Adventsgottesdienst 2025: Gemeinsam innehalten – und das Gute stärken
Beim Adventsgottesdienst der EHB kamen Studierende, Lehrende und Gäste zu einer atmosphärischen Feier zusammen. Mit ihrer Predigt zur Jahreslosung 2025 ermutigte Julia Daser dazu, bewusst hinzuschauen, klug zu prüfen – und Hoffnung und Liebe groß zu halten.
Festlich, feierlich und voller Vorfreude: Am 9. Dezember fand der diesjährigen Adventsgottesdienst an der EHB statt. Studierende des ersten Semesters Evangelische Religionspädagogik hatten diesen gemeinsam mit Prof. Dr. Philipp Enger und Julia Daser vorbereitet. Da die Kirche „Zur Heimat“ wegen einer parallelen Veranstaltung nicht zur Verfügung stand, verwandelte sich kurzerhand der Hörsaal in einen festlichen Ort: Ein kleiner Altar, liebevoll arrangierte Blumen und weihnachtliche Dekoration schufen eine stimmungsvolle Atmosphäre für das gemeinsame Beisammensein.
Musikalisch eröffnet wurde der Gottesdienst durch ein Vorspiel von Volker Hedtfeld auf dem E-Piano, der die Feier musikalisch begleitete. Nach Begrüßung, Votum und dem Tagesgebet folgte eine Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (12, 17–21), vorgetragen von Studierenden. Anschließend sprachen die Anwesenden gemeinsam das Glaubensbekenntnis Dietrich Bonhoeffers.
Im Zentrum des Gottesdienstes stand die Predigt von Julia Daser, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Studiengangsleitung des berufsbegleitenden Studiengangs Evangelische Religionspädagogik. Sie sprach über die Jahreslosung 2025: „Prüft alles und behaltet das Gute“ (1. Thessalonicher 5,21). Daser knüpfte an das Bild eines Geschenks an – manche Gaben nehme man mit Freude an, andere hingegen müsse man mit Vorsicht prüfen. Dazu erzählte sie die Geschichte eines Mönchs, der sich entschied, die Wut eines Besuchers nicht anzunehmen: Ein Beispiel dafür, dass man nicht alles, was einem gereicht wird, übernehmen muss.
Die Predigt spannte einen Bogen von den frühen christlichen Gemeinden bis in die Gegenwart. So erinnerte Daser daran, dass das Christentum in Thessalonich noch im Werden war, ohne fertiges Neues Testament, getragen von den Erzählungen des Apostel Paulus. „Es war nicht alles automatisch richtig“, sagte sie – ein Hinweis darauf, wie notwendig das Prüfen damals wie heute sei. Sie verwies darauf, dass jeder Mensch täglich unzählige Entscheidungen treffe und es Teil christlicher Verantwortung sei, wohlwollend zu interpretieren, die Logik des Gegenübers zu verstehen und „das Beste herauszulesen“, um gemeinsam konstruktive Wege zu finden und miteinander weiterzukommen.
Auch die Gegenwart der EHB fand ihren Platz: Von Haushaltsverhandlungen über das abgesagte Sommerfest bis hin zu Diskursräumen zum Thema Gaza – all dies seien Situationen, die uns „gereicht“ werden und die nach Haltung, Abwägung und Prüfung verlangen. Ebenso blickte Daser auf die neue Friedensdenkschrift der EKD und die veränderte globale Lage, in der Realismus und Idealismus neu austariert werden müssen. Die Jahreslosung traue uns zu, dass wir diese Prüfprozesse bestehen können.
Der Advent schenke – so Daser – eine Atempause, die uns dazu einlädt, innezuhalten, bewusst hinzuschauen und vor wichtigen Entscheidungen einmal auf „Stopp“ zu drücken. Denn Prüfen bedeute auch, Hoffnung und Liebe zu stärken. In den Worten der Predigt: „Der Friede Gottes halte unseren Verstand wach und unsere Hoffnung groß.“
Nach einer weiteren Lesung aus Jesaja 9,1–3 folgten Kerzengebet, Fürbitten und das Vaterunser. Den Abschluss bildeten Segen und musikalisches Nachspiel.
Impressionen aus dem Adventsgottesdienst
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