Evangelische Fachhochschule Berlin

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Praxisentwicklung und Evaluation: Qualifizierung der Kommunikation Eltern – Schule (Lehrkräfte und Schulsozialarbeit)

Forschungsthema

Praxisentwicklung und Evaluation: Qualifizierung der Kommunikation Eltern – Schule (Lehrkräfte und Schulsozialarbeit)

Projektdurchführung: Prof. Dr. Karlheinz Thimm

Projektbeschreibung

Aufgabe

Die große Bedeutung eines bildungsfreundlichen Familienklimas für den Schulerfolg der Kinder ist unumstritten. Zahlreiche US-amerikanische Untersuchungen betonen zudem, dass durch „klimatisch" günstige und enge Kontakte zwischen Elternhäusern und Schule die Schulleistungen der Kinder positiv unterstützt werden. Bis in jüngste Zeit wird das Verhältnis von Schule und Eltern in der Bundesrepublik Deutschland allerdings geprägt durch das Muster der routinierten Distanz, hier und dort herrscht gar „eine Tristesse, die die Rede von der Erziehungspartnerschaft und dem Ineinandergreifen von öffentlicher und privater Verantwortung für die Bildungs- und Erziehungsprozesse (...) als gutes Programm denn als realisierte Normalität kenntlich macht" (Bolay u. a. 2004). Abgefragte Elternaktivitäten sind eher an Ideen der politischen Mitbestimmung als an pädagogischer Kooperation orientiert. Die häufigsten Berührungen zwischen Schule und Eltern sind die Elternversammlungen, schulische Bitten um finanzielle und praktische Unterstützung, etwa bei Renovierung oder Festen, sowie negative Kontaktanlässe, sobald es um „Probleme" geht. Heute muss Schule zunehmend Leistungen erbringen, für die Lehrkräfte ungenügend Zeit und durchschnittlich unzureichende Qualifikationen mitbringen. Dazu gehört die Kontaktarbeit mit Eltern. Tatsächlich hat eine Zusammenarbeit mit Vätern und Müttern im Alltag vieler Lehrkräfte keinen hohen Stellenwert; Kommunikationsgestaltung findet im Lehramtsstudium sowie in Fort- und Weiterbildung keine ausreichende Beachtung. Lehrkräfte stehen gerade komplizierten Elternkontakten oft rat- und hilflos gegenüber. Neuerdings wird die Jugendhilfe bzw. die Sozialarbeit an Schule als Brücke und Drehscheibe verwendet, wobei die Aktivierung von Eltern ein „Schnittmengen"-Thema zwischen Schule und Sozialarbeit bleibt und demgemäß Rollenverteilungen und Kooperation reflektiert, verabredet und einzelfallgerecht anzulegen sind.

Vorgehen / Methode

Wir wollen einen dreistündigen Qualifizierungsfilm entwickeln, der von Lehrer/innen und Sozialarbeiter/innen an Schulen weitgehend in Eigenregie (wenn auch angeleitet) eingesetzt werden kann. Die Lehr-DVD soll in zwei Richtungen qualifizieren. Zum Einen geht es um Grundlagen der Kommunikation (Haltungen; Basisstrategien und -techniken), die in der Schule im Rahmen von „regulären" Lehrer-Eltern-Kontakten stattfinden (erster Teil des Films). Zudem soll es auch um Gespräche mit erheblichen Problemanlässen gehen, die Kooperation und Ergänzung durch Sozialarbeit an Schule vorsehen (zweiter Teil). Es werden modellartig eher förderliches und eher hinderliches Gesprächsverhalten vorgeführt und kommentiert. Zudem wird es entlang von Schlüsselsituationen filmbegleitend Aufgaben geben, die in Form von Rollenspiel, Einzel- und Partnerübungen zu bearbeiten sind. Die Broschüre soll flankierendes und vertiefendes Material für die Anleitenden der Fortbildung sowie für Teilnehmer/innen enthalten.

Ergebnis / Produkte

  • Qualifizierungs-DVD für Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter/innen
  • Begleitbroschüre
  • Anleitungstrainings für die Durchführung von Fortbildungen und den Einsatz des Materials
  • Evaluation der Zufriedenheit mit dem Material und den Fortbildungen

Auftraggeber

Das Projekt wird gemeinsam mit dem Kooperationspartner Kobra.net in Potsdam (Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe) durchgeführt.

Projektzeitraum

Juni 2011 bis Dezember 2012

Auftragsvolumen

92.172 Euro

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Kontakt


Prof. Dr. Karlheinz Thimm
Professur für Soziale Arbeit
Soziale Arbeit

Raum A 202
Telefon (030) 845 82 289
E-Mail thimm@eh-berlin.de