Evangelische Fachhochschule Berlin

Projekt Bezert

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Arbeitstagung - Dokumentation

   

Handreichung kompetenzorientierte Hochschule

Die gewonnenen Erkenntnisse der Tagung werden zusammen mit anderen Beiträgen in einer Handreichung veröffentlicht, die von der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“ herausgegeben und somit als Ideensammlung für Hochschulentwicklung zur Verfügung stehen wird.

Ein wesentliches Ergebnis der Tagung ist die Erarbeitung von Gelingensbedingungen, die zur Entwicklung einer kompetenzorientierten Hochschule beitragen. Dieses Ergebnis finden Sie hier in Form eines Manifests
(1. Entwurf).

Impressionen, Dokumente und Zusammenfassungen der einzelnen Workshops finden Sie unter den jeweiligen Titeln:

Tagungsvideo

Anerkennung und Anrechnung in Hochschulen qualitätsgesichert verankern und leben​

Nina Wachendorf, HS Niederrhein

Die Anrechnung bzw. Anerkennung (außer-)hochschulisch erworbener Kompetenzen ist seit Januar 2015 Teil der (Re-)Akkreditierung von Studienangeboten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden durch die jeweiligen länderspezifischen Hochschulgesetze, die Ratifizierung der Lissabon-Konvention sowie durch Empfehlungen des Wissenschaftsrates und der Kultusministerkonferenz bestimmt.

So weit, so gut!

Aber Sie in Ihrer Funktion als Lehrende, Prüfungsausschussmitglieder, Studiengangsentwickler oder Verwaltungsmitarbeiter müssen diese Vorgaben und Empfehlungen umsetzen und mit Leben füllen. Dabei stehen Sie nicht nur vor der Herausforderung transparente und qualitätssichernde Prozesse und Verfahren an Ihrer Hochschule/Ihrem Fachbereich zu implementieren, sondern auch vor der Frage, wie Sie Ihr Kollegium für die Thematik der Anrechnung und Anerkennung begeistern können. Welche Maßnahmen und Strategien tragen dazu bei, dass eine positive Grundhaltung in Ihrem Kollegium entsteht und die Prozesse und Verfahren mit Leben gefüllt werden?

Als Einstieg in den Workshop wurde beispielhaft die hochschulweite Anerkennungsordnung der Hochschule Niederrhein sowie die Maßnahmen und Strategien zur Schaffung einer Anerkennungskultur in der Hochschule vorgestellt. Im Anschluss daran erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen, ausgehend von verschiedenen Fragestellungen, eine exemplarische Rahmenordnung und diskutierten mögliche Maßnahmen und Strategien zur Schaffung einer positiven Anerkennungskultur.



Präsentation


Aufgaben- und praxisorientiert Lehren: Die CurriculumSchmiede I und II

Dr. Anna Shkonda und Claudia Theilmann, Uni Magdeburg

Kompetenzorientierung in der Bildungsarbeit ist aktuell ein zentrales und viel diskutiertes Thema. Vor allem mit der Bologna-Reform sind Hochschulen aufgefordert, Studienangebote und Prüfungen kompetenzorientiert anzulegen. Allerdings zeigt sich an vielen Hochschulen, dass diesen Anforderungen bisher allenfalls formal Rechnung getragen wird. So scheint die Schwierigkeit in der Erkenntnis zu bestehen, dass die Kompetenz ohne Handlung, ohne Performanz nicht ausgebildet werden kann. Entsprechend bedarf es Lehr-Lernformate, die beides – Wissen und Handlung bzw. Performanz – miteinander verbinden. Eine weitere Schwierigkeit besteht in der mittlerweile fest etablierten Praxis des Hochschulbetriebs: Lehrende sind mit der Aufgabe Lehr-Lernprozessen zu entwickeln mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Oftmals input- statt kompetenzorientierte Lehr-Lernformate schüren die Unzufriedenheit von Studierenden.

Die CurriculumSchmiede als ganzheitliche Strategie kann den Hochschulakteuren helfen, den Prozess der Entwicklung und Übertragung von Curricula kompetenzorientiert zu gestalten. Damit kann sie den oben beschriebenen Schwierigkeiten entgegenwirken und Verantwortliche unterstützen, Studienprogramme sowie Lehr-Lerneinheiten bedarfs- und kompetenzorientiert zu entwickeln.

