Evangelische Fachhochschule Berlin

Pressemeldung 8. November 2017

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© EHB. Das Foto zeigt Florian Beese zusammen mit seiner betreuenden Dozentin Dipl.-Pflegewirtin Stefanie Kemper, EHB, (links) und der Jurorin Dipl. Päd. Rosemarie Bristrup, Bereichsleiterin Versorgung und Bevölkerungsmedizin an der Bundesärztekammer Berlin.

Denken und Hinterfragen. EHB verleiht den jährlichen "Gräfin von der Schulenburg-Preis"

Bachelorabsolvent Florian Beese, B. Sc., erhält die mit 800 EUR dotierte Auszeichnung für seine Forschungsarbeit "Herausforderungen von Dienstübergaben im Setting Respiratory Care Unit (RCU)".

Der 11. „Gräfin von der Schulenburg-Preis“ der Evangelischen Hochschule Berlin geht in diesem Jahr erneut in den Studiengang Bachelor of Nursing (BoN). Damit setzte sich bereits zum vierten Mal in Folge ein Absolvent aus dem dualen Gesundheitsstudiengang im Wettbewerb um den Hochschulpreis für die beste Präsentation der Abschlussarbeit durch. Im Rahmen der hochschulweiten Veranstaltung ehb.forscht am 7. November 2017 stellten sechs nominierte Absolvent_innen der EHB ihre Forschungsarbeiten im Auditorium Maximum vor. „Dies ist eine ganz besondere Wertschätzung unseres Studiengangs“, freut sich die derzeitige Studiengangsbeauftragte BoN, Prof. Dr. Erika Feldhaus-Plumin, nach Bekanntgabe des Gewinners. „Und es zeigt doch, dass unsere Absolvent_innen sich auf dem Feld der Forschungspräsentation gut behaupten“. Mit seinem freigesprochenen und anschaulichen Vortrag zum Thema „Herausforderungen von Dienstübergaben im Setting Respiratory Care Unit (RCU) am Beispiel von Gesundheits- und Krankenpfleger_innen“ konnte er sich bei der sechsköpfigen externen Jury durchsetzen. In seiner Präsentation wies Florian Beese eindrücklich auf den aktuellen Status Quo bei Dienstübergaben und die Arbeitsbedingungen für das Klinikpersonal auf Intensivstationen hin. In seinem Fazit forderte er u. a. eine breiter angelegte Forschung zum Thema sowie eine Standardisierung der Prozesse und Abläufe zur Verbesserung der Situation, gerade auch vor dem Hintergrund des Patientenwohls.

Dass die Entscheidung der Jury knapp werden würde, zeichnete sich bereits im Wettbewerb ab, denn alle sechs Vorträge waren fachlich sehr fundiert und in der Präsentation herausragend. Darüber hinaus boten die Themen der Forschungsarbeiten auch einen Blick auf derzeit aktuell relevante Gesellschaftsthemen: So wies Christina Marie Draht aus dem Studiengang Kindheitspädagogik in ihrer Arbeit „Das Recht der Kinder auf gewaltfreie Erziehung in Krippe, Kindergarten und Hort” auf ein bislang in der Forschung wenig beachtetes, in der Realität aber sehr brisantes Thema hin. Die Pflegemanagerin Gertraude Elisabeth Langbehn widmete ihre Forschungsarbeit den Möglichkeiten der Unterstützung pflegender Angehöriger bei Demenz und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Auftrag, diese Menschen auch einzubinden, z. B. durch lokale Netzwerkarbeit. Aus dem Studiengang Soziale Arbeit referierte Stefanie Tepie Tame zum Thema Arbeit mit Geflüchteten und den Herausforderungen, die eine rechtliche Betreuung mit sich bringt. Hierbei verwies sie u. a. auf die Notwendigkeit interkultureller und kommunikativer Kompetenzen sowie Empathie und Ambiguitätstoleranz, die Mitarbeitende mitbringen müssten, um die psychische und physische Gesundheit der Klient_innen sicherstellen zu können. Die Hebamme Lea Schlicht widmete sich in ihrer Forschungsarbeit alternativen Methoden des Schmerzmanagements während der Geburt und stellte die Musik-Analgesie vor, und der evangelische Religionspädagoge Günter Hänsel befasste sich mit der mystischen Tradition des Christentums und ihrer Bedeutung für heute. Fragen wie „Wer oder was ist Gott?“ und „Wer ist der Mensch?“ standen hier im Spannungsfeld von theologischer Spiritualität und gelebter Realität im gemeindepädagogischen Handlungsfeld, so u. a. bei Fragen zum interreligiösen Dialog und im Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen.

Seit 2007 veranstaltet die EHB einmal im Jahr im Wintersemester die hochschulweite Veranstaltung ehb.forscht. „Wir wollen mit dieser Veranstaltung den Fokus auf Forschung an Hochschulen legen und zeigen, was hier geleistet wird“, sagte der Rektor der EHB, Prof. Dr. Anusheh Rafi, in seiner Begrüßungsrede. Forschen heiße Denken und Hinterfragen, das beziehe sich auf Schriften genauso wie auf Personen, Autoritäten und auch sich selbst. Hier stehe man als evangelische Hochschule in guter Tradition der Reformatoren, die dies vor 500 Jahren getan haben.
Im Rahmen des Gräfin von der Schulenburg-Preises ermöglicht die Hochschule dem Gewinner auch die Online-Veröffentlichung der Forschungsarbeit und damit einem breiten Fachpublikum den Zugang. Diese Arbeiten werden oft nachgefragt und einige der ehb.forscht Preisträger_innen sind inzwischen erfolgreich in der Wissenschaft aktiv, wie z.B. der Absolvent und Gewinner im Jahr 2012, Sebastian Friedrichs. Mittlerweile an der Uni Duisburg-Essen promoviert, ist der Sozialwissenschaftler erfolgreicher Publizist, u. a. als Redakteur einer Online-Zeitschrift, und arbeitet als Lehrbeauftragter an der EHB. Die Preisträgerin von 2010, Tamara von Abendroth aus der Sozialen Arbeit, erhielt 2011 den Tiburtius-Preis und Pflegemanagerin Yve Weidlich (Absolventin 2011) forscht inzwischen seit mehreren Jahren im Berliner Forschungsnetzwerk „Palliative Pflege für demenziell erkrankte Menschen".

EHB | Pressemeldung vom 8. Nobember 2017

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Zur Person: Florian Beese, Bachelor of Science 2017

Nach einem freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) im Zentral-OP des Paul-Gerhardt-Stift der Lutherstadt Wittenberg studierte Florian Beese ab 2013 im dualen Studiengang Bachelor of Nursing an der EHB. Nach sechs Semestern absolvierte er die Prüfung zum examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger und begann 2016 im letzten Studienjahr auf einer Intensivstation für Langzeitbeatmung und Weaning im Vivantes Klinikum Neukölln zu arbeiten. Seit seinem Abschluss im September 2017 arbeitet er weiterhin im Klinikum. Für die Zukunft plant Florian Beese eine weiterführende wissenschaftliche Karriere. Aktuell legt er sich noch noch nicht fest, ein Masterstudium in der Pflegewissenschaft ist jedoch wahrscheinlich.