Care-Arbeit, Gleichstellung und Sprache im Fokus: Erste FLINTA-Vollversammlung an der EHB
Mit einem Vortrag von Prof.in Dr. Stefanie Kämper, Diskussionen zu Care-Arbeit und der Vorstellung eines Leitfadens für geschlechtersensible Sprache fand am 7. Mai 2026 die erste FLINTA-Vollversammlung an der EHB statt. Die Veranstaltung knüpfte an die langjährige Arbeit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an und setzte wichtige Impulse für Gleichstellung und Hochschulkultur.
An der EHB fand erstmals eine Vollversammlung für Frauen, Trans*, Inter* und nicht-binäre Personen (FLINTA) statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule, Dr. Dagmar Kubanski, die damit bereits die fünfte Vollversammlung zu Gleichstellungsthemen an der Hochschule ausrichtete. In ihrer Begrüßung zeigte sie sich erfreut darüber, dass Personen aus allen Statusgruppen der EHB an der Versammlung teilnahmen. Zudem verwies sie auf weitere Unterstützungs- und Beratungsangebote der Hochschule, darunter die externe Beratungsstelle bei Diskriminierungserfahrungen sowie die Beratung bei sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt.
Als Gastrednerin sprach Prof.in Dr. Stefanie Kämper, ehemalige Kollegin im Studiengang Bachelor of Nursing und heute Professorin für Hochkomplexe Pflege an der Hochschule Neubrandenburg. In ihrem Vortrag "Equal Care - die unsichtbare Sorgearbeit” beleuchtete sie die gesellschaftliche Bedeutung von Care-Arbeit, die weiterhin überwiegend von Frauen geleistet wird. Dabei machte sie unter anderem auf den Gender Care Gap aufmerksam, wonach Frauen täglich durchschnittlich 76 Minuten mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten als Männer. Auch wirtschaftliche Ungleichheiten wurden thematisiert – so liegt das durchschnittliche Bruttogehalt von Frauen bei 22,81 Euro pro Stunde, das von Männern bei 27,05 Euro.
Mit Aussagen wie „Gleichberechtigung beginnt in unseren Köpfen“, „Echte Gleichstellung ist ein Gewinn für die Gesellschaft“ oder „Es gibt kein Putzgen“ regte Prof. Dr. Kämper zur Diskussion über gesellschaftliche Rollenbilder und strukturelle Ungleichheiten an. Vor dem Hintergrund von aktuell rund 5,6 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wurde deutlich, wie zentral Care-Arbeit für das gesellschaftliche Zusammenleben ist.
Darüber hinaus stellte die studentische Mitarbeiterin der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, Dorit Schüler, einen ersten Entwurf für einen Leitfaden zu geschlechtersensibler Sprache an der EHB vor, der im Akademischen Senat beraten werden soll.
Die Vollversammlung bot Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Perspektiven auf eine gerechtere Hochschulkultur.
Dr. phil. Dagmar Kubanski
Position Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Ort/Büro A 109, A-Gebäude
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