Neugier als Kompass: Rückblick auf ehb.forscht 2025
Am 29. Oktober 2025 war die Evangelische Hochschule Berlin (EHB) Gastgeberin der Veranstaltung „ehb.forscht“, bei der Studierende, Lehrende und Gäste zusammenkamen, um herausragende Abschlussarbeiten und das forschungsorientierte Profil der Hochschule zu feiern. Mit der Verleihung des „Gräfin von der Schulenburg-Preises“ für exzellente Bachelorarbeiten und der „Dietmar Freier Auslobung“ für besondere Masterarbeiten wurden unter dem Motto: "Neugier als Kompass" herausragende Studierende der Hochschule ausgezeichnet. Zudem wurde auch der DAAD-Preis für internationale Studierende vergeben.
Die Begrüßung und Moderation erfolgte durch Lena Marie Bauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrbereich Inklusion und Teilhabeforschung an der EHB. Der Präsident der EHB, Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner, betonte in seiner Eröffnungsrede die Tradition der Preisvergabe und die damit verbundene Hervorhebung von Wissenschaft und Forschung an der EHB. Dabei unterstrich er, wie wichtig es sei, wissenschaftliche Erkenntnisse immer wieder kritisch zu prüfen und anzupassen: „Forschung bedeutet, neues Wissen zu schaffen – und es auch kritisch zu hinterfragen, wenn es sich in der Praxis als unbrauchbar erweist. Genau hierin liegt die Stärke anwendungsorientierter Forschung. Die Auszeichnungen, wie der Gräfin von der Schulenburg-Preis und die Dietmar Freier Auslobung, sollen Studierende motivieren, aktuelle Themen gründlich zu erforschen, kritisch zu beleuchten und ihre Erkenntnisse in die fachöffentliche Diskussion einzubringen.“
DDR-Jugendhilfemaßnahme “Entscheidung mit alternativem Charakter (EmaC)"
Der Gräfin von der Schulenburg-Preis 2025 ging an Annabell Bergander aus dem Bachelorstudiengang Soziale Arbeit. In ihrer Abschlussarbeit untersuchte sie ein bisher nicht erforschtes Thema zur DDR-Jugendhilfemaßnahme “Entscheidung mit alternativem Charakter (EmaC)". Ihre Arbeit zeigt die Erfahrungen der Betroffenen und enthält Belege dafür, dass viele EmaC-Maßnahmen willkürlich und unrechtmäßig waren, wie beispielsweise die Heimeinweisung von Kindern oder der Sorgerechtsentzug der Eltern. Ziel der Arbeit ist es einen Beitrag zur gesellschaftlichen Aufarbeitung von Leid und Unrecht zu leisten sowie die Sichtbarmachung von Biografien.
Ihre Gutachterin Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning lobte in ihrer Laudatio Annabell Berganders Forschungsansatz und Herangehensweise in der Arbeit: “Wir brauchen diese Forschung, um zu wissen, was in diesem Land passiert und um gesellschaftliche Relevanz für unterschiedliche Problematiken und Thematiken zu schaffen. Diese Arbeit zeigt uns, warum es wichtig ist, eine kritische Öffentlichkeit zu haben.”
Annabell Bergander hatte stets ein reges Interesse an der DDR und war mit voller Hingabe am Forschungsprojekt, das politisch motivierte Adoptionen in der DDR untersuchte, beteiligt.
Neu zugewanderte vietnamesische (werdende) Mütter in Berlin: Beratung zwischen Herausforderungen und Ressourcen - Eine qualitative Untersuchung
Im Rahmen der Dietmar Freier Auslobung wurde die Masterarbeit von Lotta Heimes aus dem Studiengang Beratung in der Sozialen Arbeit prämiert. Ihre Forschung befasst sich mit zugewanderten vietnamesischen Müttern in Berlin und betrachtet deren Herausforderungen und Ressourcen – ein bisher kaum erforschtes Gebiet und ein Thema von großer gesellschaftlicher Relevanz. Ihre Gutachterin Prof.in Dr. Stefanie Sauer lobte in ihrer Laudatio Lotta Heimes gelungene Verbindung von Theorie und Praxis und bezeichnete ihre Abschlussarbeit als “Sternstunde der Hochschule”.
Lotta Heimes studierte an der Katholischen Hochschule in Köln und arbeitete mit Menschen mit Migrationshintergrund zusammen. Ausschlaggebend für das Thema ihrer Abschlussarbeit war eine Studienreise nach Hanoi. Hier führte sie Interviews mit vietnamesischen Müttern auf Englisch und teils auf vietnamesisch.
Weitere Auszeichnungen und besondere Würdigungen
Gabriela Zavala erhielt den DAAD-Preis für herausragende internationale Studierende. Sie ist bereits seit sieben Jahren in Deutschland und ihr Engagement und ihr Beitrag zur sozialen Inklusion wurden im Rahmen der Veranstaltung besonders hervorgehoben.
Neben diesen beiden Hauptpreisen wurden weitere Arbeiten prämiert, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen. Zweite Plätze im Wettbewerb um die Dietmar Freier Auslobung gingen an Adele A'bississong und Pauline Ochlast, beide aus dem Studiengang Beratung in der Sozialen Arbeit, die sich mit häuslicher Gewalt nach Trennung sowie Partnerschaft zwischen Liebe, Likes und Illusionen befassen.
Beim abschließenden Empfang nutzten die Teilnehmer:innen die Gelegenheit, sich im Foyer der Hochschule über die Forschungsergebnisse und Ideen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
ehb.forscht – Plattform für wissenschaftlichen Austausch
Seit 19 Jahren bietet ehb.forscht eine wertvolle Plattform für Austausch und Inspiration zwischen Studierenden, Lehrenden und Expert:innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Die wissenschaftlichen Beiträge und Diskussionen spiegeln praxisnahe Forschung wider, die an der EHB gelehrt und gefördert wird. Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, wie theoretisch fundierte Forschung zu besserem Verständnis sozialer, gesundheitlicher und bildungsbezogener Themen beiträgt. Damit betont die EHB ihre Mission, gesellschaftlich relevante Fragestellungen aufzugreifen und Studierende zu ermutigen, innovative und nachhaltige Lösungen für gegenwärtige Herausforderungen zu entwickeln.
Preise zur Anerkennung herausragender Leistungen: Der Gräfin-von-der-Schulenburg-Preis ist mit 800 Euro dotiert (erster Platz), gefolgt von 200 Euro für die weiteren Nominierten. Die Dietmar-Freier-Auslobung umfasst 1.000 Euro, die beiden zweiten Plätze erhalten jeweils 500 Euro. Der DAAD-Preis kommt mit einer Prämie von 1.000 Euro.
Ein besonderer Dank geht an die externen Partnerinnen und Partner sowie Hochschulmitglieder, die ihre Expertise in die Jury eingebracht haben. Organisiert wurde die diesjährige Veranstaltung vom Team des Zentrums für Fort- und Weiterbildung (ZFW). Vielen Dank für die großartige Vorbereitung und Umsetzung.
Jessica Appenroth, B.A.
Position Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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