Der erste Workshop adressiert den qualifizierenden Sinn eines Studienprogramms, indem es zu klären gilt, welche basalen Bildungsaufgaben durch ein Lernangebot, eine Lehrveranstaltung, ein Studienprogramm oder auch ein konkretes Fach bearbeitet werden sollen. Sind derartige Zielvorstellungen bereits bekannt, dient dieser Workshop dazu, die gestellten Ziele oder die bereits formulierten Vorstellungen zu reflektieren und zu hinterfragen. Der so erarbeitete »bildende Sinn« ist ein zentraler Bestandteil der CurriculumSchmiede, weil dieser als Leitsatz im Sinne einer richtungsweisenden Vision die Grundlage für die auszubildenden Kompetenzen und Lernergebnisse bildet. Dem zweiten und dritten Workshop liegt das Konzept der aufgabenorientierten Didaktik zugrunde. Workshop 2 unterstützt dabei die Teilnehmenden, neben kleineren (Lern-)Aufgaben auch komplexere Aufgaben, die fach- und modulübergreifend von Studierenden bearbeitet werden, zu entwickeln.

 

Präsentation
Handout

Constructive Alignment konkret. Wie kann die Umsetzung in der Hochschul(lehr)e erfolgen?​

Claudia Albrecht, Evangelische Hochschule Dresden

Das Konzept des Constructive Alignment gilt als gute Möglichkeit, die Hochschullehre kompetenzorientiert zu gestalten.

Was heißt das aber konkret? Wie lassen sich die dem Konzept zugrunde liegenden Prinzipien umsetzen? Welche Veränderungen in der Lehr- u. Modulplanung sind dafür erforderlich? Welche Bereiche betroffen?

Diese und andere Fragen waren Themen, denen sich der Workshop widmete. 

Nach einer Abfrage der Wünsche und Erwartungen der Teilnehmenden wurde mit der Methode des World Cafés gearbeitet. Es wurden anhand konkreter Beispiele aus dem Hochschulkontext Strategien entworfen, die alle bei der Einführung des Constructive Alignment zu berücksichtigenden Bereiche beinhalten.

      

 

 

Educational Design Thinking: Eine angewandte Kontaktaufnahme

Nico Raichle

Zeitgemäße kompetenzorientierte Lehr-Lernarrangements besitzen für Lernende und Lehrende einen hohen Stellenwert. Das ist eine komplexe Herausforderung, die alle Hochschulen unter der Leitfrage: „Wie sieht ein ideales handlungsbezogenes und problemlösendes Lehr-Lernarrangement aus?“, betrifft! Ihre Umsetzung, ist nicht pauschal sondern individuell möglich und niemals abgeschlossen; somit ein „wicked problem“, das einer differenzierten Lösung bedarf, wie dem (Educational) Design Thinking.

Design Thinking ist ein handlungsbezogener multi-instrumenteller Ansatz mit dem Ziel, zielgruppenspezifische Bedürfnisse einer sog. „Design Challenge“ iterativ zu identifizieren und in ansprechende und nachhaltige Lösungen umzusetzen. Aktuelle Nutzendenzentriertheit und das Streben nach einer aktuell idealen Bedürfnisorientierung der Zielgruppe(n) zeichnen diesen Ansatz aus. Um das Erwünschte, Realisierbare und Brauchbare ideal miteinander zu verbinden kombiniert Design Thinking die bestmögliche Problemidentifikation zusammen mit einer idealen Lösungsentwicklung auf Basis wechselnder induktiver und deduktiver Untersuchungsprozesse. Design Thinking zählt (noch) nicht zu klassischen Ansätzen der Lehr-Lernangebotsentwicklung, liefert in Bildungsprojekten weltweit bereits nachhaltige und innovative Ergebnisse. 

Der Workshop bot einen einführenden Einblick in den Ansatz des „Educational Design Thinking“ und sein Potenzial am Beispiel der Entwicklung „handlungsbezogener Prüfungsmethoden“.

       


Kompetenzorientierte Kurskonzeption mit Constructive Alignment​

Eva Weyer und Kassandra Ribeiro, Evangelische Hochschule Berlin

Constructive Alignment klingt nach einem komplizierten Fachbegriff, lässt sich aber in einem Satz erklären: Sie achten darauf, dass Lernziele, Lernaktivitäten und Prüfung genau zusammenpassen. In anderen Worten: Genau an den Kompetenzen, die in der Modulbeschreibung stehen, soll auch gearbeitet werden und genau diese Kompetenzen kommen auch in der Prüfung zum Einsatz.

Constructive Alignment ist damit ein Ansatz um die Idee von Kompetenzorientierung in der Lehre auch konsequent umzusetzen.

Was so einfach klingt, ist in der Umsetzung doch kompliziert. Wenn ich etwas unterrichte wie Gesang, dann wird eben im Unterricht und in der Prüfung gesungen. Doch bei den häufig komplexer formulierten hochschulischen Kompetenzen müssen diese zunächst analysiert werden, um auf konkrete Lern- und Prüfungsgestaltungen zu kommen. Das war auch ein viel diskutiertes Thema in unserem Workshop: Wie werden Kompetenzen überhaupt sichtbar und wie kann ich diese in einer Prüfung bewerten, ohne dass es in subjektiver Willkür endet? Auch hier liegt die Antwort in der konsequenten Lehrplanung nach dem Constructive Alignment: die Lernziele müssen vor den Lernaktivitäten und der Prüfungsform festgelegt werden und klar, deutlich und realistisch formuliert werden. Das hilft dabei entsprechende transparente und objektive Bewertungskriterien aufzustellen, die genau zu den vorher aufgestellten Lernzielen und zu den Lernaktivitäten passen.

Als Beispiel einer guten kompetenzorientierten Lehr-/Lernveranstaltung im Sinne des Constructive Alignment beschrieb ein Student der EHB ein Seminar, in dem es um Gesprächsführung mit Klienten in einem spezifischen Bereich ging. Es wurde zu Beginn des Seminars gemeinsam erarbeitet und erprobt, wie eine erfolgreiche Gesprächsführung verlaufen sollte. Die Prüfung bestand letztendlich in einem Rollenspiel, in dem eine bestimmte Gesprächssituation nachgespielt wurde. So wurde erkennbar, ob die vorher festgelegten und geübten Kriterien der Gesprächsführung tatsächlich umgesetzt wurden. Zusätzlich wurden eine Konzeption und eine Reflexion des Gesprächs/Rollenspiels bewertet.

Constructive Alignment betrachten wir in Verbindung mit Didaktik, denn Kompetenzorientierte Lehr-Lern-Angebote benötigen bestimmte didaktische Formate. Teilnehmende sollen sich tatsächlich aktiv einbringen, damit die Kompetenzentwicklung stattfinden kann. Lehrende sollen Selbstlernprozesse anstoßen und begleiten. Daher haben die Teilnehmenden in unserem Workshop auch Methoden der didaktischen Umsetzung von Kompetenzorientierung kennengelernt und ausprobiert.

         



Kompetenzförderung durch interdisziplinäre Lehrmodule und Critical Thinking

Carolin Ermer und Sabine Jank, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

In unserem Workshop standen Methodenmix und Praxisbezogenheit im Mittelpunkt. Nach einem kurzen Input erarbeiteten die Teilnehmenden in Teamarbeit, innerhalb verschiedener Lehr-/Lernszenarien, selbstständig und in projektbasierten Lernsituationen Lösungsansätze und Methoden für die eigene Lehre. Dazu konnten auch Problemsituationen aus dem eigenen Unterrichtsalltag mitgebracht und je nach Situation aufgenommen und bearbeitet werden.

Ziel war es, die im Workshop praktisch erprobten Methoden, später auch im Unterrichtsalltag einsetzen zu können und die Vorteile des bewussten Einsatzes von kompetenzförderndem Methodenmix zu erleben. In diesem Zuge wurden auch verschiedene Konzepte zur kompetenzfördernden Lehre mit besonderem Blick auf soziale und personale Kompetenzen betrachtet.

 

Leitfaden Kritisches Denken
Literaturhinweis Kaliva

Die Kursmaterialien können auf Anfrage unter bezert@eh-berlin.de verschickt werden.

Kompetenzorientierte Prüfungsform E- Portfolio​

Sabine Seidel, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Würden Sie Zeit und Mühe in etwas investieren, was sich überhaupt nicht auf das Endergebnis auswirkt? Vermutlich nicht.

Vielen Lernenden geht es auf dem Weg durch die Bildungslandschaft jedenfalls so. Daher kann kompetenzorientierte Lehre auch nur funktionieren, wenn die Lernziele, die didaktischen Methoden und die Prüfungsform ineinandergreifen.

Kompetenzorientiertes Prüfen ist mit E-Portfolios möglich. Doch was ist eigentlich ein E-Portfolio? Es ist eine Art "digitale Sammelmappe“, mit deren Hilfe ein Lernprozess dokumentiert, reflektiert und/oder präsentiert werden kann. Es eignet sich um eigenständiges Lernen zu fördern und vor allem die Reflexionskompetenz und damit auch das kritische Denken der Lernenden zu stärken. Zudem kann die Medienkompetenz erweitert werden.

Am Zentrum für Schlüsselkompetenzen und Forschendes Lernen der Europa-Universität Viadrina nutzen wir seit über 5 Jahren E-Portfolios. Sie werden mit der Open Source Software Mahara erstellt. Studierende können ihre Portfolios ein Leben lang nutzen und pflegen. Es ist ihnen frei gestellt, für welche Personen sie die verschiedenen Teilbereiche ihrer E-Portfolios freischalten (z.B. nur die Dozierenden, die Seminargruppe, das World Wide Web).

Das Herzstück unserer E-Portfolioarbeit sind die Reflexionen sowie konstruktives Feedback auf die erstellen Texte durch Mitstudierende und/oder die Lehrenden. Da Reflexionen eine Textsorte sind, mit der Lernende meist vorab nicht viel zu tun hatten, sollte diese gut angeleitet und vor allem anfänglich mit Feedback begleitet werden.


Kompetenzorientierung als Schlüsselkonzept für die Lehre in der offenen Hochschule ​

Dr. Kristine Baldauf-Bergmann, Netzwerk Studienqualität Brandenburg und Dr. Magnus Müller, Universität Potsdam

Der Weg zur kompetenzorientierten Hochschule ist jedoch lang. Deshalb entwickelt der Arbeitsbereich für Technologie- und Wissenstransfer (Potsdam Transfer) seit 2011 in Kooperation mit den Expertinnen für Hochschuldidaktik vom Netzwerk Studienqualität Brandenburg (sqb) Angebote und Instrumente für Lehrende, die ihre Lehre kompetenzorientiert gestalten möchten, z.B.

  • ein Leitfaden zur Formulierung und Nutzung von Lernergebnissen
  • Workshop zur Anrechnung außerakademisch erworbener Kompetenzen
  • Didaktische Weiterbildung für Lehrende (Workshop "Train the Weiterbildungsprofessor/in" Entwicklung im Rahmen des Projektes "Qualifizierung, Unterstützung, Professionalisierung zur Gestaltung des demografischen Wandels")

In dem gemeinsamen Workshop wurde das besondere Kompetenzprofil und die didaktische Weiterbildung von Lehrenden im Kontext der "Offenen Hochschulen" thematisiert und mit kreativen Methoden mit den Teilnehmenden gemeinsam erarbeitet. Nach einem kurzen Input wurden die besonderen und oft neuen Anforderungen von Lehrenden in den Blick genommen, die in der wissenschaftlichen Weiterbildung lehren.

Was unterscheidet die "traditionelle Lehre" von der Lehre im Rahmen wissenschaftlicher Weiterbildung?

Welches Kompetenzprofil benötigen Lehrende, die mit heterogenen Studierendengruppen arbeiten und praxisbezogene Bildungsziele vermitteln können?

Die Ergebnisse gehen auch in die Entwicklung der Weiterbildung für Lehrende "Train the Weiterbildungsprofessor" mit ein (siehe Abbildung unten).

    

Präsentation
Handout

Umsetzung der kompetenzorientierten Studiengangsentwicklung und -gestaltung am KERN-Modell​

Noëmi Donner, HS Kaiserslautern und Janina Burger, Dr. Lars Kilian und Veronika Scheuermann, TU Kaiserslautern

Ziel des Workshops war es, systematisch anhand eigener Beispiele die kompetenzorientierte Entwicklung von Studienangeboten zu erproben. Im Ergebnis sind die Teilnehmenden nun in der Lage, auf Grundlage von Anforderungsprofilen (z.B. wissenschaftliche Literatur und Stellenausschreibungen zu typischen Berufs- und Tätigkeitsfeldern) Kompetenzen zu formulieren und daraus exemplarisch angebotsspezifische Kompetenzprofile sowie Curricula für Studienangebote abzuleiten. Sie können ferner beurteilen, welche didaktischen Szenarien zur Entwicklung der formulierten Kompetenzen gewählt werden sollten und sind in der Lage, für den Einsatz passender Prüfformate zu argumentieren.

Im Einzelnen erfolgte die Erarbeitung anhand des KERN-Modells. Das KERN-Modell erlaubt, über die Auseinandersetzung mit typischen Berufs- und Tätigkeitsfeldern (Konfrontation) Kompetenzbereiche zu identifizieren (Elaboration). Daraus erfolgt die Erstellung eines branchen- oder disziplinspezifischen Kompetenzprofils (Rekonstruktion).

Außerdem wurden mithilfe der Kriterien kompetenzorientierter Didaktik Konsequenzen für die Gestaltung von Bildungsangeboten (z.B. Curriculumsentwicklung, Lern- und Prüfszenarien) abgeleitet (Nachhaltigkeit).

      


     


Die Kursmaterialien können auf Anfrage unter bezert@eh-berlin.de verschickt werden.

Vom Curriculum zur Performance​

Prof. Dr. Melita Grieshop, Evangelische Hochschule Berlin

Die Akademisierung der Gesundheitsberufe geht mit erweiterten Kompetenzanforderungen einher. Ausgehend vom  berufsspezifischen  Kompetenzprofil soll die hochschulische Qualifikation zur evidenzbasierten Berufsausübung befähigen. Dies impliziert die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse mit den beruflichen Erfahrungen sowie den Bedürfnissen der betreuten Personen in einer partizipativen Entscheidung zusammenzuführen.

Dazu werden im Studiengang Hebammenkunde moderne Lernkonzepte wie das Situierte Lernen (Holoch 2002) umgesetzt, das eine hohe Selbststeuerung der Studierenden intendiert. Durch die Arbeit mit Fallbeispielen, Dokumenten und Narrativa aus der Hebammenpraxis wird dabei an authentischen Situationen insbesondere die Problemlösungs- und Entscheidungskompetenz der Studierenden gefördert.  Eingebettet in theoretische Lernsequenzen erhalten die Studierenden zudem  Praxisaufgaben, welche die Bewältigung einer Betreuungssituation beinhalten. Mittels strukturierter Lernbegleitung durch Expert_innen in der Praxis gewinnen die Studierenden  zunehmende Teilhabe an den Kenntnissen und Denk- und Handlungsstrukturen der Expert_innen und entwickeln ihre Fähigkeit zur evidenzbasierten Betreuung. Die anschließende kritische Reflexion in der Großgruppe ermöglicht darüber hinaus multiple Perspektiven auf die Lerninhalte und damit verbundenen Kompetenzen (Holoch, 2002). Durch die enge Theorie-Praxis-Verknüpfung und die Anbindung des Lernens an reale berufliche Situationen weist das Lernen eine hohe Kompetenzorientierung auf.  

Im Workshop wurde der Frage nachgegangen, welche konstitutiven Elemente das berufliche Lernen bestimmen, wie aus diesen Elementen relevante Lerngegenstände identifiziert werden können und durch welche Lernformen die Selbststeuerung der Lernenden aktiviert werden kann. 




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