Evangelische Fachhochschule Berlin

Forschung

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Studienprojekt "Vor Ort" zum Übergangsmanagement in der Straffälligenhilfe

Forschungsthema

Studienprojekt "Vor Ort" zum Übergangsmangagement in der Straffälligenhilfe

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Steffens

Projektbeschreibung

In diesem Studienprojekt unter Beteiligung von Studierenden der EHB geht es zum einen darum, Vernetzungspotentiale der Versorgungsstruktur im Land Berlin für Haftentlassene (als Bestandsaufnahme) aufzuzeigen und zum anderen anhand von Interviews mit Betroffenen den qualitativen Unterstützungsbe-darf der Haftentlassenen herauszustellen. Zielperspektive ist die Teilhabe Haftentlassener am Leben in der Gesellschaft, die an den einzelnen „gesellschaftlichen Teilbereichen" Arbeit, Bildung, Kultur, soziale Beziehungen, Gesundheit, Wohnen und Finanzen ansetzt.
Durch Analysen der gegenwärtigen Angebotsstrukturen und Erhebungen der Erfahrungen und Vorstellungen von Haftentlassenen zu diesen Aspekten und ihren Teilhabechancen - im Wohnumfeld, in der Gesellschaft sowie durch quartiersbezogene Praxisprojekte - leistet das Projekt einen Beitrag zur Diskussion fachlicher Standards im Übergangsmanagement, aber langfristig auch für kommunale Planungs- und Umstrukturierungsprozesse. (Die Forschungsarbeit gestaltet sich als dynamischer Prozess, in dessen Verlauf auf individueller, struktureller, personeller und konzeptioneller Ebene Impulse zur Weiterent-wicklung der Strukturen der Straffälligenhilfe gegeben werden. Dabei kommt sozialräumlichen Konzepten eine zentrale Bedeutung zu.) Teilhabe wird in dem Projekt bewusst in den Dimensionen der Leitprinzipien sozialräumlicher Arbeit verstanden (Wille, Selbsthilfe, Ressourcen, zielgruppenübergreifende Arbeit, Vernetzung). Im Mittelpunkt stehen Befragungen der Betroffenen, bezogen auf die derzeitige Wohn- und Teilhabesituation und auf den von ihnen als dringlich eingeschätzten Veränderungsbedarf, der einen möglichen Ansatzpunkt für Aktivitäten darstellt.

Forschungsziele

Ausgangspunkt für das Projekt zum Übergangsmanagement war die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Resozialisierungssystem der Straffälligenhilfe und der besonderen Problematik der Gestaltung des Übergangs zwischen Drinnen und Draußen. Hier stellten sich vielfältige Fragen: Wie ist es möglich, dass jemand nach der Entlassung wohnungslos wird? Warum greift hier die Entlassungsvorbereitung nicht? Welche Hilfen zur Resozialisierung gibt es überhaupt? Und vor allem mit Blick auf die Klienten: Wie kommt es dazu, dass man gegen den eigenen Willen wieder rückfällig wird und wie fühlt es sich für einen haftentlassenen Menschen an, wenn er voll guter Vorsätze entlassen wird und dann ist es so schwer, in der Gesellschaft seinen Platz zu finden. Aus diesen Diskussionen ist die Idee eines praxisnahen eigenen Projektes entstanden, mit dem Anliegen, sich mit der Situation Haftentlassener konkret an Beispielen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig ist hiermit das didaktische Ziel verbunden, den Studierenden einen praxisnahen Einstieg in die Lebenswelten Straffälliger zu ermöglichen. Besonderer Fokus wird, gerade in Anbetracht der Versäulung des Hilfesystems, darauf gelegt, auch soziale Dienste einzubeziehen, die nicht unmittelbar Straffällige als Zielgruppe definieren, um den i.d.R. kumulierten Problemlagen Rechnung zu tragen (z.B. Sucht, Schulden).

Kooperationspartner

JVA Düppel (Offener Vollzug)
Straffälligen- und Bewährungshilfe Berlin e.V. (sbh)

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Kontakt

Prof. Dr. Birgit Steffens
Soziale Arbeit

Raum A 208
Telefon (030) 845 82 127
Fax (030) 845 82 217
E-Mail steffens@eh-berlin.de