Fachliche Diskussion, Workshops und Austausch

Forschungsergebnisse zu DDR-Zwangsadoptionen an der EHB vorgestellt

Rund 150 Gäste diskutierten am 23. Januar 2026 an der Evangelischen Hochschule Berlin die Ergebnisse einer bundesweit beachteten Studie zu Zwangsadoptionen in der DDR, die im Auftrag des Deutschen Bundestages erstellt wurde.

Der Forschungsverbund: Prof.in Dr. Heide Glaesmer, Prof.in Dr. Birgit Wagner, Prof. Dr. Karsten Laudien, Prof. Dr. Heiner Fangerau und Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning
© Ph. Demant, EHB
Der Forschungsverbund: Prof.in Dr. Heide Glaesmer, Prof.in Dr. Birgit Wagner, Prof. Dr. Karsten Laudien, Prof. Dr. Heiner Fangerau und Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning

Am 23. Januar 2026 präsentierte das Deutsche Institut für Heimerziehungsforschung (DIH), An-Institut der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB), die zentralen Ergebnisse seiner dreieinhalbjährigen Forschungsarbeit zu Zwangsadoptionen in der DDR. Die Studie wurde im Auftrag des Deutschen Bundestages durchgeführt und vom Bundesministerium des Innern gefördert.

Geleitet wurde der interdisziplinäre Forschungsverbund von Prof. Dr. Anke Dreier-Horning und Prof. Dr. Karsten Laudien. Beteiligt waren Wissenschaftler:innen der Universitäten Leipzig, Düsseldorf und Mainz sowie der Medical School Berlin. Im Rahmen einer öffentlichen Abschlusstagung an der EHB wurden die Ergebnisse erstmals vorgestellt und zur Diskussion gestellt.

Rund 150 Gäste – darunter Betroffene, Wissenschaftler:innen, Berater:innen, Studierende sowie Fachkräfte aus Verwaltung und Praxis – nutzten die Veranstaltung für einen intensiven fachlichen Austausch. In Grußworten und Redebeiträgen würdigten Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner (Präsident der EHB), Sebastian Wüste (Staatssekretär im Bundesministerium des Innern), Dr. Maria Nooke (Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Brandenburg) sowie Evelyn Zupke (SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag) die Bedeutung der Forschungsergebnisse und gratulierten dem Forschungsteam zu seiner erfolgreichen Arbeit.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Zwangsadoptionen in der DDR vor allem durch unverhältnismäßig harte Eingriffe der Jugendhilfe ermöglicht wurden. Dieses Unrecht gründete sich auf autoritäre Strukturen, fehlenden Rechtsschutz und weitreichende Handlungsspielräume der örtlichen Jugendhilfebehörden. Zugleich zeigen die Forschungsergebnisse, dass ein systematisch zentral gesteuertes und politisch motiviertes Vorgehen nicht nachweisbar ist.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und Presseberichte stehen auf der Webseite des DIH zum Download zur Verfügung.

Impressionen von der Veranstaltung am 23. Januar 2026 an der EHB

Sebastian Wüste, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren (BMI)
© Ph. Demant, EHB
Sebastian Wüste, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren (BMI)
Evelyn Zupke, SED Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag, auf dem Podium
© Ph. Demant, EHB
Evelyn Zupke, SED Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag, auf dem Podium
Teilnehmende der Abschlusstagung im Audimax der EHB
© Ph. Demant, EHB
Teilnehmende der Abschlusstagung im Audimax der EHB
Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner, Präsident der EHB
© Ph. Demant, EHB
Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner, Präsident der EHB
Eva Maria Richter, Zeitzeugin
© Ph. Demant, EHB
Eva Maria Richter, Zeitzeugin
Dr. Nils Köffelbein, Universität Düsseldorf
© Ph. Demant, EHB
Dr. Nils Köffelbein, Universität Düsseldorf
Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning im Gespräch
© PÖA/EHB
Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning im Gespräch
Prof. Dr. Karsten Laudin im Gespräch
© PÖA/EHB
Prof. Dr. Karsten Laudin im Gespräch
Austausch auf dem Podium
© Ph. Demant, EHB
Austausch auf dem Podium
Workshop Adoptionsakten in der DDR. Mit Martina Meiselbach, Annabell Bergander (Absolventin der EHB und Preisträgerin bei EHB forscht 2025) und Prof.in Dr. Anke Dreier Horning (EHB)
© Ph. Demant, EHB
Workshop Adoptionsakten in der DDR. Mit Martina Meiselbach, Annabell Bergander (Absolventin der EHB und Preisträgerin bei EHB forscht 2025) und Prof.in Dr. Anke Dreier Horning (EHB)
Prof. Dr. Heiner Fangerau im Workshop Mediendiskurs zur Zwangsadoption in den 1970er Jahren
© Ph. Demant, EHB
Prof. Dr. Heiner Fangerau im Workshop Mediendiskurs zur Zwangsadoption in den 1970er Jahren

Prof. Dr. Anke Dreier-Horning

Position Professorship for pedagogy in Social Work | Co-Head of the Bachelor's program in Social Work

Telefon +49 (0)30 845 82 254

E-Mail anke.dreier-horning@eh-berlin.de

Ort/Büro House E, Room E 209

Sibylle Baluschek, M.A.

Position Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Stabsstelle

Telefon +49 (0) 30 845 82 262

E-Mail sibylle.baluschek@eh-berlin.de

Ort/Büro A 109, A-Gebäude

Sprechzeiten Montag bis Donnerstag ganztägig

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