Studium
Die Studierenden müssen zum Semesterbeginn über eine Berufserfahrung von mindestens zwölf Monaten im Umfang von mindestens 15 Stunden pro Woche nachweislich in einem beruflichen Handlungsfeld der Sozialen Arbeit verfügen, das Beratungskompetenz erfordert. Die berufliche Tätigkeit soll während des Studiums aufrechterhalten werden. Die Studierenden werden unter Einbeziehung insbesondere pädagogischer, psychologischer, soziologischer, rechtlicher, sozialpolitischer und ethischer Zugänge für den Umgang mit der Vielfältigkeit und Komplexität der aktuellen Herausforderungen von Beratung qualifiziert. Der Studiengang bildet breit aus und greift die verschiedenen Beratungsansätze auf, die für die personenzentrierte psychosoziale Beratung in der Sozialen Arbeit einschlägig sind.
Vorteile, Perspektiven, Schwerpunkte
Psychosoziale Beratung nimmt in der Sozialen Arbeit einen zentralen Stellenwert ein und wird durch das Masterstudium als Professionsmerkmal etabliert. Fachkräfte können sich für diese herausfordernde Aufgabe dezidiert qualifizieren. Gegenüber einer Beratungsweiterbildung wird schulen- und ansatzunabhängig gelehrt, explizit Beratungsforschung auf akademischem Niveau einbezogen und trotzdem ebenso ein hoher Anteil selbstreflexiver Module geboten.
Unsere Absolvent:innen können in allen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit Beratung wissenschaftlich begründet planen, professionell anwenden und kritisch reflektieren. Sie sind in der Lage, Beratungskonzepte und -methoden/-techniken, die zur individuellen Persönlichkeit, zum gewählten Handlungsfeld und zu den individuellen Bedürfnissen der Beratung Aufsuchenden passen, zu entwickeln und anwendungsbezogene Beratungsforschung durchzuführen. Sie können selbständig beratend, leitend und forschend tätig sein.
Die Evangelische Hochschule Berlin ist nach § 10 Abs.5 Berliner Bildungszeitgesetz eine anerkannte Bildungsstätte.
Bitte beachten Sie, dass der Abschluss dieses Studiengangs nicht zur staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter:in führt.
Inhalte und Abläufe
Die Studierenden erwerben in den ersten drei Semestern vertiefte theoretische Wissensbestände zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Beratungsbedarfen, zu verschiedenen Beratungsansätzen und -methoden sowie praktische Handlungskompetenzen durch praxisorientierte Fallarbeit. In der Auseinandersetzung mit ethisch-normativen Rahmenbedingungen und ihrer eigenen Biografie schärfen sie ihre professionelle Identität in beratungseinschlägigen Handlungsfeldern. Ab dem vierten Semester betreiben die Studierenden Beratungsforschung, bauen dadurch ihre Forschungskompetenz aus und beteiligen sich entsprechend an der Weiterentwicklung von Beratungsforschung. Darüber hinaus professionalisieren sie sich insbesondere mit Blick auf notwendige Perspektivenwechsel und kollektive Zusammenarbeit in der – supervidierten – Rolle als Beratung in Anspruch Nehmende und bauen ihre Beratungskompetenzen in einem spezifischen Wahlpflichtmodul aus.
Studienaufbau
Der konsekutive, berufsbegleitende Masterstudiengang ist als Teilzeitstudium angelegt. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester in Teilzeit (90 Creditpoints). Das Studium ist modular aufgebaut und verbindet Theorie und Praxis. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Studiums basieren auf drei Säulen, die parallel in jedem Semester angeboten werden und sich inhaltlich aufeinander beziehen: (1) Theoretische Bezüge, (2) Praxisorientierte Fallarbeit, (3) Identität und professionelles Handeln.
Kompetenzerwerb
Es werden Kompetenzen in folgenden Bereichen erworben:
- Wissensbestände klinischer und lebensweltbezogener Veränderungsmodelle sowie interdisziplinäre Beratungstheorien
- Psychosoziale, sozialpädagogische Diagnostik
- Professionelle Beziehungsgestaltung und Gesprächsführungskompetenzen
- Diversity- und kultursensible Gestaltung von Beratungsprozessen
- Normative und gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Beratung
- Sozialwissenschaftliche Forschung, die zur Promotion befähigt
- Reflexionsfähigkeit und angemessene Flexibilität bezüglich des eigenen Denkens, Erlebens und professionellen Handelns.
Möglichkeiten der Weiterqualifikation
- Mit dem Masterabschluss besteht die Möglichkeit zur Promotion.
- Interessent:innen an einer Weiterqualifikation zum:zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in beachten bitte aufgrund der Übergangsphase durch die Einführung des neuen Gesetzes über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (Psychotherapeutengesetz - PsychThG) vom 15. August 2019 (gilt ab 01. September 2020) die Informationen auf der Website des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) Berlin. Die fachlichen und rechtlichen Fragen (insbesondere zur zeitlich begrenzten Übergangsregelung für Absolvent*innen der Sozialpädagogik / Sozialen Arbeit) können letztendlich nur durch das LaGeSo in Kombination mit dem anvisierten Ausbildungsinstitut beantwortet werden.
