars/Restaurants zur selben Zeit schließen ist das okay. Sollte man dennoch länger unterwegs sein sind Bolt/Uber-Fahrt sehr günstig (circa 4€ für 15 Minuten).
Portugal und Freizeit
Portugal ist wunderschön und es gibt sehr viel zu entdecken. Ich rate dazu in der Freizeit ans Meer zu fahren, Porto zu erkunden und die Natur zu genießen. Falls man eine Kreditkarte hat, ist es richtig günstig sich einen Mietwagen zu mieten und damit durch Portugal zu fahren. Aber auch öffentliche Verkehrsmittel wie Flixbus etc. sind in Portugal sehr erschwinglich und fahren an viele Ausflugsziele.
In meiner Freizeit war ich gerne und viel in Lissaboner Bars und Restaurant. Auf Grund der Nähe zum Meer gibt es guten und leckeren Fisch; oft viel günstiger als in Deutschland. Außerdem lässt sich auf Grund des guten und warmen Wetters auch im Herbst noch viel Zeit draußen verbringen, zum Beispiel am Strand oder auf den beliebten Aussichtsplattformen.
Nach dem Aufenthalt
Das ToR der ISCTE habe ich erst nach Semesterende bekommen, was die Anerkennung zeitlich verschoben hat. Da ich aber vor dem Erasmus bereits mit den Modulverantwortlichen in Austausch war und deren Bestätigung hatte, erfolgte die Anerkennung an der EHB reibungslos.
Fazit
Grundsätzlich würde ich jeder Person ein Erasmussemester empfehlen und habe meine Zeit in Portugal auch nicht bereut. Allerdings empfehle ich es wirklich sich mit denAnforderungen der ISCTE vertraut zu machen und sich auf den Workload einzustellen. Darüber hinaus habe ich mich in Lissabon als Stadt nicht hundertprozentig wohl gefühlt. Dennoch möchte ich die Zeit nicht missen und kann nur sagen: der Arbeitsaufwand für ein Erasmus ist es wert!
Auslandssemester in Dornbirn, Österreich | WS 2024/25
Vor der Abreise
Ich habe schon ein Jahr vor Abreise angefangen, mich mit dem Auslandssemester zu beschäftigen, da ich keinen Zeitstress haben wollte. Zunächst habe ich einen Termin mit Frau Reith vereinbart, um alles zu besprechen. Als ich dann nach der Bewerbung für das Erasmus Stipendium die Zusage bekommen habe, habe ich angefangen mein Learning Agreement zu erstellen. Da ich im 7. Semester das Auslandssemester gemacht habe, musste ich drei Seminare absolvieren, die in Vorarlberg ähnlich mit denen an der EHB waren. Da war es aber kein Problem gleiche Kurse zu finden. Was ich allerdings nicht wusste, dass ich 18 ECTS erreichen muss, um eine Förderung von Erasmus zu bekommen. Somit musste ich nicht nur drei Kurse (wie an der EHB) belegen, sondern noch vier weitere, um auf die 18 ECTS zu kommen. Deshalb wurde bei der ersten Einreichung das Learning Agreement abgelehnt. Als ich die weiteren Kurse dann aber hinzugefügt hatte, wurde dies auch genehmigt. Die Hochschule stellte mir glücklicherweise eine Unterkunft. Sie stellen im Allgemeinen sicher, dass alle Austauschstudent:innen gewiss eine Unterkunft bekommen. Das beruhigte mich sehr. Da Österreich zur EU gehört, musste ich meine Krankenversicherung nicht anpassen. Somit war ich startklar.
Während des Aufenthalts
Die Hochschule Vorarlberg ist die einzige Hochschule in Vorarlberg an der Soziale Arbeit unterrichtet wird. Sie bietet 25 Fachbereiche in den Bereichen Wirtschaft, Gestaltung, Soziales und Gesundheit. Am Anfang gab es für alle Austauschstudent:innen eine Kennlernwoche. Da sah ich, dass ich die einzige im Bereich Soziale Arbeit bin. Das verunsicherte mich zum Anfang ein wenig. Aber alle Austauschstudent*innen waren sehr lieb und ich habe mich wohl gefühlt in der Woche. Nach der Woche hatte ich noch zwei Wochen frei, in denen ich zunächst die Stadt ein wenig erkundete. Als dann die Studienzeit losging, wurde ich super lieb von allen aufgenommen. Sie sagten mir alle Hallo und waren sehr interessiert an meiner Person. Einige Studieninhalte die ich in Vorarlberg hatte, waren mit denen von der EHB sehr ähnlich. Allerdings konnte ich auch vieles Neues lernen. Besonders gut fand ich, dass der Stundenplan von der Hochschule vorgegeben wurde. Somit gab es keine Koordinierung, die viele Stunden in Anspruch nahm. Es gab Tage, an denen ich lange Unterricht hatte, aber auch Tage, an denen ich gar kein Unterricht hatte. Somit hatte ich Zeit, meine Bachelorarbeit zu schreiben. Ich hatte am Anfang etwas Angst, dass durch die Anzahl an Kursen keine Zeit mehr für die Bachelorarbeit bleiben wird. Aber diese Angst bestätigte sich nicht. Es war wirklich genug Zeit und genug Freizeit. Die ungefähren Lebenskosten sind schon etwas höher als in Berlin. Aber bei Lidl kann man hier auch gut und günstig einkaufen gehen. Tatsächlich ist es aber sehr teuer Geld am Automaten abzuheben. Da macht es mehr Sinn, sich für 50€ ein Konto zu eröffnen. In der Freizeit bin ich hier gerne an den Fluss gegangen und war in der Natur spazieren. Die frische Luft und die Berge gaben mir sehr viel Ruhe von dem hektischen Berlin. Am Ende meiner Reise konnte ich dann dank des Wetters noch im Bödele Skigebiet Ski fahren. Dort kann man sich für 39€ eine komplette Ausrüstung ausleihen und die Pisten runterfahren. Das hat echt viel Spaß gemacht und kann ich nur empfehlen.
Nach der Rückkehr
Ich warte derweilen noch auf meine Notenübersicht. Erst dann werde ich meine gewählten Kurse anerkennen lassen. Zum Glück sind es ja nur drei die ich abgeben muss. Ich hoffe es klappt alles, aber ich bin zuversichtlich. Im Allgemeinen bin ich froh, dass ich diese Chance bekommen habe. Es war das erste Mal für mich, dass ich ganz alleine in einem fremden Land gewohnt habe. Es war aufregend und ich konnte viel über mich lernen. Zudem konnte ich viele neue Einblicke in die Soziale Arbeit sammeln, welche mich noch mehr bestärken in diesem Fachbereich zu arbeiten. Die FH Vorarlberg hat mich so sehr beeindruckt mit ihrer Lernstruktur, dass mich direkt für den Masterstudiengang klinische Soziale Arbeit beworben habe. Darauf freue ich mich schon sehr.
Auslandssemester in Innsbruck, Österreich | WS 2024/25
Vor der Abreise
Die Organisation vor meiner Abreise war überschaubar. Der Hauptteil bestand darin, die Bewerbung an der Universität einzureichen, verschiedene Dokumente auszufüllen und einige E-Mails zu schreiben. Ich fand den Aufwand insgesamt nicht allzu groß und gut machbar. Nach der Organisation ging es um den Umzug und die Wohnungssuche. Da Innsbruck nicht so weit entfernt ist, war der Umzug für mich nicht besonders anstrengend. Bei der Wohnungssuche hatte ich Glück – es ging relativ einfach. Ein großer Vorteil war sicher, dass ich Deutsch spreche. Ich habe schnell eine nette WG gefunden. Dann war auch eigentlich alles organisiert und es ging schon los.
Während des Aufenthalts
Das MCI ist eine Hochschule in Innsbruck. Dort gibt es viele Management- oder Wirtschaftsstudiengänge. Es gab aber bei mir keinen studiengangübergreifenden Kurs, weswegen ich nur Kontakt mit den Studierenden in Sozialen Arbeit hatte. Es gab zu Beginn auch viele Veranstaltungen für Erasmus Studierende. Dort gab es auch Möglichkeiten Leute kennenzulernen. Ich hatte das Gefühl, dass alle sehr offen und aufgeschlossen waren und es sehr einfach wäre sich mit anderen Erasmus Studierenden anzufreunden. Bei mir hat es sich aber irgendwie nicht so ergeben und ich hatte mehr mit Studierenden aus meinem Studiengang und Menschen außerhalb der Uni zu tun. Die Menschen in meinem Studiengang waren sehr nett und ich habe ein paar wirklich sehr liebe Menschen kennengelernt, die jetzt auch sehr enge Freund:innen geworden sind. Es waren alle direkt sehr nett zu mir, es hat aber schon ein bisschen gedauert bis sich Freund:innenschaften entwickelt haben und wir uns auch außerhalt der Uni gesehen haben.
Ich konnte mir aus allen Semestern frei meine Kurse wählen, ich musste nur darauf achten, dass es keine zeitlichen Überschneidungen gab. Bei der Kurswahl wurde ich aber auch gut vom MCI unterstützt und es war wirklich sehr einfach. Ich hatte in allen Semestern ein paar Kurse. Am MCI funktioniert es ein bisschen wie in der Schule, es gibt sowas wie Schulklassen, die dann alle Kurse gemeinsam haben. Dadurch kannten sich die Leute auch sehr gut untereinander und mir fiel es anfangs schwer mich als die „Neue“ gut zu integrieren. Auch dadurch, dass ich an Kursen aus allen Semestern teilgenommen habe, war ich überall so ein bisschen dabei, aber nirgends so richtig. Deshalb fand ich es nicht so einfach Leute kennenzulernen, aber nach ein paar Monaten habe ich mich dann sehr wohl gefühlt.
Der Inhalt war sehr ähnlich zu denen an der EHB. Es gab ein paar sehr interessante Kurse und auch paar weniger interessante. Ich habe aber während des Jahres viel neues lernen können. Einige Kurse waren auf Englisch. Am MCI gibt es eine sehr strenge Anwesenheitspflicht, die genau kontrolliert wird. Es darf 25% gefehlt werden, wenn man mehr fehlt, muss eine Kompensationsarbeit geschrieben werden.
Außerhalb der Uni hat mir mein Alltag sehr gut gefallen. In Innsbruck gibt es sehr viel Natur und ich war ganz schnell in den Bergen. Im Sommer konnte ich wandern und klettern gehen und im Winter wandern, rodeln oder Snowboard fahren. In der Stadt gibt es nicht so viel. Es gibt schon einige Clubs und Bars, aber die sind meistens sehr voll. Aber ein paar schöne Orte gab es, die ich gerne besucht habe. Zum Beispiel im Café Lotta gab es oft interessante Veranstaltungen und ich habe dort liebe Leute kennengelernt. Oft war ich aber eher in der Umgebung von Innsbruck in der Natur und bei mir oder Freund:innen in der Wohnung. Dadurch, dass ich Deutsch sprechen kann, hab ich schnell Anschluss gefunden und habe mich wohl gefühlt. Ich bin aber sehr froh nicht nur ein Semester geblieben zu sein, da ich das sehr kurz finde. Dadurch, dass ich länger geblieben bin, war es für mich möglich mir ein schönes Umfeld aufzubauen und mich richtig einzuleben.
Nach dem Aufenthalt
Nach den beiden Semestern habe ich angefangen mich um die Anerkennung zu kümmern. Das fand ich sehr anstrengend und es hat wirklich lange gedauert, da einige Modulbeauftrage mir mehrere Monate nicht geantwortet haben und sehr schwer erreichbar waren. Ich fand diesen Teil sehr anstrengend und es hat sich sehr in die Länge gezogen.
Insgesamt bin ich sehr froh den Auslandsaufenthalt gemacht zu haben. Ich habe mich sehr wohl in Innsbruck gefühlt und kann mir auch sehr gut vorstellen nochmal zurück nach Innsbruck zu gehen.
Ich habe durch den Umzug viel für mich persönlich mitgenommen. Ich habe aber auch mein ganzes Leben in der gleichen Stadt gewohnt. Ich könnte mir vorstellen, dass Leute die neu nach Berlin gezogen sind, wahrscheinlich hier eine ähnliche Erfahrung gemacht haben.
Auslandssemester in Krakau, Polen | SoSe 2024
Allgemeines
Das Sommersemester 2024 verbrachte ich im Rahmen meines Studiums „Leitung – Bildung – Diversität“ mit dem Schwerpunkt Kindheitspädagogik in Krakau. Ich verbrachte mein drittes Mastersemester im Ausland, um an der Jagiellonian University Kurse zu besuchen, die ich mir anstelle des D1-Moduls anrechnen lasse und um Credit-Points aus dem Bachelor nachzuholen, da ich mich mit einem 180-ECTS-Bachelor an der EHB beworben habe. Ich besuchte Kurse aus dem Fachbereich Psychologie sowie je einen Kurs aus den Fachbereichen Soziologie und Pädagogik. Zudem besuchte ich einen Polnisch-Sprachkurs.
Vor der Abreise
Der Bewerbungsprozess verlief bei mir reibungslos und nach dem gängigen Schema: Bewerbung schreiben (Krakau war mein Erstwunsch und ich bewarb mich nur darauf), nach der Zusage das Learning Agreement erstellen, das Grant Agreement unterzeichnen und die Anreise sowie Unterkunft organisieren. Ich flog mit Ryanair vom BER aus nach Krakau, eine schnelle und günstige Verbindung. Untergekommen bin ich im Milestone Student Living, ein Student:innenwohnheim, welches nicht an die Uni angegliedert ist. Dieses Wohnheim kann ich jedem empfehlen! Es ist sehr zentral, man zahlt einen fairen Preis (ich hatte ein eigenes Zimmer und teilte mir Bad und Küche mit einer weiteren Person), das Gebäude ist sehr modern und gepflegt und es gibt ein hauseigenes Fitnessstudio, einen Movie-Room mit Leinwand, eine große Gemeinschaftsküche (welche jeden Tag von professionellen Reinigungspersonal gesäubert wird) und einen Gaming-Room mit Kicker und Playstation.
Während des Aufenthalts
Meine Kurse fanden in Präsenz statt. Eine Besonderheit an der Universität ist, dass man in der Regel nur zweimal pro Kurs fehlen darf, ansonsten besteht man den Kurs nicht. Darüber hinaus waren die Kursinhalte meist spannend und vom Umfang bzw. Schwierigkeitsgrad sehr gut machbar. Ich absolvierte zwei Multiple-Choice-Klausuren, zwei Präsentationsprüfungen und die Prüfung des Sprachkurses.
Ich hatte genügend Freizeit, die ich tagsüber gerne am See verbrachte oder die diversen Cafés und Restaurants der Stadt austestete (die Preise in Polen sind deutlich günstiger). Auch die Annehmlichkeiten des Studentenwohnheims nutzte ich in vollen Zügen aus: Mit meinen Freunden traf ich mich im Fitnessstudio, wir lernten zusammen in den Lernräumen, wir machten Filmabende oder kochten gemeinsam in der großen Gemeinschaftsküche. Doch auch wenn man Feiern mag, ist dieses Studentenwohnheim bzw. Krakau eine super Option. In der Gemeinschaftsküche ist fast jeden Abend was los. Insbesondere an zwei Tagen der Woche gibt es Studentenpartys in der Stadt, für die man keinen oder kaum Einritt zahlt und es gibt viele weitere Clubs und Veranstaltungen, die man besuchen kann. Mit meinen Freunden unternahm ich auch viele Trips wie z. B. nach Budapest, Prag, Oslo und Stockholm und Breslau. Aber auch Wien, Bratislava, Danzig und natürlich die Hauptstadt Warschau sind von Krakau aus gut zu erreichen.
Nach der Rückkehr
Nach meiner Rückkehr kümmerte ich um die Nachbereitung des Auslandsaufenthalts. Zurzeit befinden sich meine Anträge zur Anrechnung noch im Prüfungsamt, jedoch gehe ich davon aus, dass ich mir alles anrechnen lassen kann. Als Fazit zu meinem Auslandssemester kann ich nur sagen: Besser hätte es nicht sein können! Ich hatte eine tolle Zeit! Die Stadt ist wunderschön, es gibt so viel zu entdecken. Die Leute, die ich kennengelernt habe, waren alle so nett und unternehmungslustig. Die Trips und die vielen Erfahrungen, die ich in Krakau gemacht habe, sind Erinnerungen, die ein Leben bleiben! Es war eine grandiose Zeit und ich würde es jedem weiterempfehlen!
Auslandssemester in Lissabon, Portugal | SoSe 2024
Allgemeines
Die Entscheidung ein Auslandssemester zu machen fiel mir persönlich nicht leicht. Noch nie war ich so weit weg und so lange alleine unterwegs und insbesondere weil es bei mir anfangs bei einigen Dingen haderte, ging ich ohnehin davon aus, dass es nicht klappt. Doch das hat es und ich bin unendlich froh, dass es so kam, denn auch wenn es ein ziemliches Klischee ist, dass ein Auslandssemester die beste Zeit des Lebens ist, ist es gar nicht so weit weg von der Wahrheit entfernt.
Im Sommersemester 2024 war ich also in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon und studierte an der ISCTE Universität. Angedacht waren anfangs 5 Monate, aus unterschiedlichen Gründen wurden es knapp 4,5 Monate. Ich studiere an der EHB den Masterstudiengang Leitung-Bildung-Diversität mit dem Schwerpunkt Kindheitspädagogik. Bei der Auswahl meiner Kurse an der ISCTE habe ich dementsprechend versucht darauf zu achten, dass sie thematisch halbwegs zu meinem Studienschwerpunkt passen und habe daher Kurse aus der „Sociology and Public Policy“ Fakultät gewählt.
Vor der Abreise
Natürlich ist eines der größten Themen die Suche nach einer passenden Unterkunft. Lissabon ist, ähnlich wie Berlin, der Gentrifizierung zu Opfer gefallen und die Preise für Zimmer oder gar Wohnungen sind teilweise unterirdisch. Durch Kontakte habe ich ziemlich schnell eine Möglichkeit gefunden - diese ist allerdings kurzfristig ausgefallen und so musste ich in wenigen Wochen eine Alternative finden. Bei einem von dem International Office organisierten Vorbereitungstreffen habe ich eine Kommilitonin kennengelernt, die im Rahmen eines Praktikums ebenfalls einige Monate in Lissabon verbracht hat und mir eine Nummer einer Vermieterin weitergeben konnte, die mir zum Glück ein bezahlbares Zimmer, nicht weit vom Zentrum, anbieten konnte. Außerhalb von Kontakten über Freund:innen und Familie kann man über Plattformen wie “uniplaces” und “spotahome” eine Unterkunft finden, allerdings ist das nicht komplett risikofrei. Aufgrund der angespannten Wohnungssituation machen sich manche diese Webseiten nämlich zunutze, um Studierende auszunutzen - auch wenn die meisten meiner Kommiliton:innen, die so ihre Zimmer gefunden haben, Erfolg hatten, gab es auch nicht wenige, die bei der Ankunft eine böse Überraschung erwartet hat. Seien es unschöne Umstände in der Wohnung oder im schlimmsten Fall die Tatsache, dass eine gebuchte Unterkunft gar nicht existierte.
Ansonsten habe ich mich vor der Abreise um mein Learning Agreement gekümmert. Das war zeitweise ein wenig anstrengend, da sich in meinem Fall einige Hürden vor allem bei dem Einschreibeverfahren der ISCTE über das Portal Fenix ergeben haben. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass alle Fehler und Probleme am Ende des Tages immer behoben werden können und die Mitarbeiter:innen der ISCTE-Uni sehr zuvorkommend sind. Eine zusätzliche Versicherung zu meiner europäischen Krankenversicherung habe ich nicht gehabt und sie schlussendlich auch nicht gebraucht, allerdings waren einige der Studierenden vor Ort glücklich darüber eine zu haben. Hier entscheidet wohl die persönliche Präferenz.
Während des Aufenthalts
Das Studieren an der ISCTE hat mir persönlich große Freude bereitet. Bezüglich der Kurse und der Lehrenden ist es wie so oft Glückssache - während einige Dozierende mich mitreißen und von den Inhalten problemlos begeistern konnten, waren andere Seminare eine Zumutung, da sich die didaktischen Fähigkeiten mancher Professoren aufs Minimum beschränkten. Nichtsdestotrotz war ich mit der Lehre an der ISCTE zufrieden. Durchaus lobenswert ist auch die Gestaltung von Veranstaltungen für Studierende, sowohl die internationalen als auch die einheimischen. Neben Events wie der Welcome Week, wurden im Laufe des Semesters immer wieder Campuspartys veranstaltet, die von der Größe her mit einem kleinen Festival mithalten könnten.
Auch außerhalb des Unilebens hat Lissabon viel zu bieten. Sei es das Kultur-, das Nachtleben, Sport oder die Natur, die einen interessiert - in Lissabon wird jede:r fündig. Die Strände und spannende Orte wie zum Beispiel Capo de Roca, also der westlichste Punkt Europas, oder Sintra sind etwas weiter weg, aber alle mit der Navegante Karte für monatlich 40 Euro, durch öffentliche Verkehrsmittel super erreichbar.
Für Studierende, die nicht älter als 23 sind, ist diese Monatskarte sogar umsonst. Ich kann außerdem empfehlen auch außerhalb von Lissabon zu reisen, denn insbesondere Busfahrten sind vergleichsweise günstig und das Land hat wirklich wunderschöne Orte anzubieten.
Nach der Rückkehr
Auch wenn ich froh war, nach den paar Monaten wieder Zuhause anzukommen, war ich am Ende des Auslandssemesters gleichzeitig untröstlich, denn die Zeit in Portugal war einmalig und unheimlich schön. Ich bin wirklich dankbar für diese Möglichkeit und kann diese Erfahrung allen empfehlen, die mit diesem Gedanken spielen. Gerade Lissabon ist eine wirklich tolle Stadt und ich hätte es nicht gedacht, aber ich habe mich auf Anhieb fast wie Zuhause gefühlt. Die Portugiesen haben es mir aber auch sehr einfach gemacht mich wohl zu fühlen. Ich weiß nicht ob ich es mir vorstellen kann, auf Dauer in Lissabon zu leben - vor allem weil ich gesehen habe was der Ansturm an digitalen Nomad:innen und generell Menschen aus reicheren Ländern mit den Menschen macht und welche Probleme das Phänomen verursacht, aber ich werde garantiert auf irgendeinem Wege zurückkommen. Denn auch wenn man meinen würde, dass mehrere Monate genug sind, um eine Stadt gut kennenzulernen, habe ich das Gefühl, dass ich noch viel, viel mehr in Lissabon entdecken kann.
Auslandssemester in Istanbul, Türkei | SoSe 2024
Allgemeines
Im Sommersemester 2024 habe ich von Mitte Februar bis Ende Juni ein Auslandssemester an der Istanbul Kent University absolviert. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich im sechsten Semester des Studiengangs Soziale Arbeit. Die Vorlesungszeit begann am 12. Februar 2024 und endete mit den Abschlussprüfungen am 25. Juni 2024.
Vor der Abreise
Da ich mich sehr kurzfristig für ein Auslandssemester entschieden habe, blieben mir nur vier Wochen Zeit für die gesamte Organisation. Zunächst recherchierte ich nach den Kursen zur Anerkennung und erstellte eine Word Datei, in der ich die Kursbeschreibungen gegenüberstellte und Gemeinsamkeiten aufzeigte. So erhielt ich von allen Dozierenden die Bestätigungen, die ich an Herrn Ziemer per Mail weiterleitete. Kurse, die ich nicht anerkennen lassen konnte, belegte ich durch Online-Seminare der EHB.
Über eine WhatsApp-Gruppe mit über 500 deutschen Studierenden in Istanbul fand ich wertvolle Unterstützung. Diese Gruppe, bestehend aus aktuellen und ehemaligen Erasmus Studenten, half mir bei allen organisatorischen Fragen: von Uni Abläufen zu Unterkünften über Auslandskrankenversicherungen bis hin zu Tipps für den öffentlichen Nahverkehr und vielem mehr.
Während des Aufenthalts
An der Kent University erhielt ich eine umfassende Einführung, in der mir erklärt wurde, wie ich meine Kurse wähle, mein Stundenplan erstellt wird und mir wurde der komplette Campus gezeigt. Der Unterricht auf türkisch stellte anfangs eine kleine Herausforderung dar, doch die Dozierenden und meine Kommilitonen waren äußerst hilfsbereit und unterstützten mich bei Unklarheiten.
Im Rahmen eines Seminars absolvierte ich ein Praktikum im Bürgeramt in der Abteilung Soziale Arbeit, wo ich hauptsächlich Anträge für Sozialhilfe prüfte. Hierfür besuchten wir die Antragsteller*innen bei ihrem Zuhause und schrieben im Anschluss Berichte. Diese Erfahrung war für mich sehr bereichernd und informativ.
Die Lebenshaltungskosten waren höher als erwartet. Im Durchschnitt gab ich monatlich 1500€ aus, davon 500 € für die Miete in einer drei Zimmer Wohnung im sehr bekannten und zentralen Stadtteil Besiktas. Ich wohnte mit zwei weiteren Eramusstudentinnen, die alle jeweils aus verschiedenen Ländern kamen. Ich hatte mein eigenes Zimmer, aber eine Gemeinschaftsküche/-bad. Für Essen und Trinken fielen monatlich ca. 500 € an, und die restlichen 500 € nutzte ich für Aktivitäten und Reisen. Die Finanzierung erfolgte durch das Erasmus Geld, Minijob und Kindergeld. Den Rest erledigte (leider) die liebe Klarnakarte.
Zu beachten ist natürlich, dass ich in einer eher bekannten und touristischen Gegend lebte und dementsprechend sowohl die Restaurants und Cafés in meiner Nähe als auch meine Miete eher touristisch gerichtet waren. Wenn man sich eine Wohnsiedlung eher dezentral sucht, werden sich die Preise erheblich ändern. Allerdings war es für mich als Frau wichtig, in einer Gegend zu leben, in der sich wirklich 24/7 viele Menschen befinden und ich mich sicher fühle.
Meine Freizeit verbrachte ich oft mit anderen Erasmus Studierenden, die ich über die WhatsApp Gruppe kennenlernte. Wir organisierten viele gemeinsame Aktivitäten, wie Ausflüge, Paintball, gemeinsames Fastenbrechen während des Ramadans, Reisen innerhalb der Türkei, Go-Kart fahren, Partys, Karaoke-Abende und Lagerfeuer an der Promenade bis zum Sonnenaufgang. Die Fahrten mit der Fähre von der europäischen Seite auf die asiatische Seite und wieder zurück während des Sonnenunterganges war mein Highlight.
Diese fünf Monate waren eine der schönsten und unvergesslichsten Zeiten meines Lebens.
Nach der Rückkehr
Die Rückkehr fiel mir sehr schwer, am liebsten wäre ich noch ein Semester länger geblieben. Es war die schönste, aber auch anstrengendste Zeit meines Lebens. Besonders stressig war die zeitliche Koordination des türkischen Stundenplans mit den deutschen online Kursen.
Ich kann ein Auslandssemester in Istanbul jedem empfehlen, der das Meer, gutes Essen und sonniges Wetter liebt. Auch ohne Türkischkenntnisse kommt man gut zurecht, da die Einheimischen sehr offen und hilfsbereit sind. Wenn du überlegst, ein Auslandssemester in Istanbul zu machen, kann ich nur sagen: Go for it! Es wird eine unvergessliche Zeit.
Auslandssemester in Taichung, Taiwan | WS 2023/24
Allgemeines
Kurz vor dem Start meines letzten regulären Semesters im Bachelorstudium der Sozialen Arbeit entschied ich mich spontan die letzte Chance auf ein Auslandssemester zu nutzen. Da ich zuvor noch nie in Asien gewesen war entschloss ich mich nach Taiwan zu gehen, um so viel Neues wie möglich mitzunehmen. So ging es für mich Anfang September im Wintersemester 2023/24 an die Tunghai University in Taichung. Da die Kurse in Sozialer Arbeit vor Ort nur auf Chinesisch angeboten werden belegte ich Kurse der Sozialwissenschaften auf Englisch. Da ich an der EHB noch offene Wahlpflichtkurse hatte ließ sich dies auch anrechnungstechnisch gut umsetzen. Zudem entschied ich mich auf dem Campus in einem Mehrbettzimmer zu wohnen, wodurch die Vorbereitung für mein Auslandssemester sehr unkompliziert ablief.
Während des Aufenthalts
Nach meiner Ankunft ging es vom Flughafen in Taipei mit einigen anderen Austauschstudierenden in einem von der Uni organisierten Shuttle Richtung Unicampus in Taichung. Dort wurden uns unsere Zimmer, sowie Mitbewohner:innen, in den Dorms vorgestellt. Tatsächlich bereitete mir es weniger Schwierigkeiten, als erwartet mein Zimmer mit 3 anderen Personen zu teilen. Ich denke ein großer Teil davon ist das ganzjährig warme Klima, welches ermöglicht auch viel Zeit außerhalb der Dorms zu verbringen, sowie die Tatsache, dass ich an den Wochenenden viel gereist bin. Der Preis ist unschlagbar und man befindet sich in direkter Fußnähe zu seinen classes. Dies ist ein klarer Vorteil, da neben Mietfahrrädern (ubike) in Taichung nur Busse verkehren, die oft viel Zeit im Stau verbringen. Was ich persönlich mit als größten Nachteil empfunden habe, war die Essenssituation. Als Vegetarier fand ich es nicht immer einfach abwechslungsreiches Essen zu finden und die Küche des Dorms war spärlich eingerichtet, sowie nur unter Voranmeldung nutzbar. Außerdem ist take-out in Taiwan tatsächlich billiger, als im Supermarkt einzukaufen und selbst zu kochen.
Die Kurse, die ich an der Uni besuchte, waren in ihren Ansprüchen und Teilnehmern sehr unterschiedlich. Ich hatte sowohl Kurse des international colleges, in welchen eigentlich nur Studierende aus allen möglichen Ländern, welche permanent in Taiwan studierten teilnahmen, als auch Kurse, an welchen fast nur locals teilnahmen. Dies zeigte sich sehr deutlich in der Art wie die Kurse gestaltet waren. Während die locals Frontalunterricht bevorzugen, gab es in den internationaleren Kursen sehr viel mehr class discussions. Auch wenn diese stellenweise simpler wirkten, konnte ich sonicht nur viel über den Stand der gesellschaftlichen Blickwinkel auf soziale Probleme in Taiwan, sondern vieler weiterer Länder lernen. Zusätzlich besuchte ich 6 Stunden die Woche einen Chinesisch Sprachkurs, welcher besonders in Bezug auf die Schriftzeichen und die damit verbundene Orientierung im Land sehr hilfreich war. Abseits der offiziellen Kursangebote gibt es eine große Anzahl an Vereinen und Clubs an der Tunghai Universität, in welchen man gut mit anderen Mitschüler:innen in Kontakt kommen kann, sowie sehr günstig verschiedene Sportangebote o.ä. ausprobieren kann. Im Kontext der einführenden Geschichtskurse und des international office gab es zudem einige Ausflüge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, wie Tempeln, in verschiedenste Teile von Taiwan.
Auch wenn ich in diesem Kontext einige Dinge miterlebt habe, habe ich das meiste Entdecken auf eigene Faust gemacht. Durch einen gut gelegten Stundenplan, die übersichtliche Größe der Insel und ein wirklich gut ausgebautes Verkehrsnetz, inklusive speed train, aber auch günstigeren Fernbussen, habe ich eigentlich fast jedes Wochenende genutzt auch den Rest von Taiwan zu erkunden. Ich hatte das Glück relativ am Anfang meines Aufenthalts bei einem Musikfestival einige locals auch außerhalb des Universitätskontextes kennenzulernen, durch die ich noch viel mehr Perspektiven über das Land erfahren konnte. Ich bin absolut glücklich dieses Auslandssemester in Taiwan erlebt haben zu dürfen und hoffe eines Tages zurückkehren zu können.
Auslandssemester in Kopenhagen, Dänemark | WS 2023/24
Allgemeines
Im Wintersemester 2023/2024 absolvierte ich mein Auslandssemester in Kopenhagen, im Zeitraum von Ende August bis Ende Januar. Ich befand mich zu dieser Zeit im sechsten Semester meines Studiums. Die Vorbereitung nimmt einige Zeit in Anspruch und zieht sich über mehrere Monate. Nachdem ich von der EHB an der KP nominiert wurde, musste ich auch hier nochmal einen Bewerbungsprozess durchlaufen, bei dem zum Beispiel ein Motivationsschreiben auf englisch verfassen sollte und einige weitere Dokumente erforderlich waren. Die KP vermittelt außerdem Wohnungen, weshalb ich nicht eigenständig eine Wohnung suchen musste, sondern einfach ein Angebot für ein Zimmer im Wohnheim erhalten habe. Hier konnte ich den Vertrag vorab unterzeichnen.
Um länger als drei Monate in Dänemark zu studieren, muss man sich bei der entsprechenden Behörde registrieren. Die ersten Schritte der Registrierung erfolgen online und da der Prozess einige Zeit in Anspruch nimmt, ist es sinnvoll, diesen bereits in Deutschland online zu beginnen. Nach der Ankunft in Kopenhagen musste ich dann die entsprechenden Dokumente bei der Behörde vorzeigen und erhielt meine CPR-Nummer, die zum Beispiel den Zugang zum Gesundheitssystem oder die Nutzung eines Fahrkartenabos ermöglicht.
Anreise
Ich reiste circa eine Woche vor Studiumsbeginn an. Eine frühe Anreise empfiehlt sich, da man dann vor dem Unistart bereits einige organisatorische Sachen erledigen und sich etwas zurechtfinden kann. Ich nutzte die Zeit zum Bespiel, um ein Swapfiets-Abo abzuschließen. Dieser Fahrradverleih ist sehr zuverlässig günstig und man ist gegen Schäden und Diebstahl versichert. Da das Fahrrad das gängigste Transportmittel in Kopenhagen ist, empfehle ich die Anschaffung eines Fahrrads auf jeden Fall. Wenn man die öffentlichen Transportmittel wenig nutzt, lohnt sich die “Reisekjort”, dies ist eine Prepaid-Karte, mit der man sich bei jeder Nutzung von Bus, Bahn und Metro ein- und auscheckt und zu einem günstigeren Tarif fährt, als mit dem Kauf eines Einzelfahrscheins. Für die tägliche Nutzung lohnt sich eine Monatskarte.
Während des Aufenthalts
Das Semester startete mit einer Einführungswoche, bei der sowohl organisatorische Fragen bezüglich des Aufenthalts als auch inhaltliche Themen bezüglich des Studiums behandelt wurden. Das international office Team der KP war bei jeglichen Belangen jederzeit erreichbar und reagierte schnell auf E-Mails und Anrufe. Neben der Einführungswoche gab es auch einige „social events“, organisiert von Studierenden der KP. Diese sind sehr hilfreich, um mit anderen Studierenden in Kontakt zu kommen oder die Stadt besser kennenzulernen. Nach einer Woche startete dann bereits der normale Stundenplan. Dieser ist von der KP vorgegeben und es gibt keine Wahlmöglichkeiten wie an der ASH. Die Struktur weicht ebenfalls deutlich von der ASH ab: Man studiert pro Semester zwei Kurse nacheinander für zehn Wochen und legt jeweils am Ende der zehn Wochen eine Prüfung ab. Dies führt also zu zwei Prüfungsphasen, entzerrt aber auch den Prüfungsstress und macht den Lernprozess deutlich fokussierter, da man sich zehn Wochen lang ausschließlich auf einen Kurs konzentrieren kann.
Die Wochenstruktur ist grob unterteilt in vier Präsenztage an der Hochschule und einen Lerntag. Grundsätzlich ist das Studieren in Dänemark weniger selbst organisiert, was das Ankommen einfacher macht, aber auch zu mehr Verpflichtungen führt. Die Kurse werden sowohl für internationale als auch für dänische Studierende angeboten, was es erleichterte, mit dänischen Studierenden in Kontakt zu kommen. Viele Projekte und Aufgaben finden in Gruppenarbeit statt und es gibt wenig „Selbststudium“.
Der erste Kurs hieß „Vulnerable youth in urban areas - exploring challenges and oppurtunities through a sustainability perspective“. Jeden Montag unternahmen wir einen “field visit”, besuchten also unterschiedliche Einrichtungen, NGO‘s, Museen oder öffentliche Plätze. Die field visits dienten dann als Grundlage für die Inhalte und Theorien der jeweiligen Woche. Vor allem die vielen field visits machten das Studieren sehr interessant und halfen mir, die Inhalte zu verinnerlichen. Zudem entwickelte ich einen anderen Blick auf die Stadt Kopenhagen, die vor allem für ihren nachhaltigen und innovativen Lebensstil bekannt ist.
Die Form der Prüfungsleistung war verpflichtend eine mündliche Prüfung. Hierfür musste ich zunächst ein Workshopkonzept für „vulnerable youth in urban areas“ basierend auf den Theorien, die im Kurs vermittelt wurden, einreichen und diesen dann in der mündlichen Prüfung verteidigen. Der zweite Kurs hieß „Social Work Quality Assurance, Evaluation, and Practice Development“. Hier planten wir ein Projekt zum Thema „Human Trafficking“. Der gesamte Kurs fand in Gruppenarbeit statt und hatte weniger Präsenzinhalte. Die Projektplanung wurde zudem von einer Supervision und externen Lehrenden unterstützt, die zum Beispiel bei der Danish International Development Agency oder beim Danish Center Against Human Trafficking arbeiten. Die Prüfungsleistung war ebenfalls eine mündliche Prüfung, fand aber in der Gruppe statt. Hierfür musste das Projektkonzept vorher eingereicht werden und basierend darauf mussten wir dann Fragen von einer anderen Gruppe und von zwei Lehrenden beantworten. Außerdem mussten wir das Projekt einer anderen Gruppe reflektieren und ebenfalls Fragen ausarbeiten.
Neben der Uni arbeitete ich zwei Tage die Woche remote für meine Werkstudierendentätigkeit in Deutschland. Wenn es finanziell tragbar ist, empfehle ich, weniger oder nicht zu arbeiten, da die Uni und soziale Kontakte viel Zeit und Energie beanspruchen. Wer arbeiten möchte, kann zum Beispiel in Studierendenwohnheimen nachfragen oder in entsprechenden Facebookgruppen suchen. Dort werden auch kurzzeitige Jobs, zum Beispiel als Umzugshelfer*in oder Babysitter*in angeboten. In Kopenhagen sind Studierendenrabatte im Einzelhandel aber auch in der Gastronomie üblich, weshalb man dies auf jeden Fall erfragen sollte. Zudem nutzen viele die App „TooGoodToGo“ für Lebensmittel oder kaufen auf Flohmärkten und in SecondHand Läden ein. Dies ist ein guter Weg, um einfach Geld zu sparen. Viele Museen haben außerdem öfter Rabattaktionen oder Vergünstigungen.
Meine Freizeit verbrachte ich überwiegend mit anderen international Studierenden. Die Freundschaften und der kulturelle Austausch entstehen automatisch und man muss auf jeden Fall keine Angst vor Einsamkeit haben. Wir nutzten unsere freie Zeit, um die Stadt kennenzulernen, kulturelle Einrichtungen zu besuchen, das Nachtleben zu erfahren oder machten Ausflüge und Kurztrips in den Norden Dänemarks oder nach Schweden.
Nach der Abreise
Zusammenfassend unterscheidet sich das Studieren also sehr vom Studieren in Deutschland. Es wird von den Lehrenden mehr „abverlangt“, die Lehre ist aber auch persönlicher und die Betreuung ist direkter und niederschwelliger. Was mir vor allem gut gefallen hat ist, dass es wenig klassischen Frontalunterricht gibt, sondern, dass man sich die Inhalte meistens in Gruppenarbeiten oder field visits erarbeitet. Zudem wurden durchgehend aktuelle politische und gesellschaftliche Debatten behandelt, die es mir ermöglichten das dänische Sozialsystem und die dänische Soziale Arbeit noch einmal besser kennenzulernen.
Mit international Studierenden in Austausch zu kommen, war die prägendste Erfahrung während des Auslandssemesters. Man erhält Einblick in viele unterschiedliche Lebensweisen, entwickelt neue Perspektiven und reflektiert die eigenen Vorstellungen und Werte. Es lässt sich also festhalten: sowohl auf akademischer als auch auf persönlicher Ebene habe ich mich durch das Auslandsstudium weiterentwickeln können, erhielt viele neue Perspektiven und reflektierte meine eigenen Vorstellungen und Werte. Zudem festigte sich der Entschluss, mich für den Master auch im Ausland zu bewerben.
Auslandssemester in Rom, Italien | WS 2023/24
Allgemeines
Ich war von September 2023 bis Februar 2024 in Rom, um dort an der Sapienza Universität mein Studium im Master „Leitung Bildung Diversität“ fortzusetzen.
Vor der Abreise
Vor der Abreise gab es Einiges zu organisieren. Beworben hatte ich mich ca. ein Jahr zuvor, und sobald ich im Frühjahr 2023 die Zusage bekam, machte ich mich auf Wohnungssuche. Durch die Website der Universität in Italien und Erasmus-Infoseiten lernte ich einige Portale kennen, in denen WG-Zimmer angeboten wurden. Ich buchte schließlich über „spotahome“ eins im Stadtteil Pigneto mit zwei weiteren Mitbewohnerinnen.
Auch für das EU-Stipendium gab es zahlreiche Formulare auszufüllen, eins der wichtigsten dabei das Learning Agreement. Darin trug ich online meine Kurse an der Sapienza und die (soweit wie möglich) entsprechenden Veranstaltungen der ehb ein. Es wurde dann von beiden Universitäten unterschrieben, um mir die Anrechnung der ECTS-Leistungspunkte zu garantieren.
Während des Aufenthalts
Einmal in Rom angekommen, war ich von der Größe der Sapienza erstmal erschlagen. Es ist eine der ältesten und mit ca. 100.000 Studierenden größten Universitäten Europas. Der Campus ist dementsprechend riesig und es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich dort zurecht gefunden habe. Ich hatte jeden Tag Vorlesungen zu Themen wie „Corporate Social Responsibility“, „Media Gender Diversity“ oder „Strategic Marketing“ auf Italienisch.
Durch die „Welcome Week“ lernte ich andere internationale Studierende kennen, die z. B. aus Frankreich, den Niederlanden, Uruguay oder ebenfalls aus Deutschland kamen. Wir verbrachten viel Zeit in Cafés, mit Pasta oder Pizza essen und in der Bib zum Lernen. Daneben taten wir natürlich unser Bestes, Rom und seine Umgebung zu erkunden. Abgesehen von den offensichtlichen (und wahnsinnig spannenden) Sightseeing-Spots hat die Stadt auch viele kulturelle Initiativen zu bieten. Weitere Ausflüge führten uns u. a. nach Neapel, Tivoli und Genua.
Die Lebenshaltungskosten waren in den touristischeren Stadtteilen in etwa so wie in Deutschland, abseits davon aber niedriger (Cappuccino für 1,20€, Pizza für 6€). Miete zahlten wir alle sehr viel und es war für die meisten wahnsinnig schwierig, eine Wohnung zu finden.
Fazit
Ich hatte insgesamt eine sehr gute Zeit und habe das Leben in Rom geliebt. Ein Auslandssemester zu machen kann ich allen nur empfehlen. Eine Zeit fern der Heimat kommt sicherlich mit vielen Herausforderungen, doch am Ende wird man als offenerer Mensch zurückkehren.
Auslandssemester in Málaga, Spanien | WS 2023/24
Allgemeines
Im Wintersemester 2023/24 habe ich mein Auslandsemester in Málaga in Spanien verbracht. An der Universidad de Málaga habe ich für ein Semester von September bis Januar Soziale Arbeit studiert. Málaga ist die sechsgrößte Stadt Spaniens. Die Stadt hat kulturell das ganze Jahr über einiges zu bieten. Außerdem ist es von wunderschöner Natur umgeben. Diese zwei Faktoren führen dazu, dass die Stadt das ganze Jahr über bei Touristen sehr beliebt ist.
Vor der Abreise
Um die Erasmusförderung zu erhalten, musste vor der Abreise das Learning Agreement mit der Evangelischen Hochschule sowie der spanischen Partneruni in Málaga abgeschlossen werden. Dabei geht es darum zu gucken, welche Kurse im Ausland am ehesten denen ähneln, die du sonst in deiner Heimatuni belegt hättest. Dieser Prozess hat sich sehr lange hingezogen und wurde komplett erst um meinen Abflugtag abgeschlossen.
Stipendienbewerbung müssen frühzeitig gemacht werden, habe ich erst zu spät mitbekommen. Ich denke aber, dass ist sinnvoll, um finanziell mehr abgesichert zu sein.
Die Unterkunft kann mithilfe von Apps wie Idealista, WhatsApp- oder Facebookgruppen gefunden werden. Ich würde dir jedoch empfehlen, vor Ort eine Wohnung zu suchen. Mit den Vermietern muss man sehr aufpassen, weil alle einen verarschen wollen und sie die Erasmusstudierenden sehr ausnutzen.
Während des Aufenthalts
Um zur Uni zu gelangen, musste ich ungefähr eine halbe Stunde mit der Metro zum Campus Teatinos fahren, da dieser am Stadtrand liegt. Dafür hatte ich den Vorteil im Stadtzentrum zu leben.
Der Unterricht war in Ordnung und wie auch in Deutschland von der dozierenden Person abhängig. Die Gruppenarbeiten haben mir besonders gefallen, da ich dort die Möglichkeit hatte mein spanisch zu praktizieren. Der Frontalunterricht war sehr anstrengend, zudem war es schwierig diesen konsequent zu folgen, trotz meiner guten Spanischkenntnisse. Falls dein Ziel ist Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen, würde ich dir empfehlen für eine ganzen Jahr zu kommen. Ich war doch meist mit Erasmusstudierenden oder Menschen aus meiner WG zusammen. In meiner Freizeit war ich sehr viel wandern, am Strand oder anderswo in der Natur.
Nach der Rückkehr - Fazit
Ob die Anerkennung funktioniert, weiß ich noch nicht.
Ich würde allen Menschen ein Auslandssemester weiterempfehlen. Während des Semesters habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt. Ich habe Menschen aus aller Welt kennengelernt, bin mir kultureller Unterschiede bewusst geworden, habe ganz viel spanisch gesprochen, meine Privilegien schätzen gelernt und mich selbst und meine Grenzen weiterkennengelernt. Trotzdem will ich auch sagen, dass dieses Semester für mich unglaublich herausfordert, war. Ich hatte viel Heimweh und habe mich in meinem Umfeld nicht wohl gefühlt, da viel Alkohol konsumiert wurde. Nach einiger Zeit habe ich ein Glück Menschen gefunden, mit denen ich gerne Zeit verbringe.
Auslandssemester in Rom, Italien | SoSe 2023
Allgemeines
Ich habe mein sechstes Semester im Studiengang Soziale Arbeit an der Università Sapienza in der italienischen Hauptstadt Rom absolviert. Das Semester begann im Februar, die Vorlesungszeit endete Ende Mai und mit den Prüfungen war das Sommersemester im Juni vorbei.
Vor der Abreise
Ich habe mich vor der Abreise um die Bewerbung für das Erasmus-Programm gekümmert, welche recht unkompliziert war. Nach der Zusage stand die Wohnungssuche, das Learning-Agreement und die Buchung der Anreise an. Das Learning Agreement war anfangs etwas kompliziert, da die Website der Universität La Sapienza nicht besonders übersichtlich ist und ich mich erst einmal mit den verschiedenen Kursen vertraut machen musste. Nach dem Austausch mit dem international office der beiden Universitäten, den Modulverantwortlichen und dem Prüfungsamt habe ich aber schnell passende Kurse gefunden. Die Wohnungssuche in Rom gestaltete sich für mich zum Glück relativ entspannt, da ich über Kontakte in eine WhatsApp-Gruppe für Erasmus Studierende hinzugefügt wurde und darüber ein Zimmer in einer WG für sechs Personen im Stadtteil Garbatella gefunden habe. Die Wohnungssuche in Rom ist leider nicht ganz so einfach und die Mieten sind recht hoch. Von der Universität gibt es da leider fast keine Angebote, es ist aber trotzdem möglich, eine bezahlbare Unterkunft zu finden!
Während des Aufenthalts
In Rom angekommen habe ich zuerst einen Intensivsprachkurs für zwei Wochen absolviert, welcher von der Universität angeboten wurde. Ich hatte bereits Vorkenntnisse in der Sprache und konnte diese durch den Sprachkurs noch etwas festigen und vertiefen. Die Organisation der italienischen Universität war etwas kompliziert und so habe ich erst vor Ort erfahren, dass die beiden Fakultäten, von denen ich Kurse besuchte, unterschiedliche Startdaten hatten. Die Kurse von Sozialer Arbeit starteten ein paar Wochen vor den anderen Fakultäten. Ich habe zwei Kurse auf italienisch besucht und zwei Kurse auf englisch, somit hatte ich einen guten Mix der beiden Sprachen. Während der "Erasmus Welcome Week" hatte ich außerdem direkt die Möglichkeit, andere Studierende kennenzulernen. Einige Studierende besuchten auch die gleichen Kurse wie ich, daher konnten wir uns gemeinsam auf dem großen Campus zurechtfinden. In den Kursen konnte ich zudem Kontakt zu italienischen Studierenden knüpfen. Die ersten Wochen waren für mich etwas herausfordernd, da ich sehr viel zu erledigen hatte, weil ich noch eine Prüfungsleistungen für die EHB fertig stellen musste und währenddessen aber auch schon Kurse der italienischen Uni begonnen hatten. Nach der Eingewöhnungsphase habe ich die Zeit in Rom jedoch sehr genossen und hatte auch neben den Kursen an der Universität noch viel Zeit, Dinge zu unternehmen und einige Ausflüge zu machen.
Außerdem habe ich mir in den ersten Wochen ein Fahrrad gekauft, um in der Stadt besser von Ort zu Ort zu kommen. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren in Rom leider nicht immer einwandfrei, deshalb war das eine gute Investition, auch wenn das Fahrrad fahren in Rom nicht so angenehm wie in Berlin war. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichbar mit Berlin. Für meine Miete bezahlte ich 425€, was eher unter dem Durchschnitt lag, ich hatte aber auch ein sehr kleines Zimmer. Die Supermarktpreise sind ebenfalls ähnlich zu Deutschland. Essen gehen ist, wenn man nicht in den touristischen Gegenden ist, etwas billiger als in Berlin.
In meiner Freizeit verbrachte ich viel Zeit in Cafés in der direkten Umgebung der Universität, auf (Floh-)Märkten und unternahm einige Tagestripps in der Region Lazio und Ausflüge an das Meer, das mit der Regionalbahn in ca. 50 Minuten zu erreichen ist.
Nach der Rückkehr
Abschließend kann ich sagen, dass ich unfassbar viel aus dem Auslandssemester mitgenommen habe und eine sehr gute Zeit in Rom hatte. Die Inhalte der Kurse haben mich sehr interessiert und ich konnte viel Wissen für meine zukünftige Arbeit gewinnen. Neben den neuen Sprachkenntnissen, habe ich viele Freund:innen kennengelernt, mit denen ich auch in den nächsten Jahren in Kontakt bleiben werden. Mit dem Auslandssemester ist mein großer Wunsch, eine längere Zeit in Italien zu leben, wahr geworden und ich bin sehr dankbar für die vielen Erfahrungen, die ich in den letzten Monaten machen konnte.
Zum Anrechnungsprozess kann ich bis jetzt noch keine weiteren Informationen teilen, da ich noch eine weitere Prüfung absolvieren muss.
Auslandssemester in Taichung, Taiwan | SoSe 2023
Allgemeines
Ich habe das Sommersemester 2023 in Taichung in Taiwan an der Tunghai Universität verbracht. Das Sommersemester beginnt immer im Februar nach dem chinesischen Neujahr und endet im Juni. Taichung liegt im Westen des Landes und ist mit 2,8 Millionen Menschen eine der zweitgrößten Städte im Taiwan. Die Infrastruktur im Taiwan ist sehr gut ausgebaut mit regionalen Zügen, High-Speed Zügen durchs ganze Land und guten öffentlichen Transportmitteln in den Städten. Taiwan ist sehr vielfältig, drei Klimazonen, Zentralmassiv vertikal verlaufend mit einem Peak von 3950 m und etlichen Wandermöglichkeit, Steilküsten und Strände rund um die Insel und mehreren lebhaften Cities, bei einer Größe von Baden-Württemberg. Mich hat vor allem die junge Geschichte und aktuelle politische Lage in Taiwan gereizt. Ich hatte mich davor ein bisschen mit der Geschichte der Nachkriegszeit befasst und sonst auch nur den westlichen Mainstream Medien im Bezug auf Taiwan gefolgt. Doch mir ist die die globale Relevanz dieser Insel erst hier bewusst geworden. Taiwan schreibt eine einzigartige Geschichte mit einer jungen gut funktionierenden Demokratie, die in der jungen wachsenden Taiwanesischen Gesellschaft zu spüren ist. In Verbindung mit einigen politischen und geschichtlichen Kursen an der Universität, die ebenfalls anerkannt wurden, habe ich neue, nicht westliche Perspektiven, aufgezeigt bekommen.
Während des Aufenthalts
Ich habe mich gegen ein männliches Vierbettzimmer auf dem Campus entschieden und mir eine sehr kleine, aber für 150 Euro bezahlbare Wohnung im Zentrum gesucht. Neben meinem 15-Stündigen Mandarin Kurs, konnte ich, weil alle Kurse der sozialen Arbeit nur auf Mandarin waren, an anderen Kursen in Geschichte, interkultureller Kommunikation und Politik teilnehmen. Diese wurden alle auf Englisch unterrichtet und hatten eine gute Größe, um Diskussionen und Gruppenarbeiten abzuhalten. Tunghai ist eine sehr große Universität mit vielem verschiedenen Clubs, von Sport bis Kunst ist alles zu finden. Ich wurde sehr herzlich empfangen, es war sehr gut organisiert und ich hatte sogar einen „Buddy“, die mich bei bürokratischen Angelegenheiten und allen anderen Fragen unterstütze. Durch meinen Mandarin- Kurs im Sprachdepartment bin ich mit vielen Internationalen in den Kontakt gekommen und konnte Freundschaften schließen. In den anderen Kursen traf ich auch Taiwanes*innen und konnte Kontakte knüpfen. Außerhalb der Universität spielte ich in einem Fußballteam, in dem ich auch viele andere Menschen in Taichung kennenlernen konnte. Durch die Vielseitigkeit und Größe des Landes konnte ich andere Städte, Wanderungen, Inseln und Strände in Taiwan an Wochenenden besuchen.
Nach dem Rückkehr
Ich bin aus vielerlei Hinsicht sehr glücklich über meine Zeit in Taiwan. Ich konnte viele positive Erfahrungen im interkulturellen Austausch erleben und habe einen anderen Kulturraum auf der anderen Seite der Erde kennengelernt. Ich konnte aus meiner westlichen Bubble entkommen und auf politischer und kultureller Ebene einen Perspektivwechsel vornehmen. Gleichzeitig ist eine Zeit im Ausland immer wieder gut, eine neue Perspektive auf sich selbst zubekommen und vor allem auch im Bezug auf meine spätere Arbeit, einen ständigen Prozess der Reflektion des eigenen Handelns und der eigenen Herangehensweisen zu erzeugen. Auf fachlicher Ebene konnte ich durch den Kurs der interkulturellen Kommunikationen auch neue Erkenntnisse gewinnen und bin ebenfalls sehr positiv gestimmt, dass die Lehre der Sozialwissenschaften in anderen Teilen der Welt ähnliche Schwerpunkte setzt. Zuletzt war ich sehr beeindruckt von dem jungen, lebendigen und vielseitigen Land Taiwan. Ich hoffe, dass andere Studierende die Kooperation nach Taichung weiterführen und die Verbindung weiterausbauen. Ich stehe euch jederzeit mit Tipps und bei Fragen zur Verfügung. Nutzt die Chance in Taiwan!
Auslandssemester in Ulaanbaatar, Mongolei | WS 2022/23
Wo und wann warst du im Ausland?
Ich habe im Wintersemester 2022/2023 im Rahmen meines Masterstudiums das dritte Semester in Ulaanbaatar (Mongolei) verbracht. Dort habe ich die Nationale Universität der Mongolei besucht. Ein Auslandssemester war schon während meines Bachelorstudiums ein großer Wunsch. Leider war es aus finanziellen Gründen nicht möglich. Zudem waren meine Kinder noch sehr klein. Umso besonderer und schöner war es, Vorort die gesellschaftspolitischen Geschehnisse hautnah mitzuerleben und mit Studierenden und Lehrenden in fachlichen Austausch zu kommen.
Wie sahen deine organisatorischen Gegebenheiten aus?
Dank der guten Beratung der International Office wurde mir alles Wichtige mit auf den Weg gegeben. Somit hatte ich genug Zeit mich für die Bewerbung vorzubereiten. Nach der Zusage ging es dann los mit der Kontaktaufnahme der Gastuniversität. Herausfordernd und langwierig war es für mich, inhaltlich adäquate Seminare zu finden, weil mein Studiengang in dieser Form dort nicht angeboten wird und ich kein aktuelles Modulhandbuch finden konnte. Letztendlich hat es doch geklappt und ich habe aus zwei verschiedenen Fakultäten drei Seminare belegen dürfen, die auch von meinen Professor*innen anerkannt wurden.
Einen großen zusätzlichen organisatorischen Aufwand hatte ich in meinem Fall, da ich mit meinen schulpflichtigen Kindern das Auslandssemester geplant habe. Das kostet enorm viel Zeit und Geduld, was sich aber definitiv lohnt!
Wie waren die Uni und die fachlichen Inhalte so?
Ich hatte das Glück, dass ich sowohl den Präsens- als auch Onlineunterricht miterleben durfte, sodass ich im Nachhinein einen guten Vergleich hatte; auch zu meinen Hochschuldozent*innen in Deutschland. Obwohl Mongolisch meine Muttersprach ist, habe ich viele neue Fachbegriffe gelernt und auch inhaltliches. Die Dozenten sind gut informiert und können auf mehrere Sprachen ihre Inhalte weitergeben. Die Diskussionen waren für mich besonders interessant und lehrreich. Eine meiner Dozentin hat selbst in Deutschland studiert und überraschenderweise konnten mehrere Kommiliton*innen Deutsch sprechen. Deshalb waren sie auch sehr interessiert daran, wie die Hochschule in Deutschland aufgebaut ist. Umso schöner finde ich, dass die Beziehung zwischen den beiden Institutionen auf partnerschaftliche Ebene intensiviert wurde.
Wie sah deine Freizeitgestaltung aus?
In meiner Freizeit habe ich mit meinen Kindern mehrere Museen besucht und bin außerhalb Ulaanbaatar aufs Land gefahren. Wir konnten drei verschiedene Jahreszeiten miterleben. Und jede Jahreszeit war für uns sehr besonders. Im Sommer waren wir viel unterwegs und haben die Stadt erkundet. Im Herbst waren wir viel spazieren entlang des Tuul-Fluss und in Naturparks. Trotz des Staus und der Luftverschmutzung im Winter, war es für die Kinder aufregend viel Schnee und untermittelbar in der Nähe die Berge zu sehen. Es ist wunderschön, die sich je nach Jahreszeit in sehr schöner Art und Weise verändernde Landschaft zu erleben.
Hast du noch ein paar abschließende Worte?
Ich bin so unglaublich dankbar für die Möglichkeit und Unterstützung, die mir und meinen Kindern gegeben wurde. Im Verlauf dieses ganzen Prozesses kann es zu verschiedenen Herausforderung kommen. Es ist wichtig, dass man sein Ziel vor Augen hat und sich, wenn nötig, Unterstützung holt. Nach meiner Ankunft merke und sehe ich bei meinen Kindern, dass wir so viel mitgenommen haben und persönlich auch sehr gewachsen sind. Ich möchte auch Studierende mit Kindern ermutigen, ein Auslandssemester zu machen. Für uns war es eine einmalige und wundervolle Erfahrung!

Tanja Reith, M.A.
Position Referentin für Internationales, Stabsstelle
Arbeitsbereich(e) Internationales / International Office
Telefon +49 (0) 30 845 82 135
E-Mail tanja.reith@eh-berlin.de
Büro E-Gebäude, Raum E 116
Sprechzeiten Termine nach Vereinbarung